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Ende der Rücklagen in Sicht und Erlöse aus Altpapier-Entsorgung gehen zurück

Abfallwirtschaft steht vor härteren Zeiten

Hameln-Pyrmont. Die Leiterin der Kreisabfallwirtschaft (KAW) im Landkreis Hameln-Pyrmont, Sabine Thimm, teilte jetzt bei der Vorstellung des Finanzplanes für die Jahre bis 2017 mit, dass für die künftigen Jahre vermutlich negativere Betriebsergebnisse im Kreis-Eigenbetrieb zu erwarten sein werden. Und damit wird sich die Prognose bestätigen, dass die derzeit noch 900 000 Euro betragende Rücklage der Kreisabfallwirtschaft, mit der derzeit die letztmalig 2003 erhöhten Müllgebühren im Landkreis gestützt werden, im Jahr 2015 aufgezehrt sein werden. Der Betriebsausschuss „Abfallwirtschaft“ des Kreistages musste jetzt also eine konkrete Jahreszahl seitens der KAW-Chefin zur Kenntnis nehmen: Im Jahr 2016 werden die Müllgebühren im Landkreis Hameln-Pyrmont wohl steigen.

veröffentlicht am 15.11.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 15:22 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Doch nicht nur diese Abschmelzung der zweckgebundenen Rücklagen dürfte in Zukunft den finanziellen Spielraum für die KAW enger werden lassen. So wird auch bei den Erlösen aus entsorgten Wertstoffen im kommenden Jahr wie schon 2013 ein Rückgang der Mengen und damit der von der KAW erzielten Verkaufserlöse erwartet, so Werksleiterin Thimm. Als Grund führt sie die steigende Konkurrenz von privaten Fremdfirmen an, die beispielsweise bei konstant bleibenden Preisen immer mehr Papier und Pappe aus Gewerbebetrieben abgreifen. Und dieser Rückgang an Wertstofferlösen werde sich auch noch negativ auf das KAW-Betriebsergebnis auswirken, so Thimm: Rund 400 000 Euro weniger werden ab 2015 so allein aus den Altpapier-Erlösen erwartet, sagte die Werksleiterin jetzt bei einer Sitzung des Kreis-Betriebsausschusses.

Und da mache auch die Ankündigung einiger Feuerwehren im Kreis, ab 2014 wegen Mangels an jungen Helfern auf die Altpapiersammlung in den Dörfern verzichten zu wollen, die Mengenbilanz für die KAW nicht mehr fetter. Außerdem werde bei den Gebührenerlösen in den kommenden Jahren ebenfalls ein Rückgang erwartet. Ursache: Die demografische Entwicklung mit einhergehendem Schwund an Haushalten sowie der Abzug der britischen Streitkräfte aus Hameln. Dazu kommen zu erwartende Tarifsteigerungen beim Personal.

In der Ausschusssitzung wurde aber deutlich: Für die Politik kommt diese Entwicklung nicht unerwartet. So betonten sowohl Helmut Mönkeberg (Die Unabhängigen) als auch Helmut Zeddies (FDP), dass man ja eigentlich schon 2012, nach gut zehnjähriger Stabilität der Müllgebühren, mit einer Anpassung nach oben gerechnet habe. Sei doch die nun bis 2015 zu erwartende Gebührenstabilität ein Zeichen dafür, „dass die Kreisabfallwirtschaft gut gearbeitet“ habe.

Als weiterer Einflussfaktor auf die Finanzsituation wird außerdem noch die für 2015 vorgesehene gesetzliche Einführung einer einheitlichen Wertstofftonne gesehen, die dann den Gelben Sack ablösen wird. Hier, so Sabine Thimm, sei noch die derzeit offene Bundesentscheidung über die Kostenträgerschaft abzuwarten. „Wir hoffen, dass die Erfassung aus der Privatwirtschaft in die Aufgabe der Kommunen übergeht“, meinte Werksleiterin Thimm im Ausschuss.

Zudem soll die bisherige Biotonne in Hameln-Pyrmont ab Januar 2014 zur „Bioenergietonne“ weiterentwickelt werden. Das heißt: Die über die Biotonne erfassten Stoffe sollen in Gas und Strom umgewandelt werden und so über Humus hinaus Gewinn bringen. Ein Nebeneffekt: Organische Stoffe, die bislang noch in die Restmülltonne wanderten, werden künftig in der Bioenergietonne mitentsorgt. Und das spart Restmüll-Mengen und damit Tonnen, für die keine Müllverbrennungsgebühr von der KAW gezahlt werden muss.

Einig war sich der Betriebsausschuss darüber: Die Nutzung der Biotonne muss im Landkreis ebenso verbessert wie der Anschlussgrad erweitert werden. Auch Helmut Mönkeberg (Die Unabhängigen) stimmte dem im Grundsatz zu, räumte aber ein, dass die Möglichkeit der Eigenkompostierung im Landkreis als Option neben der Bioenergietonne erhalten bleiben müsse. Entschieden wandte er sich gegen einen Zwangsanschluss. Dagegen nahm Dr. Helmut Burdorf (Grüne) eine weitaus rigidere Position ein: Er plädiert dafür, dass jeder Haushalt eine grüne Tonne bekommt: „Wir brauchen die Nassabfälle für die Vergärung. Sich ganz von der Bioenergietonne zurückzuziehen, geht nicht.“



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