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Baustelle gehört nach vier Jahren endlich der Vergangenheit an

Ab Samstag wieder freie Fahrt am Ohrberg

EMMERTHAL. Für Markus Brockmann, Leiter beim Straßenbauamt; war die Hangsicherung an der B83 zwischen Hameln und Ohr eine schwierige Aufgabe. Spätestens Samstagmittag soll die Baustelle geräumt sein und nach vier Jahren Behinderungen der Verkehr unter dem Ohrberg wieder frei rollen.

veröffentlicht am 03.11.2017 um 13:29 Uhr
aktualisiert am 03.11.2017 um 16:07 Uhr

Bauende: Am Freitag wurden die letzten Verblendsteine an der 600 Meter langen Hang-Stützwand gesetzt. Foto: Dana
Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite
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Los ging es mit der schier unendlichen Geschichte der nun fertig gestellten Hangsicherung am 5. Dezember 1013: Damals wurden, um einen weiteren Hangabbruch zu verhindern, in einer provisorischen Maßnahme mit Sand gefüllte Kaffeesäcke am Hang hochgestapelt. Was dann folgte, war laut Brockmann ein Stück schwieriger Ingenierarbeit: Vor dem eigentlichen Bau musste mit Untergrund-Erkundungen erst einmal in die Abbruchkante des abrutschenden, aus Kalkmergel bestehenden Ohrberges hineingeschaut werden, um die Statik des Felsens zu erkunden. Danach mussten die Straßenbau-Ingenieure entscheiden, wie der Hang am wirtschaftlichsten zum Stehen gebracht werden kann. Brockmann: „Wir hatten beim Bau reichlich erdstatische Probleme zu bewältigen, und dafür ist der eigentliche Bau der beiden Stützwände doch relativ schnell gegangen.“

Was Autofahrer, die während der zweijährigen Bauzeit vor Vollsperrungen und zeitraubenden Ampelregelungen standen, sicher anders empfunden haben mögen. Vor allem die etwa zwölf Wochen dauernden Verblendarbeiten an der großen Betonstützmauer dürfte da vielfach auf Unverständnis gestoßen sein. Auf einer Länge von 600 Metern wurden dabei 1200 Quadratmeter Naturstein-Verblendung angebracht. Und Lieferengpässe bei den dazu verwendeten Weser-Sandsteinen sorgten für eine zusätzliche Zwangspause.

Dennoch hält der Leiter der Straßenbaubehörde die Natursteinverblendung nach wie vor für erforderlich: „Als Ausdruck der Baukultur“, wie er die optische Verschönerung begründet. Nachdem als eine der letzten Baumaßnahmen in den vergangenen Tagen noch Drainage-Entwässerungen in die Mauer nachgebohrt worden sind, sollen in diesem Jahr noch Schutzplanken vor die Mauer gesetzt werden. Diese seien neuerdings vorgeschrieben, um einen möglichen Aufprall von Unfall-Fahrzeugen auf die starre Mauer abzufedern, erklärt der Straßenbau-Fachmann. Dazu wird es noch an zwei bis drei Tagen zu Tagesbaustellen an der Mauer kommen. Danach wird auch die derzeitige Geschwindigkeitsbegrenzung neben dem Stützbauwerk aufgehoben werden können, so Brockmann.

Mit 2,7 Millionen Euro ist man jetzt bei Bauende übrigens im Kostenrahmen geblieben. Und außerdem kann man nun mit Stützwänden, Stahl-Fangnetzen und Geröll-Barrieren künftigen Hangabbrüchen und kippenden Bäumen mit einiger Gelassenheit entgegensehen.

Ohrberg-Baustelle - Eine Chronik der Bauarbeiten

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