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Osterräderlauf nun mit Unesco-Siegel: Rund 30 000 Besucher erleben atemberaubendes Spektakel in Lügde

Überregionales Interesse nimmt zu

LÜGDE. „Rund 30 000 Besucher“, hat Oberdeche Uwe Stumpe noch am Abend verkündet, „haben den Osterräderlauf verfolgt.“ Ein sensationelles Ergebnis, das zum einen die über Jahre anhaltende hervorragende Arbeit der Dechen widerspiegelt, die an jedem Ostersonntag die Besucher mit einem atemberaubenden Spektakel begeistern und zum anderen den Stellenwert des Siegels „Weltkulturerbe“ herausstreicht.

veröffentlicht am 22.04.2019 um 17:18 Uhr

Feuriges Spektakel der besonderen Art, das in diesem Jahr in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde: der Osterräderlauf. Foto: yt
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Carlhermann Schmitt Reporter
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Schon um 13 Uhr fanden sich am Ostersonntag die ersten Schaulustigen auf dem Marktplatz ein, wo sie vom Lügder Blasorchester mit einem Konzert begrüßt wurden. Und bereits da zeigte sich das große Interesse überregionaler Medien an dem traditionellen Schauspiel, das in diesem Jahr in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Nachdem die Eichenräder, bereits am Karsamstag gut gewässert aus der Emmer gezogen, mit einem feierlichen Umzug vom Marktplatz auf den Osterberg transportiert worden waren, begann für die Gäste der gemütliche Teil. Im Emmerauenpark konnte auf der einen Seite geshoppt werden. Hier gab es Handwerkliches, natürliche Seifen und Schmuckes aus Leder. Auf der anderen Seite fand sich alles, was der Gaumen begehrte, von Quietschsüßem über Klassiker aus aller Welt bis hin zu Skurrilem wie gezwirbelter Kartoffel, die ungeschält verabreicht wurde. Dazu gab’s Musik von Klassisch wie „Summertime Blues“ bis hin zu Skurrilem wie Musik vom vollelektronischen Schrottophon, das Udo souverän bespielte. Entspannt ging es auf dem Osterberg zu, wo die Dechen in Ruhe ihre Räder mit dem speziellen Stroh stopften. Da gab es für die Gäste jede Menge zu fotografieren und zu filmen.

„Das finde ich hochinteressant“, staunte auch Aloys Linke, dass man mit Haselruten Stroh festbinden kann. Das musste er ganz genau mit seiner digitalen Kompaktkamera festhalten. Er war zum ersten Mal in Lügde und hatte richtig Spaß daran, den Dechen bei ihrer Brauchtumsarbeit über die Schulter zu blicken. Dafür ist er auch auf direktem Weg den Berg hinaufgestiegen, was ihm den Respekt der Umstehenden einbrachte. Immerhin ist Linke 92 Jahre alt und hat erst auf den letzten Metern eine helfend ausgestreckte Hand ergriffen, um die letzte Anhöhe elegant zu meistern.

Als die Dämmerung hereinbrach, wurde das Osterfeuer angezündet. Ein riesiger Flammenball, der für sich schon eine Attraktion darstellte. Dann wurde mit einer kleinen Lasershow die Aufmerksamkeit der Gäste auf die Bahn gelenkt, auf der gleich die Feuerräder ins Tal hinunterdonnern sollten. Bis zum letzten Moment strömten die Schaulustigen auf die Emmerbrücke und in den Park, um das Spektakel beobachten zu können. Mit dem Abfeuern der Kanone wurde das erste und später auch jedes weitere Rad angekündigt, das lodernd den Osterberg hinunter gestürzt wurde. Dann rollten die Räder, die sich durchaus nicht immer an den vorgegebenen Parcours halten wollten. Sie brachen aus, aber nicht ein. Sie drehten gerne mal ab, ließen ihre Fans bangen und zappeln, um sich dann aber unter ihren anfeuernden Rufen auf das Ziel zu besinnen, möglichst weit zu laufen. Selbst das schon weit ins vermeintliche Abseits trudelnde Rad lief und lief, bis es letztlich mit begeistertem Beifall im Tal empfangen wurde.

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Schon seit den Nachmittagsstunden herrscht Hochbetrieb im Emmerauenpark. Foto: yt

Weit rollende Räder und ein bombastisches Feuerwerk ließen die abschließende Lasershow deutlich abfallen. Die Laser malten zwar das Unesco-Logo, die Inschriften der sechs Räder und ein triumphales „Wir sind Lügde“ auf den Berg. Sie konnten aber nicht jene magische Stimmung auslösen wie andere Shows, bei der Wasserwände und riesige Nebelmaschinen dreidimensionale Formen und Figuren in die Luft zaubern. Und wer nicht direkt unterhalb des Berges stand, hatte Schwierigkeiten, die auf den Berg gebeamten Logos und Schriften überhaupt gut entziffern zu können. Dennoch zeigten sich die Dechen um Uwe Stumpe genauso begeistert wie die rund 30 000 Besucher vom tollen Räderlauf an einem rundum gelungenen Ostersonntag.


Bildergalerie: Weitere Fotos gibt es am Montagmittag unter: dewezet.de



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