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Schöffengericht verurteilt Eldagser

Über drei Jahre Haft für Hanf-Züchter

Eldagsen. Sein Verteidiger hatte einen Freispruch erwartet. Doch unschuldig, davon war das Schöffengericht in Springe überzeugt, ist der 57-jährige Hanfzüchter aus Eldagsen nicht. Der Mann, der offiziell von Hartz IV lebt, hat in seinem Keller in Eldagsen in eineinhalb Jahren Cannabis im Wert von rund 200 000 Euro angebaut und geerntet. Das Urteil: drei Jahre und vier Monate Haft. Die Höchststrafe für Delikte, die vor dem Amtsgericht verhandelt werden, liegt bei vier Jahren. Allein vor diesem Hintergrund ist das Urteil denkwürdig. Der 57-Jährige schwieg bis zuletzt zu den Vorwürfen. Das Gericht sah es dennoch als erwiesen an, dass es „maßgeblich“ der Arbeitslose war, der die Keller-Gärtnerei betrieben hat. Die Idee dazu hätten vermutlich Hintermänner gehabt, die zwar immer wieder von Nachbarn gesehen worden sind. Die Unbekannten konnten von der Polizei allerdings nicht gefasst werden. Der Prozess hatte sich über vier Tage erstreckt. Wäre es nach dem Verteidiger des 57-Jährigen gegangen, wären weitere Verhandlungstermine hinzugekommen: Der Anwalt forderte gestern plötzlich, fünf weitere Zeugen zu hören. Sie könnten die Unschuld seines Mandanten beweisen. Das Gericht lehnte ab, da es sich um unwichtige Zeugen wie die Skatbrüder und den Vater des Angeklagten handelte, die nie im Keller des Hauses waren.

veröffentlicht am 14.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:55 Uhr

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Marita Scheffler Redakteurin zur Autorenseite
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Wie groß die Plantage wirklich war und wie viel Ertrag sie genau brachte, wird ein Geheimnis des 57-Jährigen bleiben. Das Gericht geht von einer 50 Quadratmeter großen Fläche und zwei Ernten aus. Hätte der Schwiegersohn des Eldagsers die Polizei erst drei Wochen später über das lukrative Hobby des Familienchefs informiert, hätte der 57-Jährige vermutlich noch eine dritte Ernte einfahren und weitere 70 000 Euro einnehmen können. Die Größe der Plantage überraschte selbst die Experten der Polizei: Eine Anbaufläche dieses Ausmaßes sei in der Region Hannover selten. Und: „Das war eine absolute Profianlage.“ Was sowohl die Staatsanwaltschaft als auch das Schöffengericht ärgerte: In seinen Vernehmungen behauptete der 57-Jährige (der 24 Vorstrafen hat), sein Schwiegersohn sei der wahre Betreiber der Anlage gewesen. „Sie wussten, wie gefährlich das war“, erklärte Richter Felix Muntschick. Der Schwiegersohn hat eine Drogenvergangenheit und rückte deshalb kurzzeitig ins Visier der Polizei. Der Staatsanwalt hätte den 57-Jährigen gerne drei Jahre und sechs Monate hinter Gittern gesehen. Der Verteidiger rief dagegen in seinem Plädoyer einen Freispruch aus: Sein Mandant sei lediglich Helfer und nicht Mittäter gewesen: „Er hatte die Kellerräume weitervermietet.“ Ob der Eldagser das Urteil akzeptiert, ist fraglich. Er kann auch in Berufung gehen.



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