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Trotz Wunsch der Politik fahren vorerst Busse und Müllwagen weiter mit Diesel

Ökoantrieb noch nicht möglich

HAMELN-PYRMONT. Die Kreispolitik ist sich fraktionsübergreifend einig: In Hameln-Pyrmont sollen künftig emissionsärmere Busse und Müllfahrzeuge für sauberere Luft sorgen. Recherchen der Verwaltung haben aber ergeben, dass derzeit weder ein Umsteigen auf alternative Antriebe bei besagten Fahrzeugen noch eine Nachrüstung der vorhandenen Dieselfahrzeuge möglich ist.

veröffentlicht am 12.06.2018 um 15:20 Uhr

Foto: pixabay
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Henry Griesefell Reporter
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Der Kreisausschuss hat über Anträge CDU-Kreistagsfraktion sowie der Fraktion SPD/Helmuth Mönkeberg/Pro Bürger gemeinsam mit der Gruppe Grüne/Linke, die beide auf eine biologisch verträglichere Fahrzeugtechnik drängen, beraten und der Kreisverwaltung einen Prüfungsauftrag erteilt.

Eine Anfrage bei den Herstellern der Müll-Fahrzeuge ergab, dass hier derzeit keine Möglichkeiten zur Nachrüstung angeboten werden. Gemeinsam wurden von Öffis und Kreisabfallwirtschaft zwei Vor-Ort-Termine mit Herstellern von Öko-Fahrzeugen und Abgasnachrüstsystemen wahrgenommen. Die Anbieter wiesen darauf hin, dass ihr derzeitiger Schwerpunkt in Forschung und Installation von Nachrüstanlagen zur Emissionsminderung im Bereich von Privat-Pkw sowie Busfahrzeugen liege.

Im Bundesverkehrsministerium genießt die Nachrüstung von Diesel-Bussen Priorität. Hier wird eine Nachrüstung zur Verbesserung der Emissionswerte mit insgesamt 107 Millionen Euro gefördert. Es wurde angekündigt, dass zukünftig auch die Umrüstung von weiteren Fahrzeugen des kommunalen Fuhrparks gefördert werden solle. Für Müllentsorgungsfahrzeuge werden derzeit jedoch noch keine Emissionsreduzierungssysteme angeboten. Auch neue Müll-Fahrzeuge mit Hybrid-, Vollelektrotechnik oder anderen alternativen Antriebstechnologien werden derzeit in Deutschland nicht angeboten. Es gibt aber bereits Aufbauten mit Batterie gestütztem Elektroantrieb; diese Fahrzeuge sind allerdings erheblich teurer in der Anschaffung und bieten nur in begrenzten Einsatzbereichen Vorteile. Ein Müllsammelfahrzeug mit Erdgas oder elektrischem Hybridantrieb soll im Verlauf des Jahres 2018 erstmalig im Praxisbetrieb erprobt werden. Transporter mit Elektro- bzw. Hybridantrieb (kombinierter Diesel-/E-Antrieb) werden derzeit in Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Logistikunternehmen erprobt.

Bei den Öffis und bei der Kreisabfallwirtschaft heißt es nach den aktuellen Recherchen derzeit erst mal abwarten. Man will aber am Ball bleiben und nach Möglichkeiten der Förderung und Nachrüstung von Altfahrzeugen sowie dem Angebot praxistauglicher alternativer Antriebskonzepte Ausschau halten.

Information

Abfallkonzept wird überarbeitet

Laut Abfallgesetz muss die Kreisabfallwirtschaft als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger für den Kreis Hameln-Pyrmont ein Abfallwirtschaftskonzept aufstellen. Hierzu hat die Intecus GmbH Abfallwirtschaft und umweltintegratives Management (Dresden) vor einem Jahr eine Hausmüllanalyse erstellt. Hierbei wurde ein besonderes Augenmerk auf ein Bioabfall- und Grünschnittverwertungskonzept gelegt. Basierend auf diesen Ergebnissen werden nun Zielvorgaben insbesondere der Vorbereitung zur Wiederverwertung und zur Beseitigung für einen Zeitraum von fünf Jahren konzipiert. Der Entwurf des Abfallwirtschaftskonzepts soll bis September vorliegen.joa.

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