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Klimaschutzagentur Weserbergland zieht erstmals Bilanz: „Das ist ein kleines Konjunkturprogramm“

6,55 Millionen für das heimische Handwerk

Hameln-Pyrmont. Seit Februar 2009 existierte sie als Gedankenspiel von Politik und Kreishandwerkerschaft, im Herbst 2011 startete sie ihr erstes Projekt in der Pilotgemeinde Emmerthal – und nun, fast zwei Jahre später, zieht sie erstmals Bilanz: Mitte Mai hatte die Klimaschutzagentur Weserbergland das in Hannover ansässige Institut für Qualität im Management beauftragt, all ihre Beratungstätigkeiten zwischen Januar 2011 und Dezember 2012 auszuwerten. Gestern stellte Klimaschutzagentur-Geschäftsführer Tobias Timm gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins, Kreishandwerksmeister Karl-Wilhelm Steinmann, und Lutz Reimann, dem Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung, die Ergebnisse vor.

veröffentlicht am 27.08.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:00 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Im Rahmen der kostenlosen und neutralen Beratungskampagne „Mach Dein Haus fit!“ führte die Klimaschutzagentur in den Jahren 2011 und 2012 rund 3000 Kurzberatungen auf Messen und 407 Detailberatungen durch. „Von diesen 407 Haushalten, die wir eingehender beraten haben, haben 56 Prozent im Anschluss in die energetische Sanierung ihres Hauses investiert, weitere 15 Prozent befinden sich zurzeit in der Planungsphase und bei 17 Prozent der Beratenen steht eine Umsetzung in den kommenden Jahren an“, berichtet Timm. Die häufigste Sanierungsmaßnahme war dabei die Erneuerung von Fenstern, gefolgt vom Einbau neuer Öl- und Gasheizungen. „Das ist wichtig, denn im Weserbergland sind die Heizungen überdurchschnittlich alt“, so Timm weiter. Alles in allem konnten somit rund 2,35 Millionen Kilowattstunden an Heizenergie eingespart werden, die Summe der eingesparten CO2-Emission beläuft sich auf 568 000 Kilo pro Jahr.

Insgesamt wurden im Anschluss an Erstberatungen durch die Klimaschutzagentur 6,55 Millionen Euro für energetische Sanierungsmaßnahmen ausgegeben, im Durchschnitt 21 850 Euro pro Haushalt. „Klimaschutz ist Wirtschaftsförderung, das habe ich immer gesagt. Und nun zeigt sich: Das ist ein kleines Konjunkturprogramm“, sagt Timm.

Nach einem holprigen Start – der erste Geschäftsführer, Michael Demus, war noch während seiner Probezeit geschasst worden, Timm stieß erst im Mai 2011 hinzu – habe sich die gemeinnützige Gesellschaft mit Sitz im Hamelner Hefehof inzwischen einen Namen als neutrale Beratungsagentur gemacht. Aus zwei sind mittlerweile sieben Mitarbeiter geworden. „Die hohe Akzeptanz der Klimaschutzagentur führt zu vielen Aufträgen, die direkt an das heimische Handwerk weitergeleitet werden“, freut sich Kreishandwerksmeister Steinmann. Und auch die Skepsis in den Kommunen – die mit Ausnahme der Stadt Bad Münder als Gesellschafter fungieren und gemeinsam mit Landkreis, Förderverein, Stadtwerken Hameln-Pyrmont, Stadtwerken Hameln und e.on Westfalen-Weser für eine Grundfinanzierung der Klimaschutzagentur von bislang 185 600 Euro pro Jahr sorgen – sei inzwischen vollständig abgebaut. Die Frage: „Wofür geben wir hier eigentlich unser Geld aus?“, stelle sich gar nicht mehr.

„In der Zukunft“, sagt Timm, „wollen wir erfolgreiche Projekte wie ,Mach Dein Haus fit!‘ weiterentwickeln.“ Zudem hätten sich durch die Evaluation auch Schwachstellen gezeigt: „Wir wollen künftig verstärkt auf Finanzierungsmöglichkeiten hinweisen, Banken und Sparkassen mit ins Boot holen.“ Und auch wenn noch nichts beschlossen ist: Wahrscheinlich wird die Klimaschutzagentur Weserbergland im Nachbarlandkreis Holzminden ein Klimaschutzkonzept umsetzen, dort eine Niederlassung eröffnen. Darüber hinaus ist zurzeit ein Beratungsprogramm für „den kleinen Mann“ in Arbeit, „ein Stromspar-Check für Mieter in Mehrfamilienhäusern“, berichtet Timm.

Die im Gesellschaftervertrag der Klimaschutzagentur festgelegte Grundfinanzierung läuft zum Ende des Jahres aus, in den kommenden Wochen werden die Unternehmen, Stadt- und Gemeinderäte entscheiden, ob die Finanzierung für weitere fünf Jahre fortgeführt wird (dann mit jährlich bis zu 189 100 Euro). Der endgültige Beschluss wird in der zweiten Novemberwoche in der Gesellschafterversammlung fallen. Timm: „Wir hoffen auf ein positives Votum, denn die Ergebnisse der letzten zwei Jahre zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“



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