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Freiwillige Leistungen im Kreis Hameln-Pyrmont steigen wieder / Kämmerer präsentiert Etat am Dienstag

500 000 Euro für neuen Großraumtarif

Hameln-Pyrmont. Die Aufwendungen für freiwillige Leistungen im Landkreis Hameln-Pyrmont werden 2015 wieder steigen. Und zwar auf knapp 3,7 Millionen Euro – ein Plus von rund 247 000 Euro gegenüber dem Vorjahr. Das Haushaltsdefizit bezeichnet Carsten Vetter mit „etwas mehr als sechs Millionen Euro“. Der Kreiskämmerer wird seinen Haushaltsplanentwurf am kommenden Dienstag, 6. Januar, in die Politik einbringen. An diesem Tag tagen die Mitglieder des Finanzausschusses ab 15 Uhr öffentlich im Sitzungssaal des Kreishauses.

veröffentlicht am 02.01.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Die vorläufigen Aufwendungen des Ergebnishaushaltes 2015 beziffert Vetter mit 226 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr sind das 13 Millionen Euro mehr, die der Kämmerer mit höheren Personalkosten, dem öffentlichen Personennahverkehr „und einer Vielzahl von Maßnahmen“ begründet. Ansonsten gibt sich der Erste Kreisrat bezüglich des Zahlenwerkes bedeckt: „Ich will der Politik nicht vorweggreifen.“

Die erhöhten freiwilligen Leistungen resultieren aus neuen Beträgen, die sich auf insgesamt 580 000 Euro belaufen. Vorgesehen sind:

500 000 Euro für die Ausweitung des Einzelticket-Bahntarifs des Großraumverkehrs Hannover (GVH) auf Hameln-Pyrmont;

Carsten Vetter

70 000 Euro für die Gesundheitsregion – ein Plus von 40 000 Euro gegenüber dem Vorjahr;

10 000 Euro für die Konzeptionierung und Vorbereitung des Dokumentations-, Informations- und Lernortes Bückeberg;

30 000 Euro für die Entwicklung eines regionalen Energiekonzeptes.

Nachdem im Jahr 2004 der Regionaltarif für Zeitkarten im GVH eingeführt wurde, soll nun die Erweiterung auf die Einzelfahrscheine erfolgen. Ziel ist es, die Landkreise und Städte des erweiterten Wirtschaftsraumes Hannover noch besser an die Landeshauptstadt anzubinden und den ÖPNV auf der Schiene für noch mehr Fahrgäste attraktiv zu machen. Die Tariferweiterung solle unter anderem den zunehmenden Mobilitätsansprüchen im Freizeit- und Versorgungsbereich Rechnung tragen. Laut Vetter ist vorgesehen, die Erweiterung des GVH zur Jahresmitte umzusetzen. Die beteiligten Landkreise als Träger des öffentlichen Nahverkehrs erhoffen sich zur Abfederung der Kosten für die GVH-Erweiterung eine Anschubfinanzierung durch das Land Niedersachsen.

Im Zuge der Überlegungen zur Ausgestaltung der Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont soll sich der Landkreis an der Einrichtung einer Stiftungsprofessur an der Hochschule Weserbergland (HSW) im Bereich der Pflege für die Dauer von zwei Jahren finanziell engagieren. „Einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung steht ein Mangel an Fachkräften in der Pflege gegenüber. Mit der angestrebten Stiftungsprofessur

soll eine Persönlichkeit gewonnen werden, die aufgrund ihrer Qualifikation in Praxis und Lehre im besonderen Maße geeignet ist, zusammen mit den Akteuren vor Ort an der Entwicklung inhaltlicher und struktureller Formen der Pflege und Betreuung im Landkreis Hameln-Pyrmont unter Berücksichtigung regionalspezifischer Bedarfe und der voraussichtlichen demografischen Entwicklung zu arbeiten“, erläutert Vetter.

Der Bückeberg in der Gemeinde Emmerthal gilt als einer der größten Versammlungs- und Propagandaorte des NS-Regimes. Dort fand in der Zeit von 1933 bis 1937 unter freiem Himmel das jährliche „Reichserntedankfest“ statt, an dem zuletzt mehr als eine Million Menschen teilnahmen. Der Festplatz und die umgebende Infrastruktur sind heute noch weitestgehend erhalten. Damit bietet der Bückeberg nach den Vorstellungen der Kreisverwaltung ein einmaliges Potenzial, die NS-Propaganda und die NS-Geschichte an einem authentischen, historischen Ort erlebbar zu machen. Der Verein Regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln e.V. habe sich zum Ziel gesetzt, den Bückeberg als Bildungs- und Lernort für die Bevölkerung, vor allem für junge Menschen, aber auch für Bildungstouristen nutzbar zu machen. „Die Verwaltung unterstützt dieses Ansinnen, weil es die Chance eröffnet, junge Menschen an einem Ort des Geschehens nationalsozialistischer Propaganda direkt vor der eigenen Haustür die NS-Zeit kritisch reflektieren zu lassen. NS-Geschichte wird dabei lokal erlebbar und unvergessen gemacht. Das Vorhaben hat darüber hinaus das Potenzial, Impulse für einen bildungsgestützten Tourismus zu setzen“, meint der Kämmerer.

Die Teilnehmer des Runden Tisches „virtuelles Regenerativkraftwerk“ erachteten die Aufstellung eines regionalen Energiekonzeptes als notwendigen Schritt zur Errichtung eines solchen Kraftwerks. Teil dieses Konzeptes sei die Ermittlung der vorhandenen erneuerbaren Energiepotenziale im Landkreis Hameln-Pyrmont. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gewährt zu den errechneten Gesamtkosten zur Erarbeitung eines regionalen Energiekonzeptes in Höhe von rd. 60 000 Euro eine Zuwendung in Höhe von 50 Prozent.

Zum Ausgleich der zusätzlichen freiwilligen Leistungen sollen nach Vorstellungen des Kämmerers unter anderem die Zuwendungen für das Jugendarbeitslosenprojekt um 120 000 Euro, an den Landschaftsverband um 60 000 Euro und an die Weserbergland AG um 20 000 Euro gekürzt werden.



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