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36-Jähriger stirbt nach Schweinegrippe

Minden (pk). Die Schweinegrippe ist wieder da, ja, sogar auf dem Vormarsch – doch die Hysterie darüber bleibt im Gegensatz zu 2009 dieses Mal aus. Dem Schaumburger Gesundheitsamt in Stadthagen lagen am Donnerstag von insgesamt 13 gemeldeten Influenzafällen vier H1N1-Infektionen im Landkreis Schaumburg vor.

veröffentlicht am 21.01.2011 um 13:42 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:41 Uhr

Impfstoff gegen die Schweinegrippe
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Minden (pk). Die Schweinegrippe ist wieder da, ja, sogar auf dem Vormarsch – doch die Hysterie darüber bleibt im Gegensatz zu 2009 dieses Mal aus. Dem Schaumburger Gesundheitsamt in Stadthagen lagen am Donnerstag von insgesamt 13 gemeldeten Influenzafällen vier H1N1-Infektionen im Landkreis Schaumburg vor. Im Landkreis Hameln-Pyrmont sind es nach Stand am Donnerstag 55 Fälle. Und im Krankenhaus Bad Oeynhausen ist vor knapp zwei Wochen ein 36-Jähriger aus dem Kreis Minden-Lübbecke an den Folgen einer H1N1-Infektion gestorben. Doch Panik lösen diese Zahlen nicht mehr aus.

Dabei steht die große Grippewelle unmittelbar bevor, wie Jörg Fedderke, stellvertretender Leiter des Schaumburger Gesundheitsamts auf Anfrage mitteilt. „In Niedersachsen sind die Zahlen der Grippefälle seit Jahresbeginn deutlich angestiegen: von 86 in der ersten auf 167 in der zweiten Januarwoche“, sagt Fedderke. Und dem niedersächsischen Landesgesundheitsamt zufolge sind von diesen insgesamt 253 Grippefällen 57 Prozent vom Subtyp H1N1.
Gleichwohl sieht Fedderke der Grippewelle relativ gelassen entgegen: „Die Schweinegrippe ist inzwischen einschätzbar. Das war 2009 noch anders, da wussten die Experten noch nicht richtig damit umzugehen.“

Infolgedessen wurde auch das Meldesystem für den H1N1-Virus geändert, wie Fedderke erläutert: „Die Meldungen über mit Schweinegrippe Infizierte erhalten wir jetzt nur noch von den Laboren, während es vorher eine Ärztemeldepflicht sogar für den bloßen Verdacht auf H1N1 gab. Jetzt müssen die Ärzte entscheiden, ob sie die Abstriche ihrer Patienten im Labor auf H1N1 untersuchen lassen.“ Was bedeute, dass die Dunkelziffer für H1N1-Infektionen relativ hoch sei. „Außerdem übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Spezifizierung auf H1N1 nicht mehr, weil die Diagnose von H1N1 keinen Unterschied mehr bei der Behandlung der Grippe macht“, schildert Fedderke.

Dr. Peter Bügge aus Obernkirchen übt Kritik: „Meiner Meinung nach haben sich die Behörden zu sehr auf die Schweinegrippe konzentriert und dabei andere Grippeviren vernachlässigt. Schließlich ist der Verlauf der Schweinegrippe im Vergleich zu anderen Grippeerkrankungen relativ harmlos.“
Durch die Schweinegrippe habe es sogar weniger Grippetote als sonst gegeben, sagt Jörg Fedderke. Es habe sich gezeigt, dass eine Impfung in drei von vier Fällen vor einer Grippeinfektion schützt. Und die Bereitstellung von Impfstoffen sei derzeit „überhaupt kein Problem“.
Angesichts des an Schweinegrippe gestorbenen Mindeners und mehrerer Schweinegrippetoten in England rät der Allgemeinmediziner Ngoc-Thanh Truong aus Bückeburg jedoch zumindest zur Vorsicht – „ohne Panik machen zu wollen“.



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