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Jäger findet Tierleichen an Feldweg der Domäne Möllenbeck auf / Ähnliche Fälle in Minden

13 tote Lämmer im Feld entsorgt

Möllenbeck. Als Arnd Bolhöfer am späten Donnerstagnachmittag auf dem Gelände der Domäne Möllenbeck unterwegs war, dachte er plötzlich, er guckt nicht richtig: An einem Feldweg fand er 13 tote Lämmer auf. Offenbar sind die toten Tiere illegal entsorgt worden.

veröffentlicht am 26.02.2016 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 17:18 Uhr

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Bolhöfer, der ehemalige Pächter der Domäne Möllenbeck, war gerade auf der Pirsch, als er auf dem Gelände der Domäne auf die toten Lämmer stieß. Arnd Bolhöfer, seines Zeichens Jäger, ist den Anblick von toten Tieren zwar gewohnt. Aber es ist etwas anderes, ob man ein Tier selbst fachgerecht und legal erlegt oder aus heiterem Himmel einen ganzen Haufen toter Tiere an einem Ort zu Gesicht bekommt, an dem sie eigentlich nichts zu suchen haben. „Das war weiß Gott nicht angenehm“, sagt Bolhöfer im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bolhöfer glaubt, dass die Tiere gleich nach ihrer Geburt getötet und wenig später bei der Domäne Möllenbeck illegal entsorgt werden sollten. „Die waren alle noch ganz jung“, sagt der Jäger. „So geht man nicht mit Tieren um.“ Normalerweise werden tote Tiere in der Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt.

Bolhöfer nimmt an, dass es sich bei den Lämmern nicht um Totgeburten handelt. „Das hätte dann schon eine sehr große Herde sein müssen, in der zwölf Totgeburten gleichzeitig vorkommen“, erklärt er. Deshalb schließt Bolhöfer nicht aus, dass die Tiere womöglich totgeschlagen worden sind. „Das ist schon eine große Sauerei“, befindet er.

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  • Ein furchtbarer Anblick bot sich gestern einem Jäger, als er die toten Lämmer an einem Feldweg der Domäne Möllenbeck vorfand. Foto: pr

Erst am vergangenen Wochenende waren in dem Mindener Ortsteil Häverstädt, oberhalb des Klinikums, zum wiederholten Male tote Ziegen aufgefunden worden. Die zwei Tierleichen wiesen keine äußeren Verletzungen auf. Vermutet wird eine illegale Entsorgung der toten Tiere. Die abgelegene Stelle kommt jemandem, der tote Tiere entsorgen will, entgegen, es gibt nahegelegene Anschlüsse an die Bundesstraßen 65 und 61.

Da die Tiere keine Ohrmarken trugen, wie eigentlich vorgeschrieben, ist es schwierig, den Halter der Ziegen zu ermitteln. Von den Ziegenhaltern in der unmittelbaren Umgebung hat keiner Tiere als verloren gemeldet. Die Todesursache der Tiere wurde bislang nicht untersucht.

In Minden war es der vierte Fall mit nunmehr insgesamt sechs Kadavern. Die ersten Kadaver waren im November gefunden worden. Damals hatte eine Anwohnerin noch einen Kleintransporter wegfahren sehen.

Wie in Häverstädt handelt es sich auch bei dem Feldweg der Domäne Möllenbeck um einen im Wesentlichen von den Pächtern genutzten Weg. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Bundesstraße 238. Wer auch immer die Tiere entsorgt hat, konnte die Stelle relativ unauffällig anfahren und wieder verlassen.

Anthony Lee, der Schwiegersohn von Arnd Bolhöfer und Mann der heutigen Domänen-Pächterin Anne Bolhöfer, sagt, dass der Feldweg in der jüngsten Vergangenheit auch zunehmend als illegale Müllabladestelle herhalten musste. „Wir wollen deshalb verstärkt die Autos, die hier unterwegs sind, in den Blick nehmen und uns gegebenenfalls die Kennzeichen notieren, wenn uns etwas merkwürdig vorkommt“, sagt Lee. Gegen Liebespaare, die sich da wohl auch gerne mal hin zurückziehen, habe er ja gar nichts. Aber das mit dem Müll habe zuletzt wirklich überhand genommen. Und wie jetzt dort tote Tiere abzuladen, sei natürlich erst recht nicht hinzunehmen.

Die Polizei Rinteln nahm die Stelle mit den toten Tieren gestern gemeinsam mit Kreisveterinär Dr. Ulf Güber in Augenschein. Eine Einschätzung vom Kreisveterinär zu diesem Vorfall war gestern bis Redaktionsschluss aber nicht mehr zu bekommen. Hauptkommissar Jens Peuckert teilte jedoch auf Anfrage mit, dass es sich bei den Lämmern offenbar teilweise um Totgeburten handelt. Andere hätten bereits gelebt und sind an Unterversorgung gestorben. Keines der Tiere trug Ohrmarken. Die Polizei nahm Anzeige wegen des Verstoßes gegen das „Tierische Nebenprodukte-Beseitigunsgesetz“ auf. Als verloren gemeldet wurden in Rinteln in den vergangenen Wochen keine Tiere.

Die weitere Bearbeitung des Falles liegt nun beim Veterinäramt.pk/MT



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