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Die Hessisch Oldendorferin will am Wochenende zur Grünen-Chefin gewählt werden

10 Fragen an Anja Piel

Die Grünen wählen am Wochenende ihre neue Doppelspitze. Auf einem Parteitag in Hannover treten zwei Frauen und ein Mann in Konkurrenz, um zwei Vorstandsposten zu besetzen. Um die beiden Plätze in der Doppelspitze der Grünen konkurrieren der schleswig-holsteinische Landesminister Robert Habeck, die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock und die niedersächsische Landtagsfraktionschefin Anja Piel aus dem Weserbergland. Wir haben mit der Fischbecker Politikerin gesprochen.

veröffentlicht am 25.01.2018 um 16:23 Uhr

Anja Piel aus Fischbeck möchte am Wochenende Grünen-Chefin werden. Foto: dpa
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Warum wollen Sie Bundesvorsitzende der Grünen werden?
Anja Piel: Mich reizt es, Verantwortung zu übernehmen. Ich möchte gestalten. Konkret möchte ich die Grünen breiter aufstellen. Wir sind bisher vor allem bei den Themen Umwelt- und Klimapolitik gut sichtbar. Unsere sozialpolitischen Konzepte sind viel zu gut, um sie unter den Scheffel zu stellen.

Was können Sie besser als die anderen beiden Kandidaten Annalena Baerbock und Robert Habeck?
Es geht nicht um besser oder schlechter. Annalena Baerbock und Robert Habeck sind gute Kandidaten. Für mich gilt, dass ich gemeinsam mit der Partei die wichtigen Themen zusammenführen möchte und einen sehr integrierenden Politikstil pflege.

Seien Sie mit uns etwas Fundi-Realo-nostalgisch: Für welche Art Politik stehen Sie?
Ich stehe für klare Positionen und eine klare Haltung, die aber pragmatisch ist in der Umsetzung. Ich will nicht recht haben, ich will wirklich etwas bewegen. Das hat mit Flügelfragen gar nichts zu tun.


Nennen Sie uns den alles entscheidenden Grund, warum die Delegierten am Samstag Sie wählen sollten…
Die Delegierten, die es überzeugt, dass ich mich mit aller Kraft für die Entwicklung eines breiteren grünen Profils einsetze, und die mein vermittelndes Auftreten anspricht, haben Grund, mich zu wählen.

Welches ist für Sie das wichtigste politische Grünen-Thema?
Ich bin Generalistin. Ich will die Themen zusammen denken. Bei der Energiewende etwa die sozialen Folgen nicht mitzudenken, ist fahrlässig. Oder nehmen wir das Thema Demokratie: Wir werden keine Akzeptanz für unsere klimapolitischen Maßnahmen bekommen, wenn die Menschen sich nicht ordentlich beteiligt fühlen.

Wie deutlich darf oder muss eine Grünen-Chefin oder ein Grünen-Chef in seiner politischen Aussage sein – darf das auch mal wehtun?
Klar darf es auch mal wehtun. Harte Wahrheiten muss man benennen. Als Bundesvorsitzende wäre ich aber Repräsentantin einer Partei, die Beschlüsse fasst. Diese Beschlüsse muss ich auch vertreten.

Blicken wir mal nach überübermorgen: Ist Jamaika in ihren Augen für immer gescheitert?
Nein. Wenn die bekannten Konstellationen nicht mehr gehen, müssen wir neue Optionen erschließen. Wenn der Wille da ist, wenn eine Idee für eine gemeinsame Geschichte da ist, dann würde ich auch mit Union und FDP verhandeln.

Könnten Sie sich als Grünen-Chefin also einen neuen Anlauf vorstellen?
Sollte die Große Koalition scheitern und die Bedingungen besser sein als beim letzten Mal, warum nicht. Ich bezweifle aber, dass es so kommen würde.

Welche Koalitionsmodelle sind mit einer Grünen-Chefin Piel grundsätzlich möglich?
Wir sprechen im Prinzip mit allen, außer mit der AfD. Und wir wären mit mir auch offen für eine Minderheitsregierung. Auf jeden Fall sollten wir uns nicht auf Dauer mit der Großen Koalition einrichten.

Welchen Rat haben Sie für die SPD: GroKo oder Neuwahlen oder eine Schwarz-Grüne Minderheitsregierung tolerieren?
Ich habe Respekt für die Entscheidung der SPD, sich auf Koalitionsverhandlungen mit der Union einzulassen. Aber wie gesagt, die Große Koalition ist kein guter Zustand, und ich wäre offen für eine Minderheitsregierung.

Interview: Thomas Thimm

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