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173 Tiere konnten Besucher auf der Gemeinschaftsschau des Kaninchenzuchtvereins F73 betrachten

Zwischen Rammlern und Schecken

LÜGDE. Sie sind schon niedlich anzuschauen, die Kaninchen, wie sie verträumt durch die Gitterstäbe ihrer Boxen schauen und hindurchgesteckte Finger neugierig beknabbern möchten. 173 Tiere konnten die Besucher auf der Gemeinschaftsschau des Kaninchenzuchtvereins F73 Bad Pyrmont/Lügde betrachten und mit ein wenig Glück und einem Finger streicheln.

veröffentlicht am 06.11.2017 um 18:00 Uhr

Die Sieger der Gemeinschaftsschau des Kaninchenzuchtvereins F73 Bad Pyrmont/Lügde präsentierten sich mit ihren Prachtexemplaren. Foto: yt
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Autor

Carlhermann Schmitt Reporter
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Das macht gerade den Reiz für die kleinen Besucher aus, die jedes der Tierchen in ihr Herz schließen könnten. Etwas nüchterner gehen da die Richter vor, die „niedlich“ nicht als Qualitätskriterium auf ihrem Block haben, sich aber dennoch von der Zuchtqualität begeistert zeigten. Maximal 60 Tiere darf ein Richter begutachten. „Mehr darf man seiner Konzentration nicht zumuten“, erklärt der Vereinsvorsitzende Matthias Trope den Hintergrund dieser Regel.

Und so waren drei Richter damit beschäftigt, die Tiere nach objektiven Richtlinien zu bewerten. Da wird jedes Detail unter die Lupe genommen, von der Körperform über Ohren, Kopf und Schwänzchen. Augen und Zähne, Fell und Zeichnung im Fell werden gesondert betrachtet. Die Rheinischen Schecken von Andreas Mirschel haben bei den Preisrichtern am Besten abgeschnitten und ihm die Vereinsmeisterschaft eingebracht, ganz knapp vor Dietmar Pinz und seinen Großchinchillas und Michael Pinz mit seinen Farbenzwergen. Dana-Sophie Trope zeigte den besten Rammler und Renate Kümmel die beste Häsin.

Bad Pyrmonts Bürgermeister Klaus Blome, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, freute sich nicht nur mit den Siegern, sondern mit allen Züchtern, die mit ihrem Länder übergreifenden Verein das grenzenlose Miteinander vorleben. „Sie haben es vorgemacht und die beiden Städte haben Ihr gutes Beispiel auf andere Veranstaltungen mit Erfolg ausgedehnt.“

Blome freute sich nicht nur über die Gastaussteller aus insgesamt fünf Vereinen in der Region, sondern auch über die fachkundigen Besucher, die zum Teil knapp 100 Kilometer Anfahrtsweg auf sich genommen haben, um die Schau im Lügder Freibad zu besuchen und womöglich das eine oder andere Kaninchen für die eigene Zucht abzuwerben. „Für Top-Tiere sind da Preise von 500 Euro keine Seltenheit“, weiß Matthias Trope.

Und so sieht der Bürgermeister die Kaninchenzucht als Aushängeschild für Bad Pyrmont und Lügde. Dennoch gibt es auch einen sorgenvollen Blick in die Zukunft. Denn die Züchter finden kaum mehr Nachwuchs für ihr Hobby. Brigitte Marx, die bei der Clubmeisterschaft der Gruppe Weserbergland den zweiten Platz hinter Ernst Westedt belegt hat, zeigt auf, dass die Kaninchenzucht durchaus aufwendig ist. „Die Tiere müssen gefüttert, die Ställe gereinigt werden. Und wenn Kaninchen einen Auslauf haben wie bei uns, muss dieser sogar besonders präpariert sein.“ Ein einfacher Zaun reicht nicht, da sich die Nager unter der Sperre hindurch graben würden. Da bedarf es auch einer Sicherung unter der Grasnarbe. „Die Tiere müssen geimpft sein.“

Dana-Sophie Trope erinnerte an das vergangene Jahr, als die Chinaseuche RHD trotz einfacher Impfung ganze Bestände ausgelöscht hatte. „Jetzt ist klar, dass alle Kaninchen zweifach geimpft werden müssen, um dem aggressiven Virus zu widerstehen.“ Zum Glück hat die Viruskrankheit hier nicht gewütet. „Aber dennoch müssen wir Züchter ständig wachsam sein.“

Und so wird deutlich, dass dieses Hobby viel Engagement verlangt. „Das schreckt viele Jugendliche ab, die ihr Leben frei und spontan gestalten möchten. Dem stehen regelmäßige Fütterungszeiten einfach zu sehr im Wege“, bedauert der Vereinsvorsitzende. Er freut sich allerdings mit seinen Vereinskollegen auf die Bundesschau Anfang Dezember in Leipzig, wo sie nicht nur Meisterschaften entgegenfiebern, sondern auch alte Freundschaften pflegen und neue Kontakte knüpfen werden.

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