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Martina Deppenmeier seit 31 Jahren Kindertagesstätten-Leiterin

„Wunderbarer Beruf“

FALKENHAGEN. „Die Arbeit macht mir Spaß, ich habe ein tolles Team, einen guten Arbeitgeber und engagierte Eltern.“ Seit 31 Jahren ist Martina Deppenmeier nun schon Leiterin der Kindertagesstätte in Falkenhagen und hat ganz offensichtlich von ihrer Begeisterung für ihren „wunderbaren Beruf“ nichts verloren. Auch in räumlicher Hinsicht bietet die Einrichtung in Trägerschaft der Stadt Lügde ihr und ihren Kolleginnen beste Voraussetzungen für eine erfüllende und erfüllte Tätigkeit. Doch sobald sie sich einer ganz bestimmten Aufgabe im Rahmen ihrer Leitungstätigkeit zuwendet, wird sie von Sorgen geplagt.

veröffentlicht am 28.09.2017 um 18:41 Uhr

Ebenso liebevolle wie fachlich qualifizerte Begleitung durch ihre ersten Lebensjahre finden Kinder in der Kindertagesstätte der Stadt Lügde in Falkenhagen. Unser Bild zeigt (v. li.) KiTa-Leiterin Martina Deppenmeier sowie die Erzieherinnen Erika Löwe
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Verantwortlich für diese Sorgen ist ein Gesetz, das im Jahr 2008 vom nordrhein-westfälischen Landtag verabschiedet worden ist. Es ist das Kinderbildungsgesetz, kurz „KiBiz“, genannt.

„Grundsätzlich steht das Gesetz für eine gut durchdachte, moderne Förderung der Kinder“, urteilt Martina Deppenmeier, fügt dann allerdings ein gewichtiges „Aber“ an: „In der Umsetzung klafft eine Riesenlücke zwischen Theorie und Praxis.“

Alle Jahre wieder, jeweils etwa sechs Monate vor Beginn eines neuen Kindergartenjahres reißt diese Lücke auf – und dann wird‘s für die Leiterin extrem schwierig. Dann nämlich entscheidet sich nicht nur, wie viele Mädchen und Jungen im Alter zwischen unter drei Jahren bis zur Einschulung künftig die Einrichtung besuchen werden, sondern auch, für welches Betreuungsmodell deren Eltern ihre Kleinen anmelden. Die Eltern haben nämlich laut KiBiz die Wahl zwischen 25, 35 und 45 Stunden Betreuung pro Woche.

Aus Kinderzahl und den Betreuungsstunden, die beide an das Jugendamt des Kreises Lippe übermittelt werden, ergibt sich dann ein Schlüssel, anhand dessen berechnet wird, wie viele Erzieherinnen dem Kindergarten fürs nächste Jahr zugestanden werden. „Das heißt: Wenn Kinder- und/oder Stundenzahlen steigen, müssen neue Kräfte eingestellt werden, wenn sie sinken, müssen sie entlassen werden.“ Neue Erzieherinnen einzustellen, sei schon schwierig genug, „zumal da nur ausgebildete Fachkräfte beschäftigt werden dürfen, und die findet man ja kaum“.

Bestens aus- und vielfach fachlich weitergebildete Kolleginnen, mit denen man sich längst ausgezeichnet verstehe und wunderbar zusammenarbeite, zu entlassen, „das allerdings tut schon richtig weh, zumal dann, wenn man bereits ahnt, dass man sie im kommenden Jahr möglicherweise dringend wieder braucht“, weiß Martina Deppenmeier nach nun fast zehn Jahren „KiBiz“ längst aus Erfahrung.

„Da muss das Kinderbildungsgesetz dringend nachgebessert werden“, lautet ihre Forderung, die sie übrigens auch dem CDU-Bundestagskandidaten Christian Haase bei dessen Haustürbesuch (wir berichteten) mitgegeben hatte.

Information

Kindergarten Falkenhagen

Der Kindergarten Falkenhagen, eine Kindertagesstätte in Trägerschaft der Stadt Lügde, ist eine sogenannte Dreigruppen-Einrichtung mit derzeit 50 Kindern. Ihnen werden sich im Laufe dieses Kindergartenjahres weitere neun Kinder hinzugesellen, kündigt Leiterin Martina Deppenmeier an. In einer der drei Gruppen finden Mädchen und Jungen unter drei Jahren, demnächst werden es insgesamt zwölf ein, die speziell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Betreuung.

Zusammen mit der Kindergartenleiterin sind weitere neun Erzieherinnen in der Einrichtung beschäftigt, vier von ihnen in Vollzeit, die übrigen sechs sind Teilzeitkräfte. Fast alle verfügen neben ihrer Fachausbildung zur Erzieherin über eine Zusatzqualifikation, zum Beispiel zur Heilpädagogin oder zur Fachkraft für die Betreuung der unter dreijährigen Kinder. Es gibt eine Fachkraft für Musik sowie eine für Psychomotorik. Eine Mitarbeiterin ist geprüfte Sport-Übungsleiterin, eine weitere Fachkraft für Integration bzw. Inklusion. Das heißt, dass sie darin geschult ist, den Förderbedarf benachteiligter Kinder zu erkennen und diesen eine möglichst umfassende Teilhabe am Gesamtprogramm der Einrichtung zu ermöglichen. Zudem sind alle Erzieherinnen sowohl in Brandschutz als auch in Erster Hilfe ausgebildet.

Über die von der Stadt Lügde als Träger geleistete Ausstattung hinaus, erhält der Falkenhagener Kindergarten weitere materielle Unterstützung, zum Beispiel von örtlichen Vereinen und der Kirchengemeinde sowie von diversen Sponsoren aus der Wirtschaft.br

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