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Polizei soll im Rathaus Auskunft geben / Auch Bürger können Fragen stellen

Wie steht es um die Sicherheit in Lügde?

LÜGDE. Die „Sicherheit in Lügde“ steht ganz oben auf der Tagesordnung, wenn sich Lügdes Politiker am 20.Juni um 19 Uhr im Ratssaal treffen – zur öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Ordnung, Umwelt und Forsten. Die SPD hatte zu dem Thema schon im April eine Stellungnahme von Bürgermeister Heinz Reker gewünscht. Anlass waren mehrere Sachbeschädigungen im Emmerauenpark.

veröffentlicht am 19.06.2017 um 14:04 Uhr
aktualisiert am 19.06.2017 um 15:00 Uhr

Im Bereich des Lügder Bahnhofs endete am Himmelfahrtstag eine Auseinandersetzung zwischen einer Ausflüglergruppe und mehreren jungen Männern in einem brutalen Angriff. Dabei wurde ein Mann schwer verletzt. Taten wie diese wirken sich auf das Sicherhe
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Unbekannte hatten dort Ende März eine Bank und einen Mülleimer lädiert. Zudem gab es einen Einbruch im Park-Kiosk „Ankerplatz“ und einen Einbruchversuch im TuS-Sportheim. Das Thema wurde aber seinerzeit zunächst hinter verschlossenen Türen besprochen, im nichtöffentlichen Teil der April-Ratssitzung.

Anfang Mai stellte dann die CDU einen Antrag zur „Sicherheit in der Kernstadt und den Ortsteilen“. Die Christdemokraten möchten, dass die Stadtverwaltung prüft, ob die Straßenbeleuchtung nachts eingeschaltet bleiben kann. Entweder zu bestimmten Anlässen wie Schützenfesten oder dem Osterräderlauf – oder auch in allen Wochenend-Nächten. Die Hoffnung: „Durch diese Maßnahme würde möglichen Tätern die Möglichkeit genommen, ihre Taten im Dunkeln und somit schwer erkennbar auszuüben.“ Dabei denkt Michael Mundhenk, der den Antrag geschrieben hat, sowohl an Gewalttaten als auch an Sachbeschädigungen und Einbrüche.

Die Anregung hat gute Chancen auf eine politische Mehrheit. Denn nach der Beschädigung mehrerer Autos in der Rosenstraße regte Jörg Eickmann (SPD) bereits im April-Rat eine bessere Ausleuchtung von Lügder Straßen an. Zu dieser Zeit hatte man im Rathaus das Thema ebenfalls schon im Blick. Laut Bürgermeister Heinz Reker prüfte das Bauamt da gerade veränderte Schaltzeiten und den Einsatz von LED-Lampen.

Dem CDU-Antrag zufolge soll die Stadt außerdem prüfen, ob Mitarbeiter des Ordnungsamtes Kindern und Jugendlichen bei lokalen Events stichprobenartig auf Alkoholkonsum kontrollieren, aber auch Schankbetriebe prüfen können.

Gefühlt hat das Thema Sicherheit aktuell zusätzliche Brisanz bekommen durch den Angriff vier junger Männer auf eine Gruppe von Vatertagsausflüglern nahe dem Lügder Bahnhof am frühen Abend des Himmelfahrtstages. Dabei war nach Mitteilung der Polizei Lippe vom 8. Juni ein Mann (35) aus Schieder-Schwalenberg bis zur Bewusstlosigkeit zusammengetreten worden (wir berichteten). Er erlitt eine Gehirnerschütterung sowie mehrere Brüche im Gesicht. Er musste operiert werden und verbrachte acht Tage im Krankenhaus. Ein später festgenommener Pyrmonter (22) sitzt in Untersuchungshaft. Der zweite mutmaßliche Haupttäter (18) bleibt auf freiem Fuß, allerdings unter Auflagen.

Welche Bedeutung die Ermittler der Tat mit Blick auf die Sicherheitslage in Lügde zumessen, werden die Besucher heute eventuell aus erster Hand erfahren, falls der konkrete Fall zur Sprache kommt. Zur Sitzung werden Blombergs Wachleiter Harald Reineking und Lügdes Bezirksbeamter Reinhold Hartmann erwartet. Sie sind gebeten worden, einen Überblick zur Sicherheit in der Stadt und den Ortsteilen zu geben.

Die letzten von der Kreispolizei aufbereiteten Daten stehen im Bericht „Kriminalität in Lippe“ 2016. Demnach bewegte sich die Anzahl der Straftaten noch immer auf relativ niedrigem Niveau. Die Anzahl der angezeigten Körperverletzungen legte gegenüber 2015 jedoch deutlich zu: Die Polizei verfolgte 43 Fälle (2015: 23 Fälle). Die Anzahl der angezeigten Sachbeschädigungen sank dagegen 2016 auf 38 Fälle (2015: 45 Fälle).

Doch die Sicherheit ist nicht das einzige Thema der Sitzung: Zur Sprache kommen soll außerdem ein Zuschussantrag: Der Förderverein Sabbenhausen hofft auf 500 Euro von der Stadt zum Umbau der ehemaligen Trafostation am Dorfeingang in einen Artenschutzturm.

Außerdem will Josef Huppertz vom Heimat- und Museumsverein seine Idee zur Umgestaltung des Lügder Ehrenmals vorstellen. Weil die Namen der im Ersten Weltkrieg umgekommenen Lügder Soldaten auf dem historischen Sandstein-Denkmal nicht mehr gut zu lesen sind, wünscht er die Anbringung weiterer Namens-Tafeln an der Mauer dahinter. Dafür müsste nach Huppertz‘ bereits 2015 erarbeitetem Plan ein vor der Mauer stehender alter Baum gefällt werden.

Zu Beginn der öffentlichen Sitzung haben Einwohner die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

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