weather-image
17°
Für die Südstadt: Lügde und andere Kommunen hoffen auf Fördergeld aus dem LEADER-Programm

Vor möglichem Geldsegen stehen Kosten

Lügde. Wer nicht genug eigenes Geld hat, um sich seine Wünsche zu erfüllen oder Nötiges anzuschaffen, der muss einen Sponsor auftun oder sich was pumpen. Das gilt für Städte ebenso wie für Privatleute. In den Kommunen heißt das Zauberwort „Fördergeld“. Die Zuschüsse aus Düsseldorf, Berlin oder Brüssel können fließen, wenn die Städte oder Gemeinden in einem schlüssig klingenden Konzept den Sinn der geplanten Ausgaben nachweisen.

veröffentlicht am 26.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:06 Uhr

Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Beim „Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept“ (ILEK) etwa schloss sich Lügde mit Blomberg, Schieder-Schwalenberg, Horn-Bad Meinberg und Schlangen zusammen. Das Ziel war es, Südlippe als „attraktiven Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum zu sichern und weiterzuentwickeln“. Für die Beratung wurden Stadtentwickler und Architekten bezahlt. Die öffentlich sichtbaren Erfolge der gemeinsamen „überörtlichen Zukunftsstrategie“ hielten sich jedoch in Grenzen. Erst kürzlich beschlossen Lügdes Politiker, dass die Stadt sich aus dem gemeinsamen Leerstandskataster verabschieden soll, wenn das Projekt im Sommer endgültig ausläuft (wir berichteten). Denn die Vermittlungserfolge via Datenbank waren schwer zu messen. Quer durch die Parteien war man einig, dass die Stadt ihr Leerstandsmanagement besser selbst in die Hand nehmen solle.

Doch nun lockt das nächste und künftig wohl einzige Förderprogramm für den ländlichen Raum: „Wenn künftig Geld in die Lügder Südstadt fließen soll, dann geht das nur noch über das Förderprogramm LEADER“, erklärte Bürgermeister Heinz Reker kürzlich den Politikern im Ausschuss für Bauen, Planung und Stadtentwicklung. LEADER kürzt das französische „Liaison entre actions de développement de l‘économie rurale“ ab und heißt auf Deutsch „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“. Zusammenschlüsse von Kommunen, die in dem Förderprogramm unterkommen, können für bestimmte Projekte mehr als die Hälfte der Kosten aus Brüssel bekommen. Beispiel Bad Pyrmont: Da in die Sanierung des Bismarckturms 114 000 Euro aus dem LEADER-Programm „Östliches Weserbergland“ flossen, hielt sich der städtische Anteil in den Grenzen von 60 700 Euro.

Damit Lügde sich zusammen mit den anderen bisherigen südlippischen ILEK-Gemeinden plus Augustdorf sowie eventuell noch Bad Lippspringe und Altenbeken als gemeinsame Förderregion bewerben kann und die Europäische Union bis zum Jahr 2020 bestenfalls 1,6 Millionen Euro auf die maximal acht Kommunen verteilt, müssen sie alle aber erst einmal Geld ausgeben: 5000 Euro muss jede beteiligte Kommune „für die Einschaltung eines qualifizierten Büros“ lockermachen, das bei der Bewerbung helfen soll. „Wenn wir uns bewerben, heißt das noch nicht, dass wir automatisch dabei sind“, dämpfte der Bürgermeister den Optimismus. Aber er fand auch: „Das ist eine Chance, die wir nutzen müssen.“ Fest stehe immerhin, dass die Zahl der bisher zwölf LEADER-Regionen in NRW bis 2020 verdoppelt werden soll.

Der Aussicht auf Geld aus Brüssel mochten sich die Lügder-Bau-Politiker denn auch nicht verschließen und stimmten unisono für die Bewerbung. Auf Jörg Eickmanns (SPD) Frage: „Was wollen wir mit dem Geld überhaupt machen?“ antwortete Heinz Reker: „Das ist ein völlig offener Prozess.“

So diffus das klang, so wenig wollten sich die Politiker die möglichen Zuschüsse entgegen lassen. Thomas Blum (CDU) etwa sah darin „eine Chance, zum Beispiel die Südstadt weiterzuentwickeln“. Wer sich nicht auf den Weg mache, der werde in der heutigen Zeit nicht bedient.

Auch Blums Fraktionskollege Thorsten Klinge sieht mit Blick auf die Dörfer Sinn in der Investition, „wenn wir in der Richtung Projekte auftun“.

Manfred Kuczera (FWG) fand ebenfalls: „Wir sollten es angehen. Mal gucken, was dabei herauskommt.“

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare