weather-image
15°
Lügdes Bau-Politiker im Teichweg

Straßenbau: Rebellische Anlieger wollen weiteres Treffen

RISCHENAU. Beim Thema Bürgerbeteiligung haben die Betroffenen durchaus gewisse Erwartungen. „Warum wurden die Anlieger vor vollendete Tatsachen gestellt? Warum haben Sie uns nicht einbezogen?“, will eine Frau wissen, als sich Lügdes Baupolitiker am Montag im Rischenauer Teichweg treffen.

veröffentlicht am 10.10.2017 um 21:35 Uhr

Der amtierende Bauausschussvorsitzende Michael Mundhenk (li., CDU) verliest beim Ortstermin im Rischenauer Teichweg einen Brief von Friedrich Brand (Mi.). Bauamtsleiter Gregor Günnewich (re.) hört zu. Foto: jl
Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Den Ortstermin hatten sie Anfang September vereinbart, als ihnen aus der kleinen Straße großer Widerstand entgegenschlug. Nun sehen sie sich hier fast allen Anwohnern gegenüber. Die meisten sind Rentner. Sie wenden sich gegen den Erstausbau ihrer Straße nach Jahrzehnten, wie ihn das städtische Bauamt plant. Denn städtische Straßen zählen zum Eigentum der Stadt. Ihr Zustand schlägt sich in der Vermögensbilanz Bilanz nieder. Gebaut werden muss laut Bauamtsleiter Gregor Günnewich eine mindestens 4,5 Meter breite Fahrbahn plus Schotterstreifen zum Ausweichen bei Begegnungsverkehr in der ruhigen Straße. Sein Maßstab ist eine Industrienorm. Und das wird teuer: Von 150 000 Euro ist bisher die Rede. Aber die Preise steigen.

Die Anlieger, zu denen auch der örtliche Schützenverein zählt, wollen aber nicht in dem Maße zur Kasse gebeten werden, wie man sich das im Lügder Rathaus vorstellt. Nach den geltenden Regeln müssen sie 90 Prozent der umlagefähigen Kosten tragen, 10 Prozent übernimmt die Stadt. Weil die Höhe der einzelnen Umlage auch nach den Grundstücksmaßen berechnet wird, fürchtet der 81 Jahre alte Friedrich Brand, 25 000 Euro zahlen zu müssen. Und Heinz Deppenmeier fragt: „Ich bin 85 Jahre alt. Wo soll ich denn das Geld für meinen Anteil hernehmen?“ Schützen-Chef Kay Schildmann sagt: „Wir haben vor zwei Jahren einen Kredit für unsere Toilettensanierung aufgenommen. Wenn wir jetzt noch 18 000 Euro für die Straße zahlen müssen, kann das unserem Verein das Genick brechen.“

Willi Eggert (69) indes versteht mit Blick auf eine nahe kleine Straße nicht, warum der Teichweg so viel breiter werden soll. „Die einzigen großen Wagen hier sind Müllabfuhr und Schneepflug.“ Er hofft, dass die Stadt „einen gewissen Handlungsspielraum“ ausschöpft, den sie habe.

Mit einem Appell verabschiedet Stefanie Baseler die Politiker aus dem Teichweg: „Setzten Sie sich bitte noch einmal mit allen an einen Tisch!“ Zurück im Ratssaal verweisen die Politiker das Thema zur weiteren Beratung in die Fraktionen. Jetzt müssen sie überlegen, wie eine Einigung mit den Anliegern aussehen kann, ohne einen Präzedenzfall zu schaffen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare