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SPD-Forum ringt um Antworten

Rente sichern – aber wie?

LÜGDE. Die Rente gehört wahrscheinlich zu den Themen, für die sich die meisten Leute erst interessieren, wenn‘s akut wird und sie wissen wollen: „Wieviel kriege ich?“ Diesen Anschein erweckte jedenfalls die geringe Resonanz auf die Einladung der Lügder SPD zu einem „Rentenforum“ ins Dorfgemeinschaftshaus von Rischenau.

veröffentlicht am 13.09.2017 um 20:42 Uhr
aktualisiert am 13.09.2017 um 21:30 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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RISCHENAU. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz wäre vor dem 24. September gern noch einmal gegen Angela Merkel in den Ring gegangen. Doch jetzt über Rente und andere beim ersten TV-Duell zu kurz gekommene Themen reden? Das will die Kanzlerin nicht.

Die Gründe liegen völlig anders. Aber auf das Thema Rente sind offensichtlich auch die meisten Lügder nicht besonders heiß. Mit seinem „Rentenforum“ lockte der SPD-Ortsverein der Osterräderstadt jedenfalls deutlich weniger Besucher als erhofft – und die meisten von ihnen Parteimitglieder – ins Rischenauer Dorfgemeinschaftshaus. „In der Kernstadt hätten wir volles Haus gehabt“, glaubte ein Teilnehmer.

Wahrscheinlich aber gehört die Rente zu den Themen, für die sich die meisten Leute erst interessieren, wenn‘s akut wird und sie wissen wollen: „Wieviel kriege ich?“ Vorher pflegt mancher eher eine diffuse Angst vor Altersarmut, die vor allem radikale Propagandisten schüren. Naheliegend also, wenn Lügdes SPD denennicht das Feld überlässt.

Als Hauptredner saß ein Parteifreund und VdK-Mann auf dem Podium, der sich auskennt: Der Detmolder Hans Zitzmann ist ehrenamtlicher Versichertenberater. Er sagt: „Die Rente ist sicher, aber das Niveau sinkt.“ Ursache seien Fehler aus den 1990er Jahren.

Die SPD will den Sinkflug des Rentenniveaus stoppen mit einer gesetzlichen Solidarrente, damit auch heute jungen Leute Chancen auf eine auskömmliche Rente haben.

Zitzmann wies darauf hin, dass die Arbeits- und Sozialministerin zum Beispiel die Erwerbsminderungsrenten bereits aufgestockt habe: „Dass die Nahles sowas gemacht hat, hat keiner bemerkt.“

Allerdings: Wenn die Menschen älter würden und länger Rente bezögen und es zugleich weniger Jobs und weniger Lehrstellen gebe, seien weniger Beiträge in die Rentenkasse die logische Folge. Gehe die Diskussion jedoch in Richtung „Rente mit 70“, dann sei das ein „Arbeiten mit der Sterbetafel“. Und, so Svend Newger von der IG Metall: Die Lebenserwartung ärmerer Menschen sinkt gerade wieder. 25 Prozent der Menschen gingen heute trotz Abschlägen schon früher in Rente, „weil die nicht mehr können“.

Newger findet aber auch: „Die Rente ist in den letzten Jahrzehnten schlechtgeredet worden“ – zugunsten der privaten Versicherungen.

Dass alle in die Rentenkasse einzahlen sollten, sehe die Gewerkschaft als Option. Einer im Zuge der Digitalisierung (Industrie 4.0) angedachten „Maschinensteuer“ räumt Zitzmann indes kaum Chancen ein: „Den DAX-Unternehmen geht es um die Wertschöpfung für ihre Aktionäre.“

Klare Antworten auf die Fragen von Moderator Wolfhard F. Truchsess hatten die Redner zwar nicht. Wohl aber warnten sie vor Fehlern. So sieht Hans Zitzmann in einem Absenken des Rentenniveaus „ein probates Mittel, um Angst zu erzeugen“. Und IGM-Sektretär Newger fordert, die Generationen nicht gegeneinander auszuspielen.

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