weather-image
Fertig: Lügdes Entwicklungskonzept

Ran an die Fördertöpfe, denn „so viel Geld gab es noch nie“

LÜGDE. Wenn das Leben in den Ortsteilen auch noch im Jahr 2030 lebenswert bleiben soll, müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Weil mögliche Projekte dazu Geld kosten, das die Stadt nicht hat, braucht sie ein „Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“. Dieses IKEK ist jetzt fertig. Jetzt gab’s einen Einblick.

veröffentlicht am 27.10.2017 um 21:59 Uhr

Projektreferentin Bianka von Roden von der Planungsgruppe Puche (Northeim) umreißt Lügdes IKEK-Konzept vor etwa 60 Zuhörerin in Rischenaus Dorfgemeinschaftshaus. Foto: jl
Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Vielleicht mit konzentrierten Gemeinschaftshäusern für alle Generationen, in denen zum Beispiel Kultur, soziales Leben, aber auch Arzt- oder Gemeindeschwester-Sprechstunden und Beratungen stattfinden könnten (hierfür haben die Planer Elbrinxen im Auge). Hilfreich klingt auch die Einrichtung digitaler Dorfmarktplätze, die die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe organisieren helfen. Ein stadtweites Leerstandsmanagement steht außerdem ebenso auf dem Zettel wie die Optimierung des Einzelhandelsangebots in der Südstadt (hier böte sich Rischenau an). Und auch Mobilität ist auf dem Land ein wichtiges Stichwort. Denn gerade, wenn nicht mehr jedes Dorf alles vorhält, müssen die Bewohner auch ohne eigenes Auto pendeln können. Für den Tourismus ließe sich etwas tun mit neuen Gastro- und Übernachtungsangeboten (zum Beispiel mit einem Picknick-Lieferservice zu Wanderpunkten, mit Erdhäusern, Heuhotels oder Pilgerherbergen).

Das sind nur ein paar von einem Dutzend Projektideen, die die „Planungsgruppe Puche“ (Northeim) in Lügdes Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) aufnehmen will.

Über die konkrete Umsetzung muss später der Lügder Rat entscheiden (im Planer-Sprech heißt das „politische Implementierung“). Im Groben stellten die von der Stadt angeheuerten Planer das Konzept am Donnerstagabend bei der IKEK-Abschlussveranstaltung in Rischenaus Dorfgemeinschaftshaus aber schon einmal vor. Zwei Zukunftskonferenzen (wir berichteten) sowie sechs Treffen einer 13-köpfigen Steuerungsgruppe waren dem Termin vorausgegangen. Laut Planerin Bianka von Roden, die die Präsentation übernahm, waren in die Vorbereitung insgesamt 200 Einheimische involviert.

Das Lügder IKEK, das bis Monatsende bei der Bezirksregierung in Detmold eingereicht sein muss, gilt als Grundvoraussetzung für eine Chance auf Zuschüsse vom Land, dem Bund oder der Europäischen Union, wenn Ideen daraus umgesetzt werden. So wollen es die Statuten.

Nur unter dem Dach des Konzepts haben öffentliche Dorfprojekte eine Chance auf knapp zwei Drittel Fördergeld zur Finanzierung der Nettokosten (die restlichen 35 Prozent plus Steuern müsste die Stadt zahlen). Darunter könnten etwa der Umbau eines Gemeinschaftshauses oder die Gestaltung eines Dorfplatzes fallen. Private Projekte – etwa der Umbau einer ungenutzten Scheune zu Wohnzwecken – könnten mit immerhin noch 35 Prozent gefördert werden.

Von den bisherigen Planungsergebnissen zeigt sich vor allem Lügdes Bürgermeister Heinz Reker beeindruckt – zumal sie ihm „nicht unbedingt gesteuert“ erschienen, wie er am Donnerstag sagte. Seine Hoffnung auf Zuschüsse für sinnvolle Projektideen teilt auch Stadtplaner Dirk Puche: „So viel Geld wie jetzt gab es noch nie. Das müssen wir ausnutzen“, befand er.

Auch seine Branche dürfte durch die Fördervorgaben weiterhin eine Zukunft haben. Denn im Konzept wird die Einschaltung geeigneter Planungsbüros an mehreren Stellen empfohlen.

Dass die Ideen derzeit noch recht wolkig klingen, erklärte er so: „Das Planungswerk darf nicht zu konkret sein, um sich den Griff in die Fördertöpfe nicht zu verbauen.“

Recht gute Chancen auf eine schnelle Realisierung könnte ein Digitalprojekt haben: Eine an eine private Autovermietung gekoppelte „App to drive“ stellte Reker noch für dieses Jahr in Aussicht. Und auch die Einstellung eines „Kümmerers“, der die Projekte koordinieren soll, könnte bald anstehen – vorausgesetzt, Lügdes Politiker sind einverstanden und es findet sich jemand Geeignetes für den Job.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare