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Michael Groschek verbreitet Freude

NRW-Bauminister hat Millionen-Zusage für Lügde dabei

LÜGDE. Solche Wahlkampf-Besuche machen allen Beteiligten Freude: Den Politprofis, wenn sie mit guten Nachrichten kommen. Und: der Rathaus-Belegschaft. Denn an der Visite von Nordrhein-Westfalens Bauminister Michael Groschek (SPD) rund drei Wochen vor der Landtagswahl hing am Donnerstag ein Geldsegen.

veröffentlicht am 20.04.2017 um 22:37 Uhr

NRW-Bauminister Jürgen Groschek (re.) und Bürgermeister Heinz Reker brechen bester Laune zum kurzen Stadtrundgang auf. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Der Zuschuss ermöglicht ein lange geschobenes Lügder Großprojekt: die Sanierung der Johannes-Gigas-Schule.

Der Gast aus Düsseldorf und Lügdes Bürgermeister Heinz Reker (parteilos) strahlten dann auch mit der Sonne um die Wette zu. Denn Groschek gab es Reker nochmal schriftlich: Zur Schulsanierung schießt das Land den Lügdern 4,7 Millionen Euro zu. „Das ist exakt die Summe, die wir beantragt hatten“, freute sich Lügdes Verwaltungschef.

Nach jetzigem Planungsstand handelt es sich bei dem Zuschuss um 70 Prozent der förderfähigen Umbaukosten für die Gigas-Schule, die „uns seit geraumer Zeit im Magen liegt“, so Reker. Und er wurde auch ein wenig persönlich: Die Zusage aus Düsseldorf sei der Rückenwind, der dafür sorge, „dass ich weiter Spaß habe, in diesem Rathaus zu arbeiten“. Nach baldigem Ruhestand klang das nicht.

Schade nur, dass der Minister die Zahlen nur versehentlich drehte, als er anfangs von 7,4 Millionen sprach. Was Rekers Dankbarkeit nicht schmälerte – zumal er scherzhaft anerkannte: „Nicht D-Mark, sondern Euro.“ Als Groschek vor dem Stadtrundgang im Ratssaal dann auch noch verhieß: „In den nächsten fünf Jahren komme ich alljährlich mit einem Bewilligungsbescheid wieder“, dürfte zwar auch das nicht ganz ernst gemeint gewesen sein. Wohl aber schien dabei seine Hoffnung durch, dass er auch nach dem 14. Mai Bauminister bleiben kann. Darauf arbeitet Groschek ebenso hin wie der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn. Denn auch er hofft erneut auf genügend Stimmen für einen Platz im Parlament in Düsseldorf. Nicht zuletzt deshalb hatte sich der Wahlkämpfer aus Blomberg die prominente Unterstützung aus der Landeshauptstadt geholt.

Eigentlich müssten gestern Nachmittag nicht nur den Rathaus-Mitarbeitern die Ohren geklingelt haben, sondern allen Lügdern. Denn Groschek richtete nicht nur ein dickes Lob an die Verwaltung für deren Arbeit. Er schmeichelte auch den Bürgern der Osterräderstadt ganz kräftig. „Man sieht, dass die Bewohner sich bemühen und mit dem Ort identifizieren“, befand er während des Abstechers zum Emmerauenpark und zum „Café Tender“ im Bahnhof. Dabei sprach er auch eine entscheidende Herausforderung an, vor die der Einwohnerschwund Orte wie Lügde stellt: Es gehe darum, junge Leute nicht nur zu bilden, sondern auch zu binden. Denn: „Die Menschen suchen einen Ort, wo sie sich geborgen und sozial sicher fühlen.“ In Sachen Lebensqualität lasse sich in OWL durchaus „etwas Großstadt mit kleinstädtischen Strukturen verbinden“. Den Stadtkern nannte Groschek ein „echtes Schmuckstück“ und attestierte ihm Strahlkraft sowie „ein großes Potenzial, wenn man es richtig anpackt“.

Vor der Stadtverwaltung könne man nur den Hut ziehen., lobte er zudem. Denn den Lügder Anträgen lägen stets saubere Kostenschätzungen zugrunde. Jürgen Berghahn bestätigte das: Bereits, einen Tag, nachdem die Landesregierung das letzte Förderpaket „Gute Schule“ bekanntgemacht habe, habe er einen Anruf aus Lügde erhalten mit der Meldung: „Wir haben da zufällig einen passenden Antrag fertig.“ Was laut Groschek übrigens keineswegs selbstverständlich ist: „Wir müssen selbst manchen größeren Städten die Anträge schreiben.“ Denn in den Kommunen seien die Leute teils gar nicht mehr in der Lage, längerfristig zu planen. Deshalb stand für ihn – allerdings erneut im Scherz – fest: „Wenn wir jemals noch einen Flughafen bauen, dann hier.“

Nach Kaffee und Kuchen rollte der Minister eine gute Viertelstunde später als geplant nahezu lautlos im Hybrid-BMW davon. Fahrtziel: Brilon im Sauerland. Dort erwarteten ihn eine Fahrt im Bürgerbus und eine Diskussionsrunde.

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