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7000 Euro Preisgeld für Projekt

Neue Heimat für Tiere in Sabbenhausens altem Trafoturm

SABBENHAUSEN. Auf der Internetseite trafoturm.eu mit den schönsten Trafohäuschen Europas ist der schmale, hohe Turm am westlichen Dorfeingang des Lügder Ortsteils Sabbenhausen nicht zu finden. Denn der ausrangierte Zweckbau mit dem beigenfarbenen Putz wirkt wenig spektakulär. Doch das soll sich ändern.

veröffentlicht am 23.10.2017 um 19:26 Uhr

Für ein richtiges Wahrzeichen ist Sabbenhausens ausrangierter Trafoturm einfach nicht schön genug. Doch das soll sich ändern: Der Förderverein will ihn zum Artenschutzturm umgestalten. Foto: Klaus Meier/pr
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Der örtliche Förderverein will den seit der unterirdischen Stromleitungsverlegung überflüssigen Turm zu einem Artenschutzturm umbauen. „Unser Hauptziel dabei ist der Naturschutz“, erklärt Fördervereinschef Klaus Meier. „So wollen wir dazu beitragen, Vogelarten zu erhalten und allen Interessierten einen Anziehungspunkt bieten.“

Die Schlüsselübergabe durch den Stromversorgers Westfalen Weser Netz (früher E.on) hat bereits stattgefunden. Aber bevor die schützenswerten Tiere einziehen können, haben Sabbenhausens Ehrenamtliche aber noch Einiges zu tun: Sie möchten das Dach, den Anstrich und die Tür des Turms erneuern. Vor allem aber wollen sie innen und außen Nisthilfen und Einflugschneisen für Vögel und Fledermäuse anbringen. Eine Wildblumenwiese auf dem Grünstreifen am Turm sowie eine Infotafel über die erhofften tierischen Turm-Nutzer sollen folgen.

Wie die Sabbenhausener auf die Artenschutz-Idee kamen? „Der Turm sollte abgerissen werden“, erzählt Klaus Meier. „Als wir das erfuhren, wiesen die Älteren darauf hin, dass er dort doch schon seit Jahrzehnten steht. Er ist ja das Erste, was man von Sabbenhausen sieht.“ Einfach so stehenlassen wollte den Bau aber auch keiner. Also habe man überlegt, was sich daraus machen ließe.

Freuen sich über die Leuchtturm-Prämie für das Artenschutzturm-Projekt: Klaus Meier (Mi.) und Heinz Reker, hier mit WWE-Geschäftsführer Dr. Stephan Nahrath. Foto: Christian Weische/WWE
  • Freuen sich über die Leuchtturm-Prämie für das Artenschutzturm-Projekt: Klaus Meier (Mi.) und Heinz Reker, hier mit WWE-Geschäftsführer Dr. Stephan Nahrath. Foto: Christian Weische/WWE

Und das Konzept kommt an. Jetzt wurde es sogar prämiert: 7000 Euro konnte Meier bei der Verleihung der „Westfalen Weser Energie“(WWE)-Aktion „Ideen werden Wirklichkeit – 100 Förderpakete für Vereine in der Region“ entgegennehmen. Auch Lügdes Bürgermeister Heinz Reker reiste dazu nach Herford. Und einige der aktiven Rentner aus dem Dorf nahm Sabbenhausens Fördervereinschef auch mit.

Als er die Einladung zur Preisverleihung erhielt, habe er maximal 2000 Euro Förderung erhofft, sagt Meier. „Wir fuhren da hin, ohne zu wissen, wie viel es gibt. Und nun sind wir sogar eins von elf Leuchtturmprojekten unter 109 Anwärtern. Mit so einem Super-Preisgeld hatte ich nicht gerechnet.“ Bereits im Sommer hatte die Stadt dem Turm-Umbau 500 Euro zuerkannt.

Erfreulich für die Artenschützer vom Förderverein: Mit der Anschaffung der Nisthilfen müssen sie durch den Geldsegen des seit kommunalen Energiedienstleiters nun nicht allzu sehr knausern. Bei den Vorbereitungen lassen sie sich vom Naturschutzbund NABU beraten. Denn Fachleute wissen: Nicht alle Tiere fühlen sich zusammen wohl in und an demselben Turm. Wer zum Beispiel ein Heim für Schleiereulen schafft, muss auf Fledermäuse verzichten. Die meiden die Nähe der Nachtjäger, denn sie stehen auf deren Speiseplan.

Klaus Meier denkt derweil schon über den Turm-Umbau hinaus. „Gegenüber liegt eine landwirtschaftliche Fläche. Auf der ließe sich eine tolle Streuobstwiese anlegen.“

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