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Schüler der Grundschule brachten Romanfigur auf die Bühne

Momo – das Mädchen mit dem pechschwarzen Lockenkopf

LÜGDE. Wer kennt es nicht, das kleine Mädchen Momo, das Autor Michael Ende Anfang der 1970er Jahre in seinem gleichnamigen Roman plötzlich in einem Amphitheater auftauchen ließ. Eine gute Zuhörerin und Trösterin, die den Menschen ihre von den Zeitdieben gestohlene Zeit zurückbrachte. Ein Mädchen mit pechschwarzem Lockenkopf, knöchellangem Flickenrock, abgetragener Männerjacke, dunklem Teint und beeindruckend großen, braunen Augen, so stellen sich auch die Zuschauer in der Aula der Lügder Johannes-Gigas-Schule Momo vor.

veröffentlicht am 04.04.2017 um 16:26 Uhr

Mit ihrem Theaterstück „Momo 2.0“ schenkten die Lügder Grundschüler den Menschen 90 Minuten schöne Zeit. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Aber hat das Publikum diesbezüglich vielleicht gar nicht Michael Endes Romanfigur vor Augen, sondern Radost Bokel, die 1986 in der Literaturverfilmung die Hauptrolle übernahm? Und was für eine Inszenierung erwartet die Lügder, wenn das Stück plötzlich den Titel „Momo 2.0“ trägt?

Aufatmen im Publikum, als der Vorhang zur Seite gezogen wird und den Blick auf die Bühne freigibt: Das Amphitheater hat den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft. Und dort sitzt sie nun, auf einer mit einem Jutesack verkleideten Kiste: Momo – genau wie man sie sich vorstellt. Das Mädchen sieht nicht nur Radost Bokel zum Verwechseln ähnlich, sie ist darüber hinaus auch noch mit einem schauspielerischen Talent gesegnet, das seines Gleichen sucht – schade, dass Michael Ende das nicht mehr erleben kann. Um es vorweg zu nehmen: Die Aufführung der Theater-Gruppe der Lügder Grundschule in der Aula der Johannes-Gigas-Schule begeistert das Publikum vom Anfang bis zum Ende.

Autorin und Spielleiterin Anja Hasse ist es hervorragend gelungen, alle Kinder in ihr selbst geschriebenes Theaterstück einzubeziehen und als Gigi, Beppo, Meister Hora, Kassiopeia, die grauen Herren, Herr Fusi oder Nino und all die anderen Darsteller in für sie optimale Charaktere schlüpfen zu lassen. Doch wer steckte eigentlich unter der schwarzen Lockenperücke und entlockte dem Publikum mit seiner unbekümmerten Art der Momo-Darstellung wahre Beifallsstürme?

Zülal ist neun Jahre alt und besucht die 3. Klasse der Lügder Grundschule. Ihr ist der ganze Rummel um ihre Person sichtbar unangenehm. So im Mittelpunkt zu stehen, ist die Grundschülerin gar nicht gewohnt und dennoch findet sie das alles auch unheimlich toll und aufregend, wie sie sagt. „Eigentlich kann ich gut auswendig lernen, aber bei den Proben hat das gar nicht geklappt, obwohl ich seit drei Monaten übe“, räumt die Grundschülerin offen ein.

Aber wie das nun mal so in der Schauspielerei üblich ist: Ist die Probe ein Flop, wird die Premiere anschließend topp! Topp war aber nicht nur die Schauspielerriege auf der Bühne, sondern auch der Chor der 5. Klassen der Johannes-Gigas-Schule, Lea, Luca und Nick am Klavier sowie die beiden „Bühnenarbeiter“ Selvar und Bebars.

Wer die Premiere in Lügde verpasst hat, hat heute um 17 Uhr in der Elbrinxener Marktscheune noch einmal die Möglichkeit, eine wunderbare Zeit mit Momo zu verbringen. Dann wird die Viertklässlerin Jolin (9) in die Rolle der Momo schlüpfen.

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