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Fahrbahn wird asphaltiert

Lügdes Siemensstraße ab Donnerstag drei Tage dicht

LÜGDE. Eine gefühlte Ewigkeit haben die Anlieger des hinteren Teils der Lügder Siemensstraße darauf gewartet, dass die Fahrbahn vor ihren Grundstücken in einen akzeptablen Zustand versetzt wird. Jetzt ist es soweit: Ab Donnerstag wird asphaltiert. Bis Samstag ist die Straße dicht.

veröffentlicht am 11.09.2017 um 21:23 Uhr

Der Bürgersteig, die Parkbuchten und einige Beet-Flächen an der Siemensstraße sind schon gepflastert. Ab Donnerstag soll auf etwa 400 Metern Länge endlich auch die Fahrbahn asphaltiert werden. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Jahrzehntelang war die letzte vor den Emmerwiesen gelegene Straße immer nur notdürftig geflickt worden. Ihre Oberfläche wies mit der Zeit immer tiefere Pfützen und Schlaglöcher auf. Lästig war das nicht zuletzt für die Besucher des anliegenden Fitnessstudios. Mancher Kunde musste sein Auto manches Mal im Matsch parken, wenn er zum Training wollte. Was wiederum andere Anlieger nervte, die sich über die „Wildparker“ aufregten.

Ein halbes Jahr später als noch Ende 2016 geplant stehen die Arbeiten an Lügdes derzeit größter Straßenbaumaßnahme nun vor dem Endspurt: Ab Donnerstag wird asphaltiert. „Planmäßig wird die Siemensstraße in dem betroffenen Bereich am 14., 15. und 16. September für den Verkehr gesperrt“, hieß es dazu am Montag in einer Presseinfo aus dem Lügder Rathaus.

Das bedeutet: Eigentümer, Nutzer, Besucher und Kunden werden die Grundstücke von Donnerstag bis einschließlich Samstag ausschließlich zu Fuß erreichen können. In diesem Zusammenhang hat die Stadtverwaltung darum gebeten, „die Fahrzeuge möglichst weit in den umliegenden Straßen zu parken“ und um Verständnis für die Unannehmlichkeiten gebeten.

Die momentane Optik erweckt zwar den Eindruck, als sei die alte Fahrbahn weitenteils tragfähig und bekäme einfach nur eine neue Asphaltdecke obendrauf – bis auf die bereits frisch asphaltieren Ränder an beiden Seiten der insgesamt 6,50 Meter breiten Fahrbahn. Unter denen sind nun ein Regenwasserkanal sowie offenbar Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt. Denn das Gewerbegebiet soll bekanntlich mit Zuschüssen von Bund und Land schnelleres Internet bekommen.

Ganz billig wird der Endausbau der Siemensstraße übrigens nicht: Den Planungen zufolge wurden die Kosten im städtischen Bauamt auf insgesamt rund 450 000 Euro geschätzt. Den Löwenanteil davon – nämlich voraussichtlich 320 000 Euro – will sich die Stadt bei den Anliegern wiederholen. Knapp 20 Bewohner, Unternehmen und Ackerbesitzer müssen somit rund 70 Prozent der Baukosten tragen. „Die endgültige erstmalige Herstellung der Erschließungsanlage löst eine Beitragspflicht nach den Bestimmungen des Baugesetzbuches (Erschließungsbeiträge) aus“, hatte es dazu bereits 2015 aus dem städtischen Bauamt geheißen (wir berichteten). Die Konzeption hatte die Hamelner Niederlassung des Planungsunternehmens Sweco GmbH (europaweit 14 500 Mitarbeiter) im Auftrag der Stadt besorgt.

Als Maßstab für die jeweiligen Anliegerbeiträge gelten die Grundstücksgrößen sowie die Anzahl der Etagen. Allerdings legt die Stadt hier die laut Bebauungsplan mögliche Geschossfläche zugrunde. Pech für jene, die dort nur einen Flachbau stehen haben.

Grundsätzlich sind die Anlieger durchaus einverstanden mit dem Endausbau. Als sie im Juli 2016 über den Plan informiert wurden, favorisierten sie laut Stadtverwaltung für die Parkbuchten allerdings Asphalt statt Pflaster – sowohl mit Blick auf die Tragfähigkeit des Untergrunds als auch auf die Kosten. Lügdes Baupolitiker stimmten auf Empfehlung der Stadt jedoch fürs Pflastern; allerdings mit der Option, einen Teil der Parkflächen zu asphaltieren. Als Argumente fürs Pflaster nannte das Bauamt die „Straßenraumgestaltung“ im Gewerbegebiet sowie ein einfacheres Verlegen von Ver- und Entsorgungsleitungen. Außerdem sei das Asphaltieren nur 3000 Euro günstiger, hieß es vom Planer.

Wer die Baustelle jetzt betrachtet, erkennt vor dem rot gepflasterten Bürgersteig und zwischen den Parkbuchten an der Südseite mehrere Flächen, die wohl als Beete gemeint sind und somit auch unter die „Straßenraumgestaltung“ fallen. Ob die Stadt die von Wildkräutern überwucherten Flächen irgendwann gestalten lassen will, war am Montag nicht in Erfahrung zu bringen. Der mit dem Thema befasste Mitarbeiter war nicht am Platz und daher nicht erreichbar.

„Wenn die im Rathaus glauben, dass wir hier auch noch die Beete pflegen, irren sie sich“, sagt ein Anlieger, dem schon sein absehbar fünfstelliger Anteil an den Baukosten ziemlich stinkt. „Dazu hat hier doch keiner Zeit.“

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