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Trinkwasser-, Abwasser- und Abfallkosten im Jahr 2018 durchschnittlich 116 Euro günstiger als im Landkreis

Leben in Lügde wird billiger

LÜGDE. Es wird billiger, in Lügde zu leben. Denn die Gebühren sinken. Trinkwasser, Abwasser und auch Abfall wird günstiger, sodass ein durchschnittlicher Haushalt, wie ihn der Bund der Steuerzahler anhand von statistischem Datenmaterial berechnet hat, knapp 100 Euro gegenüber dem laufenden Jahr sparen wird.

veröffentlicht am 17.10.2017 um 18:32 Uhr

Sowohl beim Trinkwasser als auch beim Abwasser gibt es einen Überschuss bei den Einnahmen. Foto: Lukas Schulze/dpa / Ralf Hirschberger/dpa
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Carlhermann Schmitt Reporter
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Da die Gebühren von der Stadt nicht willkürlich festgelegt werden können, sondern sich an den tatsächlich anfallenden Kosten orientieren müssen, folgten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses den Vorschlägen des Stadtkämmerers Hans-Jürgen Wigge, der ein solides Zahlenwerk für seine Berechnungen vorlegte. Im kommenden Jahr wird der Musterhaushalt für Trinkwasser 452,00, für Abwasser 686,90 und für Abfall 193,62 Euro zahlen müssen. Und damit in der Summe 116 Euro günstiger liegen als im Kreisdurchschnitt.

„Erfreulich daran ist nicht nur, dass wir den Bürgern eine Preissenkung anbieten können“, fasste Dr. Christian Tennie (CDU) zusammen: „Der Preis wird auch über die nächsten Jahre ziemlich stabil sein.“ Wigge schlug nämlich vor, die Gebührensatzung zukunftssicher zu gestalten: „Unser Ziel sollte sein, mit einer strategischen Gebühr nicht einfach auf Kosten zu reagieren, sondern die Zeiten sprudelnder Einnahmen dazu nutzen, das Ver- und Entsorgungsnetz zukunftssicher auszubauen.“

Der Grund für die beschlossene Preissenkung liegt in der Einwohnerentwicklung. Während 2013 Lügde noch um über 200 Einwohner schrumpfte und im Jahr darauf um immer noch 74, hat die Zahl der Einwohner 2015 sogar um 102 Einwohner zugelegt, woraufhin die Stadt deutlich mehr Wasser verkaufen konnte. Während 2014 nur noch 384 000 Kubikmeter Trinkwasser durch die Zähler flossen, waren es im vergangenen Jahr bereits wieder 399 000 Kubikmeter. „Das hat uns einen Überschuss von 61 636 Euro eingebracht“, erklärte Wigge. Knapp die Hälfte des Geldes wurde dazu verwandt, die Verluste aus den Vorjahren auszugleichen. „Gut 34 000 Euro können wir aber im kommenden Jahr dem Bürger zurückgeben.“ Beim Abwasser sehen die Zahlen noch besser aus, von den 111 000 Euro Überschuss aus dem vergangenen Jahr können nach Abzug des Verlustausgleichs 92 000 Euro dem Bürger gutgeschrieben werden. Bei der Abfallentsorgung hat sich kaum was verändert: Für den Vier-Personen-Musterhaushalt wird es um einen Euro günstiger.

Bei der Abfallentsorgung haben sich die Kosten kaum verändert. Foto: jl/Archiv
  • Bei der Abfallentsorgung haben sich die Kosten kaum verändert. Foto: jl/Archiv
Foto: Lukas Schulze/dpa / Ralf Hirschberger/dpa
  • Foto: Lukas Schulze/dpa / Ralf Hirschberger/dpa

Lügdes Einwohnerzahl schrumpft zwar weiter, aber deutlich verhaltener als bis 2014. Im letzten Jahr verlor die Stadt 50 Einwohner. „Und bis September dieses Jahres nur 19. Sodass wir unter diesen Rahmenbedingungen auch in nächster Zeit davon ausgehen dürfen, viel Wasser zu verkaufen“, rechnete Wigge vor. Und so beschloss der Ausschuss für das Trinkwasser die Beibehaltung der Grundgebühr von 7 Euro pro Monat und die Senkung der Verbrauchsgebühr von 1,94 Euro pro Kubikmeter auf 1,84 (nur auf diesen Posten sind noch 7 Prozent Mehrwertsteuer aufzuschlagen). Die Schmutzwasser-Verbrauchsgebühr sinkt von 3,20 auf 2,85 Euro. Dafür steigt aber die Niederschlagswassergebühr von 43 auf 53 Cent pro versiegeltem Quadratmeter. „Damit ist der vielzitierte kleine Mann der Gewinner und der Markt mit riesigem Parkplatz der Verlierer.“ Der Grund hierfür liegt in der Zuordnung der anfallenden Kosten. Wurden bislang 67 Prozent der für das Abwasser anfallenden Kosten dem Schmutzwasser zugerechnet, sind es jetzt nur noch 61 Prozent. „Das liegt auch maßgeblich mit daran, dass Abschreibungen auslaufen und deshalb keine kalkulatorische Kosten mehr generieren“, erklärte der Kämmerer. Die 60-Liter Tonne wird um gut 3 Euro billiger und kostet nur noch 42,72 Euro, dafür steigt der Preis der grünen von 31,20 auf 33,38 Euro. Da aber auch der Grundpreis um 60 Cent auf 40,20 Euro sinkt, kann sich der Bürger insgesamt über eine Verbilligung freuen.

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