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Politik und Sportvereine tauschen sich über Förderung aus / Kritik an Bürokratieaufwand

Gelder müssen besser verteilt werden

KREIS LIPPE. Zum ersten Mal trafen sich Mitte September die Landtagsabgeordneten des Kreises Lippe, Vertreter des Landessportbund NRW und des Kreissportbund Lippe, um einige der zentralen Themen für die Zukunft des Sports zu besprechen. Die Landtagsabgeordneten Martina Hannen (FDP), Ellen Stock, Jürgen Berghahn, Dennis Maelzer (SPD), der LSB-Vorstand Martin Wonik und der Vorsitzende der Sportjugend NRW Jens Wortmann sowie Wilfried Starke, Holger Vetter, Gerhard Brüning und Rudolf Köller (KSB) erörterten unter anderem die Förderung der Vereinsangebote im Ganztag, die Aufgabenverteilung in der Leistungssportförderung, die Situation von Sportstätten in Lippe und die notwendige Entbürokratisierung in der Sportförderung.

veröffentlicht am 05.10.2017 um 18:03 Uhr
aktualisiert am 05.10.2017 um 19:10 Uhr

Vertreter des Landes- und Kreissportbundes tauschten sich mit Landtagsabgeordneten über die Zukunft des Sports aus. Foto: Lorien Göner
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Einig war man sich in der Frage des Fachkräftemangels im Nachmittagsangebot. „Besonders in Lippe haben wir einen Mangel an Fachkräften im offenen Ganztag. Dagegen wollen wir gemeinsam mit den Trägern vorgehen. Erste zukunftsweisende Gespräche haben dazu bereits stattgefunden“, erläuterte Holger Vetter, Vizepräsident des KSB Lippe.

Des Weiteren wurde die Notwendigkeit einer verstärkten individuellen Förderung der sportlichen Talente angesprochen: „Wenn wir national und international erfolgreiche Sportler hervorbringen wollen, benötigen wir qualifizierte Trainer und eine Bündelung der Kräfte in Lippe. Vor allem die vielen Talente aus kleineren Vereinen und Dörfern sollen von einer verstärkten individuellen Förderung profitieren“, stellt KSB Präsident Wilfried Starke fest.

Am Beispiel vieler Schwimmbäder, die es ohne Ehrenamt nicht mehr geben würde, wurde die Forderung nach mehr Geldern für die Behebung des Sanierungsstaus bei den Sportstätten deutlich. Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer darin, dass Sportvereine, Stadt- und Gemeindesportverbände gemeinsam mit Politik und Verwaltung vor Ort eine zentrale Aufgabe zu erfüllen hätten – kommunale Sanierungsprioritätenlisten erstellen. Hierdurch bekäme man einen Überblick über den Sanierungsbedarf im Kreis Lippe und hätte damit eine Grundlage für die Entwicklung weiterer kreativer Lösungsschritte.

Manche Verfahren durchlaufen 23 Schritte. Ein Unding.

Martin Wonik, Landessportbund NRW

Ein weiteres wichtiges Thema war die Entbürokratisierung der Arbeit in Vereinen und Verbänden. Mehr Transparenz und eine Vereinfachung der Verwaltungsschritte, gerade für kleine Vereine, würden benötigt. „Manche Verfahren durchlaufen 23 Schritte. Ein Unding. Das ist auf Dauer mit ehrenamtlichen Ressourcen nicht zu stemmen“, so Martin Wonik vom Landessportbund NRW.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Landessportbundes NRW soll der neue Pakt für den Sport von der Landesregierung unterzeichnet werden. Martina Hannen stellte fest: „Die Themen des Sports, die in unserem Koalitionsvertrag an erster Stelle stehen, sind dieselben Themen, wie sie im Pakt für den Sport der Jahre 2018 bis 2022 formuliert sind. So kann man gemeinsam in Zukunft daran arbeiten.“

Auch die SPD-Abgeordneten teilen die im Pakt für den Sport formulierten Ziele. Kein Wunder. Schließlich hatten sie den aktuell gültigen Pakt der Jahre 2014 bis 2017 mit dem LSB entwickelt und vereinbart.

Zum Schluss war man sich einig, dass der Sportdialog fortgesetzt werden soll.red

Information

Was ist der Pakt für den Sport?

Erstmals wurde der „Pakt für den Sport“ zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Landessportbund Nordrhein-Westfalen am 12. Februar 2011 geschlossen.

Zwei Jahre später, am 17. Juli 2013, haben das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch die Ministerpräsidentin und die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, und der Landessportbund NRW, vertreten durch seinen Präsidenten und den Vorstandsvorsitzenden, in Düsseldorf einen weiteren „Pakt“ unterzeichnet.

In diesem sind für die Legislaturperiode bis 2017 eine Reihe von konkreten Schwerpunkten und Aufgaben zur Entwicklung und Förderung des gemeinnützigen organisierten Sports vereinbart worden.

Der aktuelle „Pakt für den Sport“ enthält eine Förderzusage der Landesregierung. Sie sichert dem Landessportbund NRW von 2014 bis 2017 jährlich 34,3 Millionen Euro für seine Arbeit im und für den Sport.

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