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Ärztetag nahm mit zahlreichen Experten Diskussion über das Arztbild der Zukunft auf

Flächendeckende Versorgung noch möglich?

PADERBORN. Mit dem Thema „Arztbild im Wandel – Persönliche Herausforderung zwischen Ideal und Versorgungsrealität“ nahm der Ärztetag des Erzbistums Paderborn in diesem Jahr die Frage nach der Zukunft des Arztberufs und die damit einhergehenden Veränderungen auf. Über 100 interessierte Zuhörer kamen am Samstag dazu ins Heinz Nixdorf Museumsforum in Paderborn und diskutierten mit anerkannten Referenten auf hohem Niveau über die gravierenden Veränderungen im Gesundheitswesen unter ethischen und medizinischen Gesichtspunkten.

veröffentlicht am 06.11.2017 um 18:01 Uhr

Die Akteure des diesjährigen Ärztetages setzten sich mit dem Thema „Arztbild im Wandel – Persönliche Herausforderung zwischen Ideal und Versorgungsrealität“ auseinander. Foto: pdp/Lena Reiher

„Sparzwänge im Gesundheitswesen, fehlende Zeitressourcen, Allokationsprobleme und ein erhöhter Verwaltungsaufwand stehen der demographischen Entwicklung gegenüber, die die Behandlung älterer Patienten und chronischer Krankheiten unausweichlich zunehmen lassen wird“, stellte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Eröffnungsansprache des Ärztetages die Herausforderungen des Gesundheitssektors dar. „Die Problematik verschärft sich dort, wo zum Beispiel ländliche Regionen zusätzlich einen Mangel an Ärzten beklagen und Patienten aller Altersgruppen betroffen sind. Die problematische Entwicklung wird seit Jahren unter dem Stichwort ‚Stadt-Land-Gefälle‘ thematisiert. Daher sollte der Wunsch vieler Patienten nach einer wohnortnahen und bedarfsgerechten ambulanten Versorgung nicht ungehört bleiben“, mahnte der Paderborner Oberhirte.

Eine Möglichkeit der Zukunft zu begegnen sei beispielsweise der Einsatz von „bisher ungewohnten und neuen Versorgungsmodellen“ im Bereich elektronischer Medien.

Deren Anwendung müsse aber immer dem Vertrauensverhältnis zum Arzt untergeordnet sein. Denn „Medizin bleibt immer auch ein Beziehungsgeschehen, in dem die ärztliche Identität wurzelt“, stellte Erzbischof Becker heraus.

Pater Prof. Dr. Franziskus Knoll OP von der Philosophisch-theologischen Hochschule Vallendar griff in seinem Vortrag „Der Arzt: Im Spagat zwischen Vor-Gabe und Auf-Gabe“ den anspruchsvollen Balanceakte des Berufsethos auf: „Aus der Vertrauensbasis zwischen Arzt und Patient erschließt sich ein enormes Heilungspotential. Daher gilt es die Beziehungsgestaltung zwischen Arzt, Patient und Angehörigen intensiv zu pflegen.“

„Angekommen. Aber auch am Ziel? Allgemeinmedizin zwischen Fach, Funktion und Zukunftsvisionen“ war der Titel des Beitrags von Prof. Dr. Frank Mader aus Nittendorf. Der Facharzt für Allgemeinmedizin praktiziert seit mehreren Jahrzehnten in einer Gemeinschaftspraxis für hausärztliche Versorgung und klagt ebenso die knappe Zeit für die Behandlung seiner Patienten an. In der anschließenden Diskussionsrunde traten die Referenten mit den zahlreichen Teilnehmern des Ärztetages in einen intensiven Austausch.red

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