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Vorbereitungen in der heißen Phase

Feuchter Vorgeschmack auf Lügdes feuriges Spektakel

LÜGDE. Alles klar an der Emmer: Beim Wässern der Osterräder geht es am Montag Schlag auf Schlag. Im Minutentakt landen die sechs Eichenräder am Nachmittag zum Wässern in der Emmer. Bis Samstag können sie sich jetzt mit Flusswasser vollsaugen, um den Flammen beim Osterräderlauf am Sonntag zu widerstehen .

veröffentlicht am 10.04.2017 um 20:11 Uhr

Osterrad Nummer vier rollt mit einem ordentlichen Platsch in der Emmer. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Mit der vereinten Muskelkraft mehrerer starker Männer vom Trecker gewuchtet, in die Senkrechte gestellt, angekettet und mit einem ordentlichen Schubs in Richtung Fluss gelenkt: Das Wässern der sechs Eichenräder in der Emmer am Montag vor dem Osterräderlauf ist jedes Jahr dieselbe Prozedur – und ein gewichtiges Stück Brauchtum. Denn: Gäben Lügdes Dechen den hölzernen Hauptdarstellern des feurigen Traditionsspektakels vorher nicht fünf Tage Zeit, um sich mit Wasser vollzusaugen, dann würden die Räder den Lauf garantiert nicht unbeschadet überstehen. So aber werden die Flammen am Sonntag nur an den zwischen die Speichen gestopften Haselruten und vor allem im Stroh darin züngeln. Für die naturgewaltige Illusion der brennend zu Tal rollenden Räder reicht das allemal.

Das Fernsehen blieb dem Startschuss zur heißen Phase der Osterräderlauf-Vorbereitungen am Montag zwar fern. Doch am Emmerufer sammelten sich zu der Traditionsaktion an die 100 Schlaulustige aller Altersgruppen. Vor allem viele Eltern mit kleinen Kindern gönnten ihrem Nachwuchs einen Blick auf das obligatorische Ritual. Derweil erinnerten sich manche Älteren an Zeiten, als sie, selbst noch Kind, mutig auf den Rädern im Fluss balancierten. „Ich hab drauf gestanden“, erzählt eine Frau. „Und ich lag drunter“, ergänzt eine andere.

Solche Mutproben sind heute indes nicht mehr üblich. Jedenfalls sah es nicht so aus, als hätten irgendwelche Kinder Lust auf den Balanceakt oder gar ein Bad in der kalten Emmer. Als nach einer guten halben Stunde alle sechs Räder auf der Wasseroberfläche lagen, zerstreuten sich die Zuschauer schnell. Besondere Vorkommnisse blieben aus. Aber spannend war er doch, der kleine Vorgeschmack auf den großen Lauf.

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