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Welche Ausgaben die Stadt sich vorerst spart

Einsparen durch Verschieben: 200 000 Euro weniger Defizit

LÜGDE. Die Emmerstadt steht um 200 000 Euro besser da, als der Rat zu Beginn des Haushaltsjahres kalkuliert hatte. Das ist die gute Nachricht, die Kämmerer Hans-Jürgen Wigge den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend mitteilen konnte. Allerdings hatte er auch eine schlechte Nachricht: Trotz der Verbesserungen wird das Haushaltsjahr 2017 immer noch ein Defizit von gut einer Million Euro aufweisen.

veröffentlicht am 30.09.2017 um 19:14 Uhr

Für mehrere Bau- und Unterhaltungsprojekte steht die Ampel erst einmal auf Rot. Durch das Verschieben reduziert die Stadt ihr Defizit. Symbolfoto: dpa

Autor:

Carlhermann Schmitt und Juliane Lehmann
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Aber auch hier konnte Wigge im Ausschuss auf einen Lichtschweif am Horizont hinweisen. Aufgrund der guten Wirtschaftslage stellt er für das nächste Jahr ein lediglich sechsstelliges Defizit in Aussicht.

Dass Lügde nach aktuellen Schätzungen zum Jahresende 200 000 Euro weniger ausgegeben haben wird als zunächst veranschlagt, hat viele Gründe. Einer davon ist das Verschieben: Die Stadt gibt in diesem Jahr weniger Geld für Bau-Investitionen aus und spart auch bei der Unterhaltung. Anfang September hatte Bauamtsleiter Gregor Günnewich die Maßnahmen aufgelistet, nur vorerst warten müssen: Dazu gehören zum Beispiel die Umstellung auf LED-Lampen in der Lügder Grundschule (80 000 Euro) und in Rischenau, die Toilettensanierung in Sabbenhausens Feuerwehrhaus (10 000 Euro) und die Reparatur des Zauns am Heimatmuseum (1500 Euro). Ebenfalls steht die Ampel auf Rot bei der Ausbesserung des Bauhof-Daches (15 000 Euro). Da die Gigas-Schule nun grundlegender saniert wird, fallen die bisher gesondert eingeplanten 8000 Euro für einen neuen Physikraum-Boden, 24 000 zum Austausch der restlichen alten Aula-Fenster und 19 000 Euro für deren Verdunklung ebenfalls weg. Stattdessen setzt man im Rathaus 200 000 Euro für die Sanierungsplanung an.

Auf Gelb stand Günnewichs Ampel Anfang des Monats zudem für die auf 8000 Euro Kosten geschätzte Dachsanierung der Wörderfeld Friedhofskapelle – und zwar auch weil „wir noch nicht wissen, wo es genau tropft“, so der Bauamtschef. Und die Putzsanierung am Dorfgemeinschaftshaus Wörderfeld (6000 Euro) sowie die Balkonverkleidung Freibad Elbrinxen (4000 Euro) sind ebenfalls noch unerledigt. Der Fußboden auf dem Friedhof Lügde (7000 Euro) steht auch noch nicht an.

Der Breitbandausbau und das Marienhöfe-Projekt sind zwei weitere Fronten, an denen sich aktuell nichts tut. Das heißt: Hier hat die Stadt weder Einnahmen noch Ausgaben.

Was den Kämmerer freut: „Gregor Günnewich konnte noch einen Fördertopf für die Renovierung des Rathauses um 10000 Euro anzapfen.“ Für noch ausstehende Restarbeiten am Verwaltungsbau, deren Kosten der Bauamtsleiter vor knapp vier Wochen auf 40 000 Euro schätzte, hatte er die Ampel ebenfalls auf Gelb gesetzt.

Das neu angeschaffte Tanklöschfahrzeug muss erst 2018 bezahlt werden, was allerdings nur in diesem Jahr eine Ersparnis von 400 000 Euro bedeutet.

Dass Baumaßnahmen wie die Erweiterung des Brunnens am Köterberg oder der Bau des Elbrinxer Feuerwehrgerätehauses verschoben werden, lässt zudem auch den Kreditbedarf um über eine Million Euro sinken.

Zudem freut sich der Stadtkämmerer, dass sich die mutigen Schätzungen bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer erfüllt haben. „Da mussten wir nicht nach unten korrigieren.“ Und wenn die Gewerbesteuer im November und Dezember – den erfahrungsgemäß stärksten Monaten – noch richtig sprudelt, könnte sich der Haushalt vielleicht noch ein bisschen mehr verbessern.

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