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Dorfchef kritisiert Alleingang

Ein Mast, hart an der Landesgrenze

HUMMERSEN. Mit dem Köterberg als Quasi-Hausberg hat Hummersen schon den höchsten Punkt Ostwestfalen-Lippes vor der Haustür. Nun ist – gut im Wald versteckt – auch noch der östlichste Punkt von Lügde, Lippe und Ostwestfalen Lippe dazugekommen.

veröffentlicht am 03.09.2017 um 18:33 Uhr

Links der nicht unumstrittene Grenzmast, rechts das Hinweisschild auf niedersächsischer Seite. Foto: ar
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Im Hinblick auf den Deutschen Wandertag, der 2018 in Lippe stattfinden soll, hatte Heinz-Friedrich Müller diese lokale Besonderheit ausgemacht und die potenzielle Anlaufstelle mit weiteren Hummersern deutlich gekennzeichnet. Nun steht mitten im Wald am Grenzbach zum Liasgraben ein etwa acht Meter hoher Mast. An seiner Spitze trägt er ein Schild, das auf die geografische Besonderheit hinweist.

Der Standort ist so genau vermessen, dass das Schild einen roten Punkt trägt, der die exakte Position anzeigt. „Im Niedernkamp“ heißt der Weg dorthin. Er beginnt mit einem normal holprigen Waldweg. Doch von dort muss man sich auf einem Trampelpfad noch seitwärts ins Gebüsch schlagen und diesem Pfad noch 80 Meter folgen. Ist das Gelände zunächst noch hügelig und von Bäumen, gerodeten Stubben und Pilzen durchwachsen, stößt man schließlich auf eine kleine Schlucht, in der ein Grenzbach fließt und wo die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen verläuft.

Eigentümerin Wilhelmine Mühlenhof hatte die Genehmigung zur Aufstellung des Mastes gegeben, und am Samstagmorgen sollte der Grenzpunkt offiziell eingeweiht werden. So machte sich am Vormittag ein Trupp Hummerser zunächst auf den Weg zum Köterberg, um dem höchsten Punkt ihre Referenz zu erweisen. Dann zog die Gruppe nach einer Grillpause und einem kräftigen Gewitterschauer bergab zum östlichsten Punkt.

Die Mast-Einweiher mit Heinz-Friedrich Müller (rechts). In der Mitte Ortsbürgermeister Friedhelm Reker. Foto: ar
  • Die Mast-Einweiher mit Heinz-Friedrich Müller (rechts). In der Mitte Ortsbürgermeister Friedhelm Reker. Foto: ar

Heinz-Friedrich Müller erläuterte die Intentionen, die zur Aufstellung des Mastes geführt hatten. Ortsbürgermeister Friedhelm Reker übte in diesem Zusammenhang allerdings auch Kritik: „Schade, dass diese Aktion eigenmächtig vonstatten ging“, sagt er und bedauerte insbesondere die Nichteinbindung des Heimat- und Verkehrsvereins. Dessen Mitglieder reisten am Samstag übrigens nach Lemgo. Bei der dortigen Jahreshauptversammlung des Lippischen Heimatbundes wurde ihnen ein Preis für die Aufstellung der Dorfglocke überreicht. Dass die Mast-Aktion schon im Vorfeld zu Unstimmigkeiten geführt hatte, manifestiere sich laut Reker in der Weigerung des Heimat- und Verkehrsvereins, finanzielle Mittel beizusteuern.

Das sah Heinz-Friedrich Müller zwar anders. Doch verwies Reker auch darauf, dass er erst vor wenigen Tagen eher zufällig von dem Projekt erfahren habe. Seine Anregung, den Mast mit passendem Hinweis lieber an einer nahen, öffentlich besser zugänglichen Wegkreuzung aufzustellen, wurde vor Ort nicht näher diskutiert. Letztlich aber schien die Stimmung unter den Teilnehmern doch etwas getrübt.

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