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Schützenverein St. Kilian Lügde über Resonanz zum Oktoberfest eher enttäuscht

Ein Festival der Dirndl und Krachledernen

LÜGDE. „Des passt scho“ – dieser bayerische Ausdruck, normalerweise irgendwo zwischen Zufriedenheit und Begeisterung angesiedelt, war im eigens errichteten Festzelt der Schützenbruderschaft St. Kilian am Schützenplatz in Lügde am Samstagabend des Öfteren zu hören. Gemeint war damit die urige Stimmung, die in dem Zelt herrschte, auch wenn der Besuch, den diese Veranstaltung gefunden hatte, schon um einiges hinter den Erwartungen des Veranstalters zurückblieb.

veröffentlicht am 25.09.2017 um 13:28 Uhr

In stilechten Outfits feierten die Lügder, allen voran Bürgermeister Heinz Reker, im eigens errichteten Festzelt ein zünftiges und stimmungsvolles Oktoberfest. Foto afk

Autor:

Joachim Krause
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„Nach dem großen Erfolg von 2015 hatten wir mit mehr Besuchern gerechnet“, gab Brudermeister Dietrich Günnewich unumwunden zu. Und irgendwo zwischen Abhaken und Mutmachen fügte er noch jenes geflügelte „Passt scho“ hinzu. In zwei Jahren, so kündigte er aber auch bereits an, werde die Schützenbruderschaft St. Kilian dennoch wieder ein Oktoberfest veranstalten. Es war nun zwar nicht der erhoffte große Ansturm, aber viele derjenigen Gäste, die zum Feiern gekommen waren, fanden es passend, sich bajuwarisch-folkloristisch zu kleiden. Männer in der „Krachledernen“ (Lederhose) – nun, das gehört zu einem solchen Abend auch in Lügde inzwischen schon dazu. Da kann man/n wenig falsch machen. Bei der Hemdmode ist man da weniger stilecht: statt im traditionellen weißen Leinenhemd mit Hirschhornknöpfen schlüpften die meisten Lügder lieber ins Kleinkarierte in Rotweiß oder Blauweiß. „Holzfäller“, wie man sie in Bayern dann eher belächelt. Die Damen, vor allem die jüngeren, erschienen häufig ganz im Sinne bayerischer Trachtenvereine mit geflochtenem Haar und in mehr oder weniger hochgeschlossenen Dirndln, von denen offensichtlich schon einige in Lügder Kleiderschränken hängen dürften. Aber wann trägt frau diese, wenn nicht zu einer solchen Gelegenheit? Offen bleibt allerdings die Frage, ob sich allein durch die Verkleidung schon ein Lebensgefühl eines ganzen Landstrichs südlich des Weißwurstäquators verlustfrei transferieren lässt. Nun, das mag dahingestellt bleiben – Hauptsache, man hatte in der Gemeinschaft seinen oder ihren Spaß.

Und den hatten sie alle, die an den Biertischen Platz nahmen. Auf denen standen dann schon bald die mit speziellem „König-Ludwig-Festbier“ gefüllten Gläser, von denen so manches Glas auch an diesem Abend mit offensichtlichem Genuss geleert wurde. Mit zunehmender Stunde wagten sich dann auch immer mehr auf die Tanzfläche, denn die Band „Deluxe- the radioband“ aus Nordrhein-Westfalen zog alle Register, um die Lügder mit einem Gassenhauer nach dem anderen zur Bewegung zu animieren. Bayerische Speisen und Getränke gab es reichlich; bis auf die Besucherzahl stimmte fast alles – oder wie der Bayer in solchen Fällen kommentiert: „Des passt scho.“

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