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Zuwachs für Lügdes Sekundarschule

Die 60 geknackt – und sehr entspannt

LÜGDE. In einer von der Landflucht aufgeblähten Großstadt wäre das keine Nachricht. Für Lügde ist es aber durchaus bemerkenswert: Die Schülerzahl an der Johannes-Gigas-Schule wächst – nicht zuletzt aufgrund von zugezogenen Familien.

veröffentlicht am 29.08.2017 um 22:17 Uhr

Ein letzter Check am Tag vor Schulbeginn: Ist der Raum zu eng für 26 Sechstklässler? „Das kriegen wir schon hin“, sagt Johannes-Gigas-Schulleiter Uwe Tillmanns. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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„Das kriegen wir schon hin“, sagt Uwe Tillmanns, als er nach der Konferenz am letzten Sommerferientag die Räume der drei 6. Klassen in Augenschein nimmt. Einer misst an die 100 Quadratmeter, die anderen beiden sind um Einiges kleiner. Die Klassenlehrer hatten Bedenken geäußert, es könne zu eng werden. „Aber das passt“, findet der Leiter der Sekundarschule, als er sich zusammen Hausmeister Martin Blome vor Ort umsieht.

Klar, ein bisschen weniger Platz werden die Kinder haben. Das liegt auch an den neuen Möbeln, die die Stadt seit Gründung der Sekundarschule für jeden neuen 5. Jahrgang kauft. Die Tischplatten sind nun eben ein Stück größer als früher. Dass das Gewicht der Tische „nicht hausmeisterfreundlich“ ist, wie Martin Blome anmerkt, steht auf einem anderen Blatt. Aber er weiß schon jetzt: Die Möbel, etwa vor der gründlichen Bodenreinigung, aufeinanderzustapeln, wird kein Vergnügen. Das ist allein nicht zu schaffen. Dafür haben die Stuhllehnen immerhin Aussparungen zum Hineingreifen.

Und was ist aus der Angst um den Bestand der Schule angesichts sinkender Kinderzahlen geworden? „Kein Problem“, winkt Uwe Tillmanns ab. Die ehedem magische Zahl 60, die formell noch als Fortbestands-sichernde Mindestzahl der einzuschulenden Fünftklässler an der Lügder Sekundarschule gilt, wird auch in diesem Sommer wieder getoppt: 63 Mädchen und Jungen werden am Donnerstag auf dem Ramberg eingeschult. „Dabei hat mit nur 42 Viertklässlern ein zahlenmäßig schwacher Jahrgang die Lügder Grundschule verlassen. In Rischenau waren es 26.“ Da erfahrungsgemäß etwa die Hälfte der Eltern ihren Nachwuchs erst einmal zum Gymnasium schicken, hätte es eng werden können. Aber die Gigas-Schule hat auch in diesem Sommer wieder relativ viel Zulauf aus dem Nachbarland. „Aus dem Pyrmonter Ortsteil Hagen kommen gleich sechs Kinder auf einen Schlag“, sagt Tillmanns. Mit den Bergdörfern, Holzhausen und der Nachbar-Kernstadt ist die Zahl der niedersächsischen Kinder auf rund ein Dutzend angewachsen.

Mit der Erfahrung von 2016 blickt der Schulleiter mittlerweile ohnehin ziemlich gelassen auf die Zahlen: Da hatte er zunächst nur 57 Kinder auf die drei 5. Klassen zu verteilen. 19 pro Klasse. „In diesem Jahrgang haben wir inzwischen 79 Kinder“, sagt Tillmanns. Deshalb auch die etwas engen Klassenräume. Abgesehen davon hätten CDU und FDP, die inzwischen die neue NRW- Landesregierung stellen, im Koalitionsvertrag auch zweizügige Sekundarschulen im ländlichen Raum für möglich erklärt. In ein Gesetz gemeißelt ist das aber noch nicht.

Aktuell freut sich Tillmanns übrigens über eine Entwicklung, die dem Gespenst des demografischen Wandels immerhin einen Teil seines Schreckens nehmen könnte: „Heute können wir 17 Mädchen und Jungen begrüßen, deren Familien in Lügde zugezogen sind.“ Sie kämen unter anderem aus Emmerthal, aber auch aus Bielefeld, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Das Gros der Zugänge entfällt wieder einmal auf den 7. Jahrgang. Hier wechseln nach Ende der „Erprobungsphase“ mehrere Kinder aus umliegenden Gymnasien zur Lügder Sekundarschule.

Spannend bleibt auch das Thema Inklusion: Wurden Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf auf dem Ramberg bisher stets auf alle Klassen eines Jahrgangs verteilt, so gibt es nun erstmals eine 5. Inklusionsklasse mit 16 Kindern. „Dort können wir 16 Stunden pro Woche zu zweit unterrichten“, nennt Tillmanns mit Blick auf die zwei Vollzeit-Förderpädagogen an der Schule einen möglichen Vorteil der Umstellung. „Damit wollen wir erproben, ob die Konzentration für die Kinder eine gute Alternative ist“.

Über das heute für die Jahrgänge 6 bis 10 und morgen für die Fünftklässler beginnende Schuljahr sagt Tillmanns: „Ich freue mich auf den Neustart. Das wird eine bunte Mischung von Kindern.“

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