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Bauamtsleiter Jens Bossen: Komplettsanierung der Schule auf dem Ramberg kostet eher 13 Millionen Euro

„Das ist für Lügde nicht finanzierbar“

LÜGDE. Knapp 11 Millionen Euro würde eine komplette Sanierung der Lügder Schule auf dem Ramberg kosten. Das hat das Rechenmodell der Assmann-Gruppe bereits 2014 ergeben. Die in die Rechnung eingeflossenen 20 Prozent Nebenkosten hält Bauamtsleiter Jens Bossen allerdings für deutlich zu sportlich kalkuliert. Und da die Interimskosten wie Unterbringung der Schüler in Containern gar nicht berücksichtigt wurden, erachtet er aktuell einen Kostenrahmen von 13 bis 13,5 Millionen Euro für realistischer. „Und das ist für Lügde nicht finanzierbar.“ Deshalb sei es geboten, möglichst viele Fördertöpfe anzuzapfen.

veröffentlicht am 04.04.2017 um 16:24 Uhr

Foto: pixabay
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Carlhermann Schmitt Reporter
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Nun war die Firma „Öko-Zentrum NRW“ damit beauftragt, ein energetisches Sanierungskonzept für die Schule zu erarbeiten. Für rund 6,6 Millionen Euro könnte nach deren Einschätzung das Schulzentrum so saniert werden, dass das „KfW-Effizienzhaus-Niveau 100“ erreicht wird, was unabdingbar sei, um die Förderung von der Kreditanstalt für Wiederaufbau zu erhalten, erklärte die Architektin Kathrin Riekenbrauck den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planen und Bauen. „Wir haben die Fenster und die Außenwände als die Energieverschwender schlechthin ausgemacht. Hinter den Stahlbetonplatten fanden wir: nichts.“ Sprich: der Schulhofhof wurde mitgeheizt. Und um zu einer vernünftigen Dämmung hierbei zu kommen, sind schon über 5 Millionen Euro notwendig. „Das alleine bringt aber schon eine Ersparnis von knapp 42 000 Euro im Jahr an Energiekosten“, teilte die Architektin ihre Berechnungen mit und ergänzte: „Wenn dann auch noch das Dach mitsaniert wird, was bei Arbeiten in diesem Zusammenhang eine knappe Million kostet, sind weitere Einsparungen von knapp 15 000 Euro zu erwarten.“

Richtig effektiv wird es dann aber, wenn eine neue Heizung eingebaut wird: „Unser Vorschlag sind zwei Holzpelletkessel.“ Die seien mit 820 000 Euro zwar etwas teurer als die 755 000 Euro teuren Brennwertkessel. „Deren Energieersparnis liegt aber mit 69 000 Euro um 7000 Euro niedriger im Jahr als die der Pelletanlage.“ Und nur mit dieser Anlage werde auch die förderwürdige Energieeffizienz des Gebäudekomplexes erreicht.

Egal, was man macht, man kann nur gewinnen bei der Schule. Allerdings wird es richtig lohnenswert, wenn mit gut 6,5 Millionen Euro Außenfassade, Fenster und Dach saniert sowie die Heizung auf Pellets umgestellt werden. „Dann vermindert die Stadt ihre Heizkosten von derzeit jährlich über 100 000 auf dann 11 000 Euro.“ Alleine die Holzpellets haben einen Anteil von 303 Tonnen bei der gesamten Einsparung von 314 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß pro Jahr.

Kathrin Riekenbrauck hatte auch noch ein paar Überlegungen zur Kür: Untersuchung zur Photovoltaik-Nutzung, Erneuerung der Elektrotechnik mit Einbau von Präsenzmeldern oder Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung – für weitere Feinheiten gebe es durchaus noch Spielraum nach oben.

„Entscheidend ist aber, die Klasse der KfW-Energieeffizienz 100 zu erreichen. Und das können wir mit diesen Maßnahmen sogar im laufenden Betrieb durch abschnittsweise Sanierung.“

Wir haben die Fenster und die Außenwände als die Energieverschwender schlechthin ausgemacht.

Kathrin Riekenbrauck, Architektin
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