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Tom Freitags „Claptonmania“ begeistert im Café Liuhidi vor vollem Haus

Da glühen die Saiten

LÜGDE. Die Sitzplätze wurden im „Liuhidi“ rar, denn Tom Freitag & Claptonmania aus Hameln war zu Gast im Szene-Café. Der Frontmann Tom Freitag und seine Band, die er von der Zusammensetzung her den jeweiligen Locations anpasst, hat in der Osterräderstadt einen großen Fankreis.

veröffentlicht am 24.04.2017 um 15:34 Uhr

Unterstützt von der bluesigen Stimme von Petra Stief präsentierten Tom Freitag (r.) und Jürgen Geppert die Songs von Eric Clapton im Café Liuhidi. Foto: afk

Autor:

JOACHIM KRAUSE
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Der weiß, dass der Musiker „mit fränkischem Migrationshintergrund“ (wie er selbst scherzt) nicht nach 90 Minuten die Gitarre in die Ecke stellt. So waren es jetzt auch wieder mehr als drei Stunden, in denen Freitag mit Jürgen Geppert (guitar) und Sascha Kurz (Percussion) sowie Petra Stief (voc) einen beeindruckenden Auftritt hinlegte.

Mit dem Duo „Liz &Tayler“ (Jürgen Geppert und Petra Stief) aus Bottrop gab es als „Appetizer“ eine Vorgruppe. Die beiden Westfalen hatten bereits im Herbst an gleicher Stelle beeindruckt. Auch diesmal zeigte Stief mit ihrer kraftvollen, variablen, sehr warmen bluesigen Stimme in drei Klassikern wie „New York State of mine“, „Even a fool learns to love“ und David Bowies „Both sides now“ was sie zu leisten vermag. Im Herbst wird die erste CD erscheinen.

Das verbindende Element zwischen dem Duo und „Claptonmania“ ist der Gitarrist Jürgen Geppert, der Freitag seit Langem kennt und der zum erweiterten Kreis der Band gehört und schon häufiger mit ihm zusammen gespielt hat.

Es ist ein Erlebnis, die Vollblut-Gitarristen Freitag und Geppert in Aktion zu sehen. Beide lieben den Blues und leben diesen Musikstil, wie er von den Protagonisten wie J.J.Cale, Tom Petty und eben Eric Clapton ab Ende der 60er Jahre bis heute geprägt wurde. Die Fans an diesem Abend gehören jener Generation an, die mit dieser Musik groß geworden ist – wie Freitag und Geppert. Die beiden surfen auf einer Wellenlänge, sie passen ihr nuancenreiches Spiel von ganz leisen Passagen bis zu Songs, in denen sie mehrfach die Saiten ihrer Instrumente fast bis zum Glühen fordern, an und liefern den gesamten Abend ein sehr hörenswertes Klangerlebnis.

Über Bob Marleys Reggae hat Freitag sich den Blues-Größen angenähert. Mehr soll es auch gar nicht sein. „Ich will Eric Clapton keinesfalls kopieren oder gar imitieren. Ich möchte seine Musik spielen, aber auch mit meinem eigenen Stil versehen“, betont Freitag, der im Zivilberuf Ingenieur ist und inzwischen in der Woche in München arbeitet. Er hat seine Technik an der Gitarre über die Jahrzehnte immer weiter perfektioniert und dem Stil des „Mr. Slowhand“ Eric Clapton angenähert. Voll konzentriert und präzise geht Freitag jedes Stück an wie auch der auf dem Cajon einfühlsam rhythmisch begleitende Sascha Kurz. Jürgen Geppert, im Zivilberuf Ausbilder in einer Justizvollzugsanstalt, ist das kongeniale Gegenstück dazu, exaltiert, mit großem Körpereinsatz und kommentierender Begleitung.

23 Titel spielen die drei, viele vom 72-jährigen Eric Clapton, manches von J.J.Cale und Co. und dazu hörenswerte akustische Eigenkompositionen von Freitag. Zu jedem Stück wissen die Gitarristen Hintergründiges kurzweilig zu erzählen. Von balladesken Songs über das vom Country-geprägten „Lay down Sally“ bis zu rockigen, mit vielen Gitarrenriffs geprägten Stücken ist alles dabei. Bei „Layla“ wird das Publikum zum Backgroundchor. Natürlich fehlen Hits wie „Cocaine“, „Can’t find my way home“, „Tears in heaven“, „Wonderful tonight“ „I shot the Sheriff“ nicht.

Durchaus passend dann auch die gesanglichen Einsätze von Petra Stief, die ein paarmal an diesem Abend die beiden Gitarristen unterstützt. Diese Leistung des Quartetts feiert das Publikum mit begeistertem Beifall. „Still got the Blues“ – mit dieser einfühlsamen Ballade des Gitarristen Gary Moore beenden die Vier diesen ganz besonderen Abend im Café Liuhidi. Sie werden wiederkommen, versprachen sie.

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