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Verein sucht ehrenamtliche Fahrer

Bürgerbus: „Der lütter Lügder“ kann weiterrollen

LÜGDE. Als Lippes Kommunale Verkehrsgesellschaft (KVG) Ende August die offenbar ganz massiven „betrieblichen Probleme“ der Firma Vogt Reisedienst öffentlich machte (wir berichteten), bekamen auch in Lügde einige Leute einen gehörigen Schreck.

veröffentlicht am 06.09.2017 um 21:50 Uhr

Lügdes Bürgerbus war zwar Teil des bis Ende August von der Firma Vogt bedienten lippischen „Linienbündels III“. Aber der Verein ist von der Kündigung des Vertrages durch die kommunale Verkehrsgesellschaft nicht betroffen. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Das aber nicht etwa, weil sie unter den diversen Busausfällen und Verspätungen insbesondere im lippischen Südosten bis nach Bad Pyrmont zu leiden hatten. Diese Probleme waren für die direkt Betroffenen einfach nur extrem ärgerlich.

Das eigentliche Problem ploppte vor Ort an ganz anderer Stelle auf: bei „Lütten Lügder“. Zwar betonte die KVG mehrfach: „Der Lügder Bürgerbus ist von den Verspätungen und Ausfällen nicht betroffen.“ Was die Fahrgäste allerdings kaum verwunderte. Schließlich sitzen hinterm Steuer des im Mai 2015 eingeweihten achtsitzigen Niederflur-Sprinters von jeher ausschließlich ehrenamtliche Fahrer des Lügder Bürgerbus-Vereins. Und auf die ist bekanntlich Verlass.

Was indes nicht jeder weiß: Der Bürgerbus-Verein und die offensichtlich in Schieflage geratene Firma Vogt waren vertraglich verbandelt. Lügdes barrierefreier Minibus rollt als „Linie 763“ des lippischen „Linienbündels III“ durch die Osterräderstadt – bisher offiziell in Regie der Firma Vogt.

Den Betrieb aller zehn Linien dieses Bündels sollte das Unternehmen eigentlich noch bis 31. August 2018 sicherstellen. So lange wäre der Vertrag mit der kommunalen Verkehrsgesellschaft regulär gelaufen. Als die KVG dann aber vor gut einer Woche ihren Vertrag mit dem offenbar zunehmend unzuverlässigen Unternehmen kündigte, hatte plötzlich auch Lügdes Bürgerbus-Verein einen triftigen Grund zur Sorge. Die bange Frage: Könnte der rot-weiße Sprinter etwa zur Vogtschen Insolvenzmasse gehören, falls die Firma pleitegeht? Ganz akut wurden die Bedenken, als einer der Reisedienst-Gesellschafter letzte Woche einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Detmold stellte.

Doch die Furcht scheint unbegründet: Dem Vernehmen nach kann der Bürgerbus unter dem sicheren Dach der KVG weiterrollen.

Abgesehen davon hat das Gericht einem Sprecher zufolge den Insolvenzantrag aus formellen Gründen zurückgewiesen. Das verlängert allerdings die Zitterpartie für die Angestellten der Busfirma. Einige von ihnen sollen seit Monaten auf Lohn warten. Nun bekommen sie vorläufig nicht einmal Insolvenzgeld. Allerdings dürften sie gute Chancen auf einen neuen Job anderswo haben. Denn für das neu ausgeschriebene Linienbündel dürfte demnächst ein anderes Unternehmen den Zuschlag erhalten. Also sind Busfahrer durchaus gefragt.

Das gilt übrigens auch für Lügdes Bürgerbus: Aktuell wechseln sich 16 Ehrenamtliche hinterm Steuer ab. Denn in letzter Zeit sind einige langjährige Fahrer aus gesundheitlichen und altersbedingten Gründen ausgeschieden.

Was Männer und Frauen brauchen, die das Team verstärken wollen, erklärt Bürgerbus-Vereinschef Ulrich Dahnz: „Gute Laune und viel Spaß am Fahren“. Und natürlich einen Führerschein.

Das Ehrenamt erscheint ebenso machbar wie sinnvoll: Ein bis zwei Halbtags-Dienste im Monat erwarten die Neuen. Um die nötigen Genehmigungen wie etwa den Personenbeförderungsschein kümmert sich der Verein.

Weitere Infos gibt’ s auf der Internetseite pro-buergerbus-nrw.de. Wer Interesse am Ehrenamt hat, kann sich bei Carolin Nasse in der Tourist-Info (Telefon: 05281 / 770870) oder bei Ulrich Dahnz melden (Telefon 05281 / 7944077 oder 0176 / 56836996, E-Mail: buergerbusluegde@t-online.de).

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