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Nick March macht Station im Liuhidi-Café

Ausdrucksstark und melancholisch

LÜGDE. „Life is sweet“ lautet hoch an der Wand ein Werbespruch in dem kleinen Kaffeehaus, das man durchaus auch als Kult-Café bezeichnen kann. Klenners „Liuhidi-Café“ ist im Umkreis nicht nur wegen seiner urigen Ausstattung und seines leckeren Kuchens bekannt, es hat auch immer mal wieder Überraschendes parat. So auch an diesem Abend mit Nick March, dem Sänger und Songschreiber mit Hamelner Wurzeln, der schon im November des Vorjahres sein erstes Solo-Konzert als selbstständiger Künstler in diesem kleinen Café gab.

veröffentlicht am 05.11.2017 um 13:56 Uhr

Bei seinem Auftritt im Liuhidi-Café unterstreichen Mimik und Stimme von Sänger Nick March seine melancholischen Lieder. Foto: ti
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Autor

Klaus Titze Reporter
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„Ich liebe diese Wohnzimmeratmosphäre, so unmittelbar und dicht am Publikum sich auch in Dialogen austauschen zu können“, sagt der junge Musiker. An diesem Abend scheint es, dass ihn bereits eine Fangemeinde aus dem Hamelner Umkreis begleitet hat, wie es die aus dem Publikum kommenden Zurufe erahnen lassen. Enge herrscht im Café und hin und wieder bleibt nichts anderes übrig als die Tür aufzureißen und frischen Sauerstoff einzulassen. Dem Künstler selbst steht nur ein Fleckchen für Piano, Gitarre und Technik zur Verfügung, doch mit beengtem Bewegungsspielraum scheint sich March auszukennen.

Sowohl Piano als auch Gitarre passen vorzüglich zu seinen souligen Texten. Stimmlich variabel und ausdrucksstark seine Texte unterstreichend schleudert er seine Songs in den Raum. In der Gesamtheit allerdings haben sowohl seine Texte als auch die dargebrachten Melodien dann doch einen starken melancholischen Überhang. Selbst von Liebe und glücklicher Zweisamkeit singend hängt oft Abschied nehmende Traurigkeit bis hin zur ironischen Verbitterung den Texten an und hinterlässt den Verdacht, hier könnte unverarbeitete Selbsterfahrung prägender Ausdruck sein. Daran ändern auch seine Dialoge mit dem Publikum wenig, denen es kaum gelingt, die Schwermütigkeit hinwegzufegen. Doch vielleicht sind seine eher traurigen Lieder auch geradezu ein Omen, denn wie zu hören ist, wird es zum Ende des Jahres 2018 wohl kein „Café Liuhidi“ mehr geben und im November 2018 wohl Nick March letztes Konzert in diesem kultigen Café zu hören sein.

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