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Umbau Teil der Stadtentwicklung

Auch die Gigas-Schule passt ins Konzept

LÜGDE. Ihre Stadtentwicklung sind die Lügder ziemlich pfiffig angegangen. Das Konzept „Lügde 2015“ sichert der Kommune seit Jahren großzügige Zuschüsse aus Berlin und Düsseldorf. Der Ausbau der Johannes-Gigas-Schule zum „Kultur- und Bildungscampus“ soll die jüngste Erweiterung markieren.

veröffentlicht am 04.09.2017 um 22:14 Uhr

Die Planung für den Umbau der Lügder Johannes-Gigas-Schule zum „Kultur- und Bildungscampus“ wird immer konkreter: Am Montagabend hat schon einmal der Bauausschuss grünes Licht gegeben. Die Ratsentscheidung steht noch aus. Foto: yt
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Insgesamt rund 6 Millionen Euro haben der Emmerauenpark (knapp 1,6 Millionen Euro), die Neupflasterung der Mittleren Straße, des Marktplatzes und die Versiegelung des Areals rund um die katholische St.-Marien-Kirche (zusammen knapp 2,7 Millionen Euro) und zuletzt die Rathaussanierung (rund 1 Million Euro) gekostet. Der Posten „Einzelhandel und Wohnen“ (133 000 Euro) zählt ebenfalls ins Konzept. Aus den „Marienhöfe-Neubauten (263 000 Euro Planungskosten) in der Altstadt wurde indes nichts. Die Stadt werde da „momentan mangels Investoren leider nicht zum Zuge kommen“, erklärte Lügdes amtierender Bauamtsleiter Gregor Günnewich dazu am Montagabend im Bauausschuss.

Ein ganz besonderer Coup ist der Stadtverwaltung aber bekanntlich in diesem Jahr gelungen: Das Land Nordrhein-Westfalen steuert zu dem auf insgesamt 6,8 Millionen Euro Kosten geschätzten geplanten Umbau der Johannes-Gigas-Schule fast 4,8 Millionen Euro aus Städtebau-Fördermitteln bei. Inbegriffen sind hier allerdings auch noch ein paar „Wohnumfeldverbesserungen“ wie in der Kanalstraße (wir berichteten), der Schulstraße, hinter der Seilerstraße sowie der Mühlenstraße für insgesamt 65 000 Euro. Bleiben für den Ramberg noch gut 6 Millionen Euro. Rund 2 Millionen Euro davon zahlt die Stadt selbst; der Rest sind Zuschüsse.

Wieso es Lügdes weiterführende Schule ins Städtebauförderprogramm geschafft hat, wo sie doch gar nicht direkt in der Altstadt steht, dem eigentlichen Sanierungsgebiet? Ganz einfach: Weil hier laut Verwaltung ein Veranstaltungszentrum und auch der Platz für den Bau eines solchen fehlen, soll die Sekundarschule zum „Kultur- und Bildungscampus“ für die Öffentlichkeit ausgebaut werden. Gregor Günnewich nannte das am Montag einen „projektbezogenen Ausnahme-Tatbestand“.

Dass die Zuschüsse aus Berlin und Düsseldorf seit Jahren so reichlich nach Lügde geflossen sind und nun offenbar noch weiter fließen, ist einer der Hauptgründe für die vielen umgesetzten Projekte. Andere Städte, die ihren Bedarf nicht ganz so passig zu den Förderrichtlinien anmelden oder keinen so guten Draht in ihre Landeshauptstadt pflegen wie die Lügder nach Düsseldorf, haben das Nachsehen.

Wenn die Gigas-Schule erst aufgemotzt ist, werden im ganzen Stadtentwicklungsprogramm, dass ursprünglich mit gut 5 Millionen Euro startete, insgesamt fast 13 Millionen Euro verbaut worden sein. Fast 8,8 Millionen Euro davon entfallen auf (freilich auch aus Steuergeldern finanzierte) Zuschüsse von Bund und Land. Die Zuschüsse lagen und liegen stets bei Anteilen zwischen 60 und 70 Prozent der Gesamtkosten.

Der Lügder Anteil an den „Lügde 2015“-Kosten wird alles in allem bei 4,1 Millionen Euro liegen. Das betrifft allerdings nur die „förderfähigen Kosten“. Das heißt: Insgesamt müssen die Lügder schon noch mehr selbst zahlen. Diese Summen dröselte Günnewich in der Sitzung aber nicht gesondert auf.

Die 14 Baupolitiker der Emmerstadt mussten sich am Montag auch nicht überwinden, um die Hände zu heben für die Fortschreibung des „Lügde 2015“-Konzepts. Sie votierten einstimmig dafür, den Finanzierungsrahmen auf 12,9 Millionen Euro zu erhöhen. Der endgültige Beschluss bleibt zwar dem Rat vorbehalten. Aber dort ist mit Widerstand nicht zu rechnen.

Torben Blome (SPD) nannte das „Lügde 2015“-Konzept „den wichtigsten Baustein für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt“. Thomas Blum (CDU) spielte auf die neidvollen Blicke an, die selbst aus Hameln auf den Emmerauenpark geworfen werden (wir berichteten). Und Klaus Meier (FWG) meinte mit Blick auf den dringenden Renovierungsbedarf der Gigas-Schule: „Da muss dringend etwas geschehen.“ Der Antrag seiner Fraktion, einen Teil-Neubau – nach dem Prinzip des neuen Bega-Möbel-Showrooms an der Pyrmonter Straße – in Modul-Bauweise hochzuziehen, wurde im öffentlichen Sitzungsteil nicht beraten.

Den städtischen Anteil am Sekundarschul-Umbau hat Lügde allerdings nicht auf der hohen Kante. Die rund 2 Millionen Euro wird die Stadt über Kredite finanzieren müssen. Logische Folge: Hier und da wird die Verwaltung der Osterräderstadt ihren Einwohnern künftig mehr Geld abnehmen müssen. Aktuell stehen dafür die Anliegerbeiträge an den Erschließungskosten sowie beim Straßenausbau zur Diskussion (Bericht folgt).

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