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Mehr als 1000 Briefwähler erwartet

836 Lügder haben ihre Kreuze schon gemacht

LÜGDE. Aktuell haben die Lügder den Pyrmontern etwas voraus: Ihre Stimmzettel zur Bundestagswahl sind ziemlich genau neun Zentimeter länger als die in der Nachbarstadt. Das bedeutet: Die aktuell 7764 wahlberechtigten Lügderinnen und Lügder haben am 24. September mehr Auswahl.

veröffentlicht am 30.08.2017 um 22:26 Uhr

Kerstin Piel im Lügder Bürgerbüro mit einem Stimmzettel. Bis Mittwochmittag hatten schon 836 Menschen die Möglichkeit zur Briefwahl genutzt. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die Parteien-Landesliste für die Zweitstimme führt im Wahlkreis Höxter-Lippe II, zu dem auch Lügde gehört, insgesamt 23 Gruppierungen auf; im niedersächsischen Nachbarwahlkreis sind es nur 18.

Unter den hiesigen zusätzlichen Splitterparteien finden sich die „Volksabstimmung“, die „Soziale Gleichheitspartei, Vierte Internationale“, die von einem Erdogan-Fan gegründete „Allianz Deutscher Demokraten“, „Die Humanisten“ und eine Gruppe namens „Gesundheitsforschung“.

Um die Gunst der 3844 wahlberechtigen Frauen und 3920 Männer in Lügde konkurrieren acht Direktkandidaten. Angeführt wird die Liste von Christian Haase (CDU). Der Beverunger sitzt bereits seit 2013 im Bundestag; in Lügde hatten damals 50 Prozent der Wähler für ihn gestimmt.

Auch SPD-Kandidatin Petra Rode-Bosse (SPD) aus Marienmünster ist nicht neu im Rennen. Sie schaffte es 2013 zwar nicht direkt in den Bundestag; und auch in Lügde lag sie mit 31,3 Prozent der Stimmen deutlich hinter CDU-Mann Haase. 2015 rückte sie dann jedoch nach.

Die weiteren Direktkandidaten sind Robin Wagener aus Bad Salzuflen (Bündnis 90/Die Grünen), Lothar Kowelek aus Detmold (Linke), Hermann Graf von der Schulenburg aus Leopoldshöhe (FDP), Norbert Senges aus Warburg (AfD), Ralf Ochsenfahrt aus Detmold (Freie Wähler) und Wolfgang Seemann aus Bad Driburg (ÖDP).

Bis zur Wahl sind es zwar noch gut drei Wochen. Ein Trend der letzten Jahre setzt sich aber deutlich fort: Die Zahl der Briefwähler wächst weiter. Bis Mittwoch, also gut eine Woche, nachdem die letzten Lügder ihre Wahlbriefe im Kasten fanden, hatten bereits 836 Menschen ihre Stimmzettel abgegeben. „Die meisten von ihnen wollen sich den Wahlsonntag freihalten“, vermutet Kerstin Piel im Bürgerbüro, die zum Wahlvorbereitungsteam der Lügder Stadtverwaltung gehört. Sie und ihre Kollegin Katrin König sind bereits ziemlich sicher: „Wir werden wohl eine zweite Briefwahl-Urne brauchen.“

„Die Briefwähler werden wieder unser größer Wahlbezirk“, schätzt auch Manfred Engel, der die Vorbereitungen für den 24. September als stellvertretender Wahlleiter ebenfalls neben seiner regulären Arbeit im Rathaus koordiniert. Angesichts der erwarteten „weit über 1000“ Briefwähler müsse man fast überlegen, zum Auszählen zwei Wahlvorstände abzustellen.

Im Einzugsgebiet einiger räumlicher Wahlbezirke leben zwar auch um die 1000 Wahlberechtigte. In den Urnen landen – je nach Beteiligung – aber nur zwischen 500 und 600 Stimmzettel.

Sandra Lödige koordiniert derweil die Wahlhelfer. „Die Vorstände sind fast vollständig“, sagt Engel. „Wir haben fast alle zusammen, die wir brauchen.“ Von den rund 100 angefragten Freiwilligen stehe nur noch ein knappes Dutzend Antworten aus.

In seinem E-Mail-Postfach laufen derzeit täglich neue Infos und Anweisungen zum Wahl-Prozedere auf. „Die Briefwahl-Anträge von Auslandsdeutschen müssen bevorzugt behandelt werden“, zitiert er aus einer Mail. Der Grund liegt auf der Hand: Die internationale Post kann länger brauchen. Nicht ganz zwei Handvoll solcher Briefe ins Ausland haben die Lügder auf den Weg gebracht.

Die Zeit vor der Wahl ist zwar immer ein gewisser Ausnahmezustand. Aber Manfred Engel gibt sich gelassen: „Wegen der Landtagswahl im Juni sind wir ja schon seit Monaten im Wahlmodus.“ Außerdem habe er ein gutes Team, auf das Verlass ist“.

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