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Auch drei Tage nach dem großen Fest gibt es noch viel zu tun / Lisa Wallbaum ist Kirmeskönigin

Zum Schlafen kommen Kirmesburschen kaum

Fuhlen (ah). Montagmorgen in Fuhlen: Während andere ihrer Arbeit in Haushalt und Beruf nachgehen, haben sich etliche der 32 Mitglieder des Kirmesvereins Urlaub genommen. An ihrem freien Tag liegen sie nicht etwa in der Sonne und schlafen, sondern räumen den Festplatz in der Echternstraße auf. „Es ist schon fast außergewöhnlich, dass die 453. Kirmes in Fuhlen vom Regen relativ verschont blieb“, sagt Kirmesvater Marcus Kübler. Auf trockenem Untergrund gestalten sich die anstehenden Arbeiten wesentlich angenehmer.

veröffentlicht am 28.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:21 Uhr

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Die Kirmesburschen beginnen die 80 Zaunelemente rund um den Festplatz sowie die Park- und Halteverbotsschilder entlang der Straßen abzubauen, die mit jeweils zwei schweren Steinen standfest gemacht werden. Dabei schleppen sie so manches Kilo Baumaterial herum und geraten ins Schwitzen. „Dorfbewohner wie Heiner Poock oder Sebastian Bartnik helfen, alle Teile wieder am Herkunftsort abzuliefern“, lobt Kübler.

Einige der Kirmesburschen räumen das Zelt leer und säubern es, andere sammeln Müll, weggeworfene Plastikbecher von Straßen und Gehwegen auf. „Da packen ebenfalls manche aus dem Ort mit an“, so der Kirmesvater und fügt hinzu: „Am Mittwoch sind wir hier fertig, da wird der Festplatz wieder im Normalzustand sein.“

Rund um die Uhr waren die Junggesellen von Freitag bis Sonntag im Einsatz, als angesichts der 453. Kirmes Ausnahmezustand in Fuhlen herrschte. Schlaf wurde zum Luxusgut. „Mindestens sechs von uns haben immer Nachtwache gehalten“, erklärt Marcus Kübler. Sie räumen beispielsweise das Zelt nach der 70er/80er Party mit der Liveband NordiX auf und stellen Stühle für den Gottesdienst am Sonntag auf, nachdem die Musiker ihre Anlage abgebaut hatten. „Der letzte Partygast von Samstag ist erst kurz vor dem Katerfrühstück am Sonntagabend nach Hause gegangen“, verrät Kirmesbursche Frederik Weiß.

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Aber es gibt noch andere Beschäftigungen für die Junggesellen am Wochenende: Während der Ahoi-Brause-Sause mit dem Constructor Disco Team und DJ Dennis Ref, bei der 1200 Gäste ausgelassen feiern, arbeiten sie nicht nur an Kasse und Tresen, sondern müssen auch im Toilettenwagen Hand anlegen: Eine Verstopfung beseitigen, etwas reparieren und Stunden später alle Becken sowie den Boden gründlich reinigen.

Fast schon Tradition ist es, dass sie sich dann auch auf die Suche nach Verkehrsschildern oder Warnbaken-Lampen begeben müssen, die über Nacht im Dorf verteilt werden. In diesem Jahr schafft es ein Schild sogar bis nach Hessisch Oldendorf in die Feldstraße und erreicht von dort aus eine gewisse Popularität durch ein auf Facebook veröffentlichtes Foto. „Wie gut bei all dem Trubel, alljährlich von Ruthchen Klages mit einem köstlichen Frühstück verwöhnt zu werden“, loben die jungen Männer. „Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um so etwas wie die Kirmes Jahr für Jahr durchzuziehen“, sagt Marcus Kübler. „Die Liebe zum Ort gehört schon auch dazu“, fügt Kirmesbursche Philipp Schumann hinzu. Vor allem sei es aber die Gemeinschaft, die im Kirmesverein „einfach richtig klasse ist“, sagt der Kirmesvater, der am Samstagabend auch als Zeremonienmeister fungiert. Im voll besetzten Zelt zeichnet er die 20-jährige Lisa Wallbaum, die den Wettkampf um den Titel der Kirmeskönigin im Stechen gewonnen hat, mit Krone und Schärpe aus und eröffnet mit ihr den Tanz.

Im offenen Auto nimmt die neue Kirmeskönigin am Sonntag am Festumzug durch die geschmückten Straßen teil. Mehr Gäste als in den Vorjahren säumen den Straßenrand, winken oder laden zu einer kleinen Stärkung ein. Wer Glück hat, bekommt ein Stück von Hanna Meyers legendärem Kirmeskuchen ab. Kuchenbuffet und Vereinswettkämpfe, bei denen die Dorfjugend Lachem siegt, laden zur Rückkehr ins Zelt ein, wo es beim Katerfrühstück zum Ausklang der Kirmes „ausverkauft“ heißt.

„Die Kirmes 2013 mache ich nicht mehr mit, mein Privatleben geht vor“, erklärt der Kirmesvater, der seit neun Jahren im Vorstand des Vereins aktiv ist. Mit Blick auf Heßlingen und Rumbeck ergänzt er: „Wir sind total froh, dass wir bei der Kirmes die ersten sind; wir sind jetzt durch und können bei den anderen ganz entspannt mitfeiern.“

Lisa Wallbaum konnte sich im Wettstreit durchsetzen. Sie ist für ein Jahr Fuhlens Kirmeskönigin.

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