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Gerechter Handel in Hessisch Oldendorf

Zukunftsperspektive für Produzenten

HESSISCH OLDENDORF. Dass es wichtig ist, fairen Handel zu unterstützen, dafür will sich jetzt die Stadt Hessisch Oldendorf einsetzen.

veröffentlicht am 10.12.2017 um 17:10 Uhr

Fair gehandelte Produkte gibt es bereits in vielen Hessisch Oldendorfer Geschäften zu kaufen. Am Siegel „Fairtrade“ sind sie zu erkennen. Foto: jli
Johanna Lindermann

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Johanna LindermannDWZ Volontärin
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Im Frühjahr hatte die Gruppe aus SPD und Bündnis 90/ Die Grünen beantragt, Hessisch Oldendorf solle sich an der Kampagne zu Transfair beteiligen – „als Förderer der Klimaschutzagentur und Mitglied im Klimabündnis“ sollte dies für die Stadt selbstverständlich sein, so ihre Begründung. Nachdem der Stadtrat den Antrag an den Ausschuss für Wirtschaftsförderung verwiesen hatte, sprachen sich dessen Mitglieder jüngst einstimmig für die Bewerbung zur Fairtrade-Town aus.

Beim gerechten Handel wird auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Produzenten in den Entwicklungsländern geachtet. Sie erhalten einen garantierten Mindestlohn, zudem sind Kinderarbeit und umweltschädigende Stoffe verboten und Wasser wird nur sparsam eingesetzt. Die Bauern sind untereinander vernetzt, etwa um gemeinsam Maschinen zu nutzen und eine gerechtere Bezahlung für ihre Waren zu erhalten. Durch dieses stabile Einkommen wird auch die Entwicklung der Familien gefördert. Der Kauf fair gehandelter Lebensmittel trage somit zu einer guten Lebensgrundlage und einer Zukunftsperspektive für die Produzenten in den Entwicklungsländern bei, sagt Waltraut Brümmer (Grüne). „So können auch Fluchtursachen für Wirtschaftsflüchtlinge verhindert werden.“ Das bekannteste Produkt aus fairem Handel ist Kaffee. Es gibt jedoch auch Tee, Kakao, Fruchtsäfte, Schokolade, Süßwaren, Kleidung und sogar Blumen.

Damit eine Stadt als Fairtrade-Town ausgezeichnet werden kann, müssen fünf Kriterien erfüllt werden. Das erste Kriterium, ein Beschluss des Rates, sei bereits damit gefasst, dass der Rat das Thema an den Ausschuss für Wirtschaftsförderung verwies, sagt Brümmer. Darüber hinaus muss eine Steuerungsgruppe gebildet werden, die die weiteren Aktivitäten zu diesem Ziel koordiniert. Diese soll aus Vertretern der Bereiche Einzelhandel, Gastronomie, Schulen, Kindergärten, Medienvertretern, dem „Eine-Welt-Laden“, der Verwaltung und des Stadtrats bestehen; wer genau Mitglied wird, müsse jedoch noch beraten werden.

Außerdem müssen in vier lokalen Einzelhandelgeschäften und zwei gastronomischen Betrieben Produkte aus fairem Handel angeboten werden. Auf die vier Läden käme Hessisch Oldendorf bereits, mit den Gastronomien seien noch Gespräche notwendig. Zudem müsste jeweils eine Schule, ein Verein und eine Kirchengemeinde Produkte verwenden und Bildungsaktivitäten zum Thema „gerechter Handel“ durchgeführt werden. Darüber hinaus müssten die örtlichen Medien regelmäßig zum Thema berichten.

Der Antrag von SPD und Grünen beinhaltet ebenfalls, dass im Bürgermeisterbüro sowie bei politischen Sitzungen, auf denen Getränke gereicht werden, diese aus fairem Handel stammen sollen. Auf der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses wurden bereits fair gehandelte Getränke angeboten.

Das wichtigste Element bei der Umsetzung der Fairtrade-Stadt sei aber die Kommunikation, sagt Wirtschaftsförderer Heiko Wiebusch. „Es bedeutet sehr viel mehr, als nur Kaffee und Tee aus fairem Handel auszuschenken. Wir wollen die Menschen zum Umdenken bewegen. Unser Ziel ist es, die Nachfrage nach fair gehandelten Lebensmitteln in den Geschäften in Hessisch Oldendorf signifikant zu steigern.“

Das eigene Handeln solle überdacht werden, bestätigt auch Brümmer. „Es werden viele Lebensmittel weggeschmissen. Dann sollte man lieber mit Fairtrade-Produkten weniger zum gleichen Preis kaufen und dies dann auch verzehren.“

Über 500 Fairtrade-Städte gibt er bereits in ganz Deutschland. In Hameln-Pyrmont sind die Städte Hameln und Bad Pyrmont sowie der Landkreis selbst zertifiziert.



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