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Barbara Hill Moore und die Spiritual Voices in der Johannes-der-Täufer-Kirche in Fuhlen

Zuhörer bekommen wohlige Gänsehaut

Fuhlen. Sängerinnen nach ihren Alter zu fragen, kann oft nach hinten losgehen. Viele bekannte Sopranistinnen sind schon wutschnaubend aufgesprungen, wenn diese aufreizende Frage gestellt wurde. Nicht so die amerikanische Sopranistin Barbara Hill Moore. Sie kokettiert niemals mit ihrem Geburtsdatum. „Das habe ich doch gar nicht nötig“, erklärt sie und fügt an, 71 Jahre jung zu sein.

veröffentlicht am 16.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 07:41 Uhr

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Autor:

Stefan Bohrer
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Und das Attribut „jung“ stimmt in ihrem Fall absolut: Nicht nur sieht sie deutlich jünger aus. Auch ihre Stimme kann mühelos mit wesentlich jüngeren Sängerinnen mithalten – sicher in den hohen Lagen, herrlich volltönend im mittleren und tiefen Bereich. Außerdem zeichnet sich die Sopranistin und Professorin für Gesang an der Universität in Dallas dadurch aus, dass sie jüngere Kollegen tatkräftig bei deren Gesangskarriere unterstützt. In Deutschland ist sie bekannt geworden durch ihre hinreißende Performance als Seeräuber-Jenny in der Brecht/Weillschen „Dreigroschenoper“ am Theater des Westens. Lobeshymnen in den Berliner Gazetten und wochenlang ein ausverkauftes Haus waren die Folge.

Jetzt hat sich die „Grande Dame“ der Sopranistinnen ganz dem Gospel verschrieben. Sie mag die Ausdrucksstärke des geistigen Gesangs. Und die sind mitreißend, zündend, zu Herzen gehend und einfach „wundervoll“, wie es die Zuschauer in der bis auf den letzten Platz besetzten Johannes-der-Täufer-Kirche in Fuhlen am Ende des Konzertes nach stehenden Ovationen für Barbara Hill Moore und die Spiritual Voices formulieren. „Die Fuhlener Kirche ist einfach perfekt. Ich liebe den direkten Kontakt zum Publikum, und die Kirche ist wunderschön und verfügt über eine Superakustik“, sagt die stimmgewaltige Sängerin.

Auch den Spiritual Voices, bestehend aus der jungen Sopranistin Coretta Smith, dem Tenor Richard Heard und dem Bass-Bariton Leon Turner sowie John Sherow Tatum am Klavier, gibt Barbara Hill Moore reichlich Gelegenheit, solistisch zu glänzen. Allen voran Leon Turner, der mit seiner unglaublich wandlungsfähigen Stimme „Good news“ zu Gehör bringt, dabei dem Zuhörer manche wohlige Gänsehaut über den Rücken treibt und entfernt an jenen Ausnahme Bassisten Paul Robeson erinnert, der im berühmten Musical „Showboat“ den Welthit „Ol‘ Man River“ gesungen hat. Hill Moores Engagement für junge Künstler ist ohnehin vorbildlich. Immer wieder fährt sie in die Armenviertel Südafrikas, um Menschen die Möglichkeit zu geben, mit Stipendiaten Musik zu studieren und eine Gesangskarriere zu machen. „Ich trete den Menschen generell mit Respekt gegenüber. Jeder hat das Recht, mehr aus seinem Leben zu machen. Manchmal braucht es dazu allerdings meine Hilfe. Und die leiste ich gern“, erklärt die amerikanische Gesangsprofessorin ihr soziales Engagement. Seit 1974 unterrichtet sie in Dallas und hat bereits zahlreiche Gesangstalente für die Bühnen dieser Welt entdeckt und ausgebildet.

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  • Barbara Hill Moore ist eine „Grande Dame“ der Sopranistinnen

Auch die drei Sänger der Spiritual Voices sind Gesangsschüler von ihr. Und die zaubern gemeinsam mit ihrer Mentorin einen perfekten musikalischen Abend in Fuhlen, der besonders in den rhythmisch ausgefeilten Ensembles mit sehr schmissigen Jazz- und Musicalanklängen die Zuhörer von den Kirchenbänken reißt. Ein Stück wie „Power in his Hand“ ist absolut ansteckend und reizt zum Mitklatschen. So wundert es kaum, dass das außergewöhnliche Sängerquartett erst nach mehreren Zugabe das Konzert beenden kann. Unter anderem mit einer grandiosen Version von „Stille Nacht“.

Gospelkonzert boh (0178/5678101)



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