weather-image
22°

Anwohner am Ellerbach in Rohden besorgt

Zugewuchert – bei Starkregen droht Hochwasser

veröffentlicht am 13.09.2016 um 17:30 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:18 Uhr

270_0900_13459_lkho102_ah_0609.jpg

Autor:

ANNETTE HENSEL
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

ROHDEN. Dass bei plötzlich einsetzenden Wolkenbrüchen ein Bach zum reißenden Fluss werden kann, ist in den Nachrichten immer wieder Thema. Auch ein friedlich dahinplätscherndes Gewässer wie der Ellerbach ist schon so manches Mal mit zerstörerischer Kraft über die Ufer getreten, wie Erna Köllner in ihrer 1988 veröffentlichten Rohdener Chronik berichtet. Sie erinnert an Hochwasserkatastrophen im Winter 1909, 1932 und am 17. Juli 1966, als die anfangs starken Regenfälle an Heftigkeit zunahmen, um sich „als sintflutartige Wolkenbrüche über dem Tal zu ergießen.“

Der Bach sei in beängstigender Weise höher und höher und gegen 17 Uhr über seine Ufer gestiegen. „In Rohdental waren die Teiche übergeflossen, sodass sich vom Oberdorf abwärts eine 20 bis 30 Zentimeter hohe schlammige Flut über die Straße ergoss. Unter den Brücken hatte Treibgut den Durchlass verstopft. Hinter dem Haus Nr. 24 rissen die Fluten eine Fußgängerbrücke mit sich. Die hinter dem Haus gelegene Wiese stand bald unter Wasser, das dann auch zu den Haustüren hereinfloss. Auch die anderen, direkt am Bachufer gelegenen Häuser waren betroffen.“ Zwei Tage später wurde bekanntlich in Fischbeck der Notstand ausgerufen, nachdem dort infolge der Wassermassen der Damm brach.

Nun führt der Ellerbach derzeit nur wenig Wasser, aber er ist an vielen Stellen derartig zugewachsen, dass Anwohner mit Sorge dem nahenden Herbst entgegensehen. „Sobald die ersten Stürme noch mehr Äste, Blätter, Äpfel oder Kastanien in den Bach befördern, wird sich das alles an der ein oder anderen Stelle festsetzen. Und wenn dann Starkregen kommt, ist Hochwasser programmiert“, erklärt ein Anwohner. Er weiß vom Vorbesitzer seines Hauses, dass dort früher mehrfach das Wasser in der Stube stand. Ein anderer erzählt, das bei Hochwasser bei einem heute nicht mehr vorhandenen Fachwerkhaus „der Ellerbach zum einen Fenster hinein- und zum anderen wieder hinausfloss.“

Von einer der kleinen Fußgangerbrücken aus lässt sich gut ein Bild vom teilweise parallel zur Ellerbachstraße verlaufenden Bach machen. Der erste Eindruck des direkt an einem 300 Jahre alten Haus vorbeifließenden Baches: Gepflegt! Schon kommt der Eigentümer herbei, verweist darauf, dass er das Bachufer selbst regelmäßig von Kraut befreie und bittet um eine 180 Grad-Drehung: Nun ist nur noch nahe der Brücke eine kleine Wasserfläche erkennbar, dahinter verdichtet sich der Wildwuchs an der Uferböschung so sehr, dass nichts mehr vom Ellerbach wahrzunehmen ist – allerdings scheint er noch munter zu fließen.

Zuständig für die Sicherung des Wasserabflusses ist der Unterhaltungsverband Nr. 28 Exter-Wesertal, der nach Einführung des niedersächsischen Wassergesetzes 1960 vor genau 50 Jahren gegründet wurde. Zu dessen Aufgaben gehören die Reinigung, Räumung, Freihaltung und der Schutz des Gewässerbettes einschließlich seiner Ufer sowie die Unterhaltung und der Betrieb der Anlagen, die der Abführung des Wassers dienen. Die Stadt Hessisch Oldendorf ist Mitglied des Verbandes, Aufsichtsbehörde ist der Landkreis Hameln-Pyrmont.

„Wir haben uns von mehreren Seiten aus an die Stadt gewandt, bislang ist nichts geschehen. Muss es denn erst zu Überschwemmungen kommen?“, fragt ein Rohdener. Ein anderer lädt gleich zum Gang durch seinen Garten ein, an dessen Ende – von zwei Zäunen eingerahmt – der Ellerbach vorbeifließt. Aufgrund von wuchernden Brombeersträuchern ist von dem allerdings überhaupt nichts mehr zu sehen. „Dem Unterhaltungsverband ist die Situation am Ellerbach bekannt und die Notwendigkeit einer Böschungsmahd ist unstrittig“, erklärt Verbandsvorsteher Werner Buchmeier und fährt fort: „Die Aufträge für die Mahd der Böschungen der Gewässer II. Ordnung sind für das gesamte Stadtgebiet erteilt und werden seit dem 15. Juli ausgeführt. Wir bitten um Verständnis dafür, dass sie gewässerbezogen abgearbeitet werden, beginnend mit den Abschnitten, die eine maschinelle Unterhaltung zulassen. Erst danach folgen die Abschnitte, die per Hand gemäht werden müssen – so wie beim Ellerbach.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?