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Politiker unzufrieden mit geplanter Erweiterung in Segelhorst / „Ein kleines Erdbeben jedes Mal“

Zündstoff Steinbruch

Wickbolsen. Politiker aus der Ortschaft Hohenstein sind unzufrieden mit der geplanten Erweiterung des Steinbruches Segelhorst. Dies wurde bei der jüngsten Sitzung des Ortsrates in Wickbolsen deutlich. Besonders das bevorstehende Genehmigungsverfahren stößt einigen sauer auf.

veröffentlicht am 27.09.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 12:41 Uhr

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Autor:

VON ROBERT MICHALLA
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„Ich finde das ein bisschen lustig“, sagte Dieter Klitzsch (Grüne) über die Unterlagen des Gewerbeaufsichtsamtes, die den Rahmen des geplanten Genehmigungsverfahrens abstecken. „Erst wird der Schmetterling genannt, dann der Uhu und am Ende das ,Schutzgut Mensch‘“, sagte Klitzsch. Ihm missfiel nicht nur, dass der Mensch nicht an erster Stelle stehe, auch den Begriff Schutzgut kritisierte er. Besonders bei der jüngsten Sprengung im Steinbruch habe er „Panik bekommen“, sagte der Grüne weiter. „Das ganze Haus hat gewackelt.“

Uwe Sprick (SPD) äußerte sich ähnlich. „Ich bin schon etliche Male zusammengezuckt und habe gedacht, das Haus fällt zusammen“, sagte er über die Folgen der Sprengungen. Sprick betonte allerdings, dass die Messwerte der Detonationen in den allermeisten Fällen im Normbereich lägen. Bürgermeister Harald Krüger (SPD) sagte, dass er selbst auch schon eine Sprengung miterlebt habe. Sein Eindruck: „Ein kleines Erdbeben jedes Mal.“

Sprick schlug vor, die Anwohner möglichst früh und umfassend zu informieren. Er regte eine Bürgerversammlung oder eine eigens zum Thema Steinbruch einberufene Ortsratssitzung an. Werner Buchmeier (CDU) stimmte dem zu. Er erinnerte aber daran, dass in der Vergangenheit bei einem ähnlichen Treffen gerade einmal ein Anwohner erschienen sei – und das, obwohl sich zuvor bei einer Unterschriftensammlung Dutzende Anwohner anders geäußert hätten. Krüger sagte zu, das Gewerbeaufsichtsamt für einen möglichen Termin vor Ort kontaktieren zu wollen.

Viele Anwohner in Langenfeld und Segelhorst fühlen sich geplagt von den Lastwagen, die durch beide Orte rollen. rom

Der Tagebau in Segelhorst soll nach dem Willen der Norddeutschen Naturstein GmbH (NNG) um rund zwölf Hektar wachsen (wir berichteten). Dies entspricht einer Fläche, die in etwa so groß ist wie 17 Fußballfelder. Rund 13 Millionen Tonnen Kalkstein vermutet das Unternehmen in diesem Bereich. Die Naturstein GmbH bräuchte rund 15 Jahre, um das neue Feld abzubauen. Bislang ist der Steinbruch rund 35 Hektar groß. Pro Jahr verlassen rund 800 000 Tonnen Kalkstein den Steinbruch. Bevor der erste Kalkstein von der Erweiterungsfläche den Tagebau verlässt, wird es noch dauern. Vor 2014 wird das formelle Genehmigungsverfahren aller Voraussicht nach nicht beginnen.

Viele Anwohner in Langenfeld und Segelhorst fühlen sich geplagt von den Sprengungen sowie den Lastwagen, die durch beide Orte rollen.



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