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Wie Patienten der BDH-Klinik zurück in den Beruf finden

Ziel: Die Belastung stetig steigern

Hessisch Oldendorf (doro/ah). Die Arbeitstherapie der Klinik ist in Holz, Metall und Technisches Zeichnen unterteilt. In der Metallwerkstatt steht Matthias Schlachter. Der gelernte Mechatroniker hatte gerade Arbeit gefunden, als er am Guillain-Barré-Syndrom erkrankte (eine Krankheit, bei der sich die Nervenwurzeln und peripheren Nerven entzünden). Bei einer Größe von 1,85 Metern wog der 24-Jährige nur noch 47 Kilo. Matthias Schlachter musste ganz von vorn anfangen, durchlief die kognitive Früh-Reha und die Neuropädagogik, bekam Sprachtherapie. Wegen der beruflichen Vorqualifikation kam er in die Metallwerkstatt, absolvierte eine Prüfung der Grundfertigkeiten. Zunächst arbeitet er im Sitzen, nach und nach wird die Belastung gesteigert. „Matthias musste überwiegend körperlich gefordert werden“, sagt sein Therapeut Jörg Depping. „In die Arbeitstherapie kommen meist Menschen, die später beruflich wiedereingegliedert werden, aber auch Rentner und Leute, die in einer Berufsfindungsphase sind.“ Wichtig sei, dass sie schon in der Lage sind, einfache Tätigkeiten auszuführen. Ähnlich ist es in der Holzwerkstatt, dort hilft Tischlermeister und Arbeitstherapeut Carsten Sadlan den Patienten, Defizite zu trainieren und das Selbstbewusstsein wieder aufzubauen. Er bespricht mit ihnen den Arbeitsprozess für das auserkorene Werkstück, dann führen die Patienten die Arbeit selbstständig aus. Für Tischler, Zimmerer, Maler oder Dachdecker, die auf einem Probedach an ihre Grenzen gehen können, sind diese berufsorientierten Voraussetzungen ideal.

veröffentlicht am 08.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 04:21 Uhr

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