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In finanziell schwierigen Zeiten will sich die Stadt die Miete sparen / Noch fehlt ein Beschluss

Zieht die Bücherei ins Kultourismusforum?

Hessisch Oldendorf (ah). „Das Kultourismusforum schließt“ – dieses Gerücht kursiert seit einiger Zeit in der Kernstadt. Oft ist an Gerüchten etwas Wahres dran, meist sind das aber auch nur halbe Wahrheiten, wie sich in diesem Falle zeigt.

veröffentlicht am 06.10.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:41 Uhr

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Fakt ist, dass die Tourist-Information zum Jahresbeginn 2011 aus dem Kultourismusforum nach Rinteln ausgelagert wird. Im Zweckverband „Touristikzentrum Westliches Weserbergland“ wird Hessisch Oldendorf zur Stärkung des Touristikbereiches mit Aerzen, Rinteln und dem Auetal zusammenarbeiten (wir berichteten). Die zentrale Tourist-Info wird im Bürgerhaus am Markt in Rinteln eingerichtet, dort werden auch städtische Mitarbeiter die Wünsche der Gäste entgegen- und Buchungen vornehmen. Elke Schrell wird weiterhin im Bürgerbüro als Ansprechpartnerin für Gäste und örtliche Anbieter fungieren, vor dem Rathaus wird ein Info-Terminal installiert. „Während der normalen Dienstzeiten werden zudem wie gehabt Flyer, Wanderkarten und Hefte ausgegeben oder Konzertkarten verkauft“, erläutert Hermann Faust, Ansprechpartner der Stadt in Sachen Kultur und Tourismus. „Kulturveranstaltungen werden weiterhin im Kultourismusforum stattfinden“, ergänzt Faust.

Und was passiert ansonsten mit dem gläsernen Gebäude, das erst 2008 eingeweiht wurde? „Es könnte sein, dass die Stadtbücherei dort einzieht“, sagt er. Mit Bücherregalen auf Rollen könne der Raum für Veranstaltungen freigeräumt, Besucherplätze würden dadurch höchstens um 20 bis 30 reduziert werden, so Faust.

„Zum Umzug der Stadtbücherei gibt es keinen politischen Beschluss“, erklärt Fachbereichsleiter Klaus-Dieter Leupold. Bürgermeister Harald Krüger fügt hinzu: „Das ist bislang nur ein Einsparvorschlag zur Haushaltskonsolidierung, den es zu diskutieren gilt, den die Verwaltung jedoch frühestmöglich durchzusetzen beabsichtigt.“ Bereits der ehemalige Stadtdirektor Wilhelm Kuhlmann habe geplant, die Stadtbücherei im Kultourismusforum anzusiedeln. Hermann Faust legt die Baupläne vor, aus denen eine Nutzung des 176,23 Quadratmeter großen Pavillons für „Stadtbücherei/Touristik“ hervorgeht.

Hermann Faust zeigt Annette Gerten und Anja Knoke neue Flyer, die auch weiterhin in der Kernstadt ausgegeben werden.

Gegen den angemieteten Bücherei-Standort in der Langen Straße 44-46 spricht, dass das Lager kalt, der Ausstellungsraum der Bücher laut Aussage der Mitarbeiterinnen „kühl und richtig fußkalt“ ist. Außerdem verfügt die Stadtbücherei über keine eigene Toilette. In Zeiten knapper Kassen das Kultourismusforum leerstehen zu lassen, kann sich die Stadt kaum leisten. Mit dem Einzug der Bücherei könnte sie zugleich die Mietzahlungen einsparen. Auf dem angrenzenden Parkplatz Südwall steht im Gegensatz zur Langen Straße genügend Parkraum zur Verfügung.

Was der Langen Straße als wahrer Blickfang verloren ginge, ist das regelmäßig liebevoll dekorierte Schaufenster, das aus einer Reihe verhangener oder leerer Fenster herausragt. Oft bleiben Passanten stehen, um die Auslage zu betrachten. Auch die Laufkundschaft würde in andere Bahnen gelenkt werden. „Es passiert schon, dass eine Mutter einkaufen geht, während ihre Kinder bei uns bleiben, Bücher anschauen oder lesen“, erzählt Mitarbeiterin Brigitte Päch. „Natürlich ist die Stadtbücherei seit ihrem Einzug vor fünf Jahren ein Frequenzträger für die Lange Straße“, gibt Hermann Faust zu. Aber der Standort habe eben auch seine Defizite. „Wir wollen professioneller werden, und dabei würde ein Umzug der Stadtbücherei ins Kultourismusforum helfen“, sagt er. Dies fände Dr. Andreas Beißner, Vorsitzender des Werberings, „für unsere Innnenstadt sehr, sehr schade“. „Warum sollte man dieses attraktive Angebot mitten in unserer Stadt entfernen und an einem Ort ansiedeln, an dem die Bücherei doch etwas versteckt liegt?“, fragt sich Beißner.

Das regelmäßig liebevoll dekorierte Schaufenster der Bücherei in der Langen Straße würde wohl ein Loch hinterlassen, wenn sie ins Kultourismusforum ziehen sollte.

Fotos: ah



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