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Claus Clavey und Stadtverwaltung bezichtigen sich gegenseitig der Lüge

Zank um Segelhorster Bach eskaliert

Hessisch Oldendorf. Der Segelhorster Bach hält die Verwaltung auf Trab. Und als ob das Gewässer nicht genug wäre, kommt mit dem Bachlauf auch immer Hessisch Oldendorfs Ortsbürgermeister Claus Clavey auf den Plan. Der setzt sich seit Jahren dafür ein, dass der Bach verlegt werden solle, weil er bei Starkregenereignissen über die Ufer trete und die Häuser im Rohdener Weg gefährde. Der Disput zwischen Verwaltungsmitarbeiter Heiko Wiebusch und Clavey in der vergangenen Ortsratssitzung gipfelte in der Frage, wann ein im Bachlauf installierter Rechen nach dem letzten Starkregenereignis am 4. Juli gereinigt worden sei. Laut Wiebusch unmittelbar danach, laut Clavey sei dies bis zum Mittwoch, 8. Juli, nicht geschehen.

veröffentlicht am 13.07.2015 um 15:47 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

von christoph Boßmeyer
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Die Verwaltung nahm die Anschuldigungen nach der Sitzung mit und klärt nun auf, dass der Rechen nach dem Gewitterregen vom 4. Juli in der darauffolgendem Woche vom Bauhof kontrolliert und, wenn nötig, geräumt worden sei. CDU-Ortsratsmitglied Christian Sempf schlug zur Klärung vor, doch einfach beim Bauhof nachzufragen. Nach Rücksprache mit dem Betriebshofleiter und Überprüfung der Aufzeichnungen Wiebuschs, teilt die Verwaltung weiter mit, dass Wiebusch den Segelhorster Bach am Sonntag nach dem Gewitterregen kontrolliert und der Bauhof am Montag, 6. Juli, oder Dienstag, 7. Juli, den Rechen geräumt habe. Am Dienstag, 7. Juli, überzeugte sich Wiebusch von der Durchführung der Arbeiten.

Der Rechen sei ohnehin nur eines der Dinge, die die Verwaltung am Segelhorster Bach umgesetzt habe. Wiebusch zählt mehrere Punkte auf und sagt darüber hinaus, dass die Verwaltung den Bachlauf als neuralgischen Punkt im Stadtgebiet im Auge behalte. Gleichzeitig wies Wiebusch darauf hin, dass Anwohner gegebenenfalls selbst Maßnahmen treffen müssten. Laut Wasserhaushaltsgesetz bestehe die sogenannte Jedermannspflicht. Jeder Anwohner müsse im Rahmen seiner Möglichkeiten Vorsorgemaßnahmen treffen. Am Segelhorster Bach sei dies trotz Anliegerinformation durch die Verwaltung nicht geschehen. Laut aktuellem Sachstand gewährleiste die Stadt einen ausreichenden Hochwasserschutz und seit die Verwaltung tätig geworden sei, habe es keine Schäden mehr im Rohdener Weg durch Überschwemmungen gegeben. Es bestünden keine Versäumnisse der Verwaltung und es bestehe kein akuter Handlungsbedarf.

Beim Segelhorster

Bach steht Aussage gegen Aussage

Die Mitteilung der Verwaltung zeigt, dass das Thema inzwischen Bürgermeister Harald Krüger erreicht hat. Nach den angeführten Fakten weise Krüger für die Stadtverwaltung die Unterstellungen Claveys zurück. Der Ortsbürgermeister beschädige damit lediglich die Arbeit der Verwaltung und des Bauhofes in der Öffentlichkeit. Weiter belaste dieses Verhalten die Arbeit im Ortsrat der Kernstadt massiv, so Krüger weiter. Auch die Unterstellung, dass der Verwaltung die Ortsräte nicht wichtig wären, weist Krüger entschieden zurück. Das Gegenteil sei der Fall. Clavey sehe das jedoch anders. Das Wort „Unterstellung“ passe nicht zu der Formulierung, dass der Ortsrat einen hohen Stellenwert habe. In Sachen Segelhorster Bach spricht der Ortsbürgermeister von sieben Jahren Tortur.

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  • Claus Clavey
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  • Rathaus Hessisch Oldendorf

Die Diskussion um den Segelhorster Bach ist in Form der Mails von Bürgermeister Krüger und Ortsbürgermeister Clavey so verfahren wie noch nie. Clavey äußert in seiner Antwort an die Verwaltung und an die Dewezet, dass die Mitteilung des Bürgermeisters und die Äußerungen Wiebuschs bei ihm Verwunderung auslösen. Er bleibe dabei, dass der Rechen nicht so gereinigt worden sei, wie Wiebusch es schildert. Er beruft sich dabei auf die Beobachtungen von Rolf-Dieter Schulz, der im Rohdener Weg 49 wohnt, und damit in unmittelbarer Nähe zum Segelhorster Bach. Der Anwohner ist überzeugt, dass der Rechen erst zwischen Mittwochnachmittag, 8. Juli, und Donnerstagvormittag, 9. Juli, gesäubert wurde. Auch Clavey zweifelt die Prüfung durch die Verwaltung an.

Was der Ortsbürgermeister auch hinterfragt, ist der Ablauf der Erstellung eines Gutachtens zum Bach. Der Ortsrat hatte sich daran mit 3000 Euro beteiligt. Clavey moniert, dass es nun nicht umsetzbar sei, weil ein Grundstück nicht verfügbar sei. Das hätte die Verwaltung vorher wissen müssen, dann hätte der Ortsrat nicht investiert. Eine diesbezügliche Meldung von Christian Sempf, dass das Geld für das Gutachten ja vielleicht nicht aus dem Fenster geworfen sei und es trotzdem weitergeholfen hätte, lässt Clavey beinahe nicht zu. Auch die Vermutung, dass zu spät klar wurde, dass zur vom Ortsrat gewünschten Verlegung des Baches Grundstückserwerb nötig würde, will Clavey nicht glauben. Heiko Wiebusch quittiert Sempfs Worte nur noch mit einem stillen Kopfnicken.

Der Segelhorster Bach sorgt seit Jahren für Ärger zwischen der Stadtverwaltung im Rathaus und Ortsbürgermeister Claus Clavey. Derzeit ist die Situation verfahren wie nie zuvor.Archiv (3)



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