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Elf Feuerwehren im Großeinsatz / Nachbarn werden durch Knalle aus Schlaf geschreckt

Wohnhaus brennt bis auf Grundmauern nieder

Hemeringen. Als Karsten Redeker am frühen Dienstagmorgen um 0.53 Uhr in Fuhlen zu seinem Auto läuft, ahnt er nicht, was ihn erwartet. Auf dem Meldeempfänger des stellvertretenden Stadtbrandmeisters von Hessisch Oldendorf steht lediglich, dass noch nichts Näheres bekannt ist. „Unklare Feuermeldung an der Wahrendahler Straße in Hemeringen!“, lautet die von der Regionalleitstelle „Weserbergland“ per Funk verschickte Nachricht. Der Feuerwehrmann ist noch auf der Anfahrt, als sein Chef Jürgen Hilpert meldet: „Ich kann schon von Rohden aus Flammenschein sehen.“ Zu diesem Zeitpunkt sind nur die Feuerwehren Hemeringen und Heßlingen alarmiert worden.

veröffentlicht am 06.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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Redeker trifft als Erster am Brandort ein. Der 48-Jährige sieht, dass ein Wohnhaus lichterloh brennt. Nur wenige Sekunden später fällt es krachend in sich zusammen – wie ein Kartenhaus.

Der Freiwillige klingelt die Bewohner des Nachbarhauses aus dem Schlaf. Dem Ehepaar gehört auch das Fertighaus. Der Mann schaut geschockt auf das Flammenmeer. Von ihm erfährt Redeker, dass das Gebäude zurzeit leer steht. Der Hauptbrandmeister fordert Unterstützung an. Er lässt die höchste Alarmstufe 3 ausrufen. Das bedeutet: Sirenen heulen, Funkmelder piepen in Fuhlen, Friedrichsburg, Friedrichshagen, Lachem, Rumbeck, Hessisch Oldendorf, Fischbeck und Hameln. Neben Löschmannschaften werden Spezialkräfte benötigt. Die Drehleiter aus Hameln ist auf der Anfahrt, der Einsatzleitwagen aus Hessisch Oldendorf und die Atemschutzüberwachung aus Fischbeck rücken aus.

Die zirka 200 Meter lange Stichstraße zum Brandort ist schmal – sie muss für die großen Fahrzeuge freigesägt werden. Stadtbrandmeister Hilpert bestellt die Drehleiter aus Hameln ab. „Es ist viel zu eng hier. Das hat keinen Zweck.“ Ohnehin gibt es nicht mehr viel zu retten. Wasser ist genug da. Es gibt Hydranten, den Hemeringer Bach und mehrere Teiche. Immerhin etwas. Stromaggregate brummen, Pumpen laufen auf Hochtouren. Unmengen an Löschwasser werden auf die Flammen gespritzt. Nach Angaben von Stadtfeuerwehrsprecher Tobias Ebbighausen sind es 1800 Liter pro Minute, also 108 000 Liter pro Stunde.

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1800 Liter pro Minute – die Pumpen laufen auf Hochtouren.

Was das Feuer ausgelöst hat, weiß derzeit niemand. Nachbarn sind von lauten Knallen aufgewacht. Von Explosionen ist die Rede. Ein Mann hat von seinem Fenster aus glutroten Flammenschein gesehen und die Feuerwehr gerufen. Ein Tatort-Team der Polizei führt erste Befragungen durch, macht Fotos und beschlagnahmt den Brandort. Experten des für Brandursachenermittlungen zuständigen 1. Fachkommissariats aus Hameln werden die weiteren Nachforschungen durchführen. Der Schaden wird auf 100 000 Euro geschätzt.

Um 2 Uhr fordert die Einsatzleitung den Gerätewagen „Atemschutz“ aus Kirchohsen an. 46 Minuten später werden auch die Freiwilligen aus Barksen geweckt, weil weitere Atemschutzgeräteträger benötigt werden. 100 Feuerwehrleute aus elf Orten sind in dieser Nacht im Einsatz. Am längsten müssen die Hemeringer durchhalten. Bis 11.30 Uhr halten sie Brandwache, pumpen sie Wasser auf die verkohlten Überreste. „Wir werden heute Nachmittag noch einmal eine Kontrolle durchführen“, sagt Ortsbrandmeister Friedrich Söhlke am Ende des mehr als zehnstündigen Löscheinsatzes.

Einen Filmbericht über den Großeinsatz sehen Sie bei dewezet.de



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