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Zitrusbäume sind Dieter Niemeyers große Leidenschaft / Hemeringer hat schon 41 Pflanzen

Wo die Limetten überwintern

Hemeringen. Eine Affinität zur Pflanzenwelt hatte Dieter Niemeyer schon immer – doch seine große Leidenschaft sind Zitrusbäume. Inzwischen gehören 41 Bäume zur privaten Sammlung des Hemeringers.

veröffentlicht am 15.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:21 Uhr

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Autor:

Uwe Bosselmann
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Während seiner Marinezeit interessierten ihn noch vor allem Gewächse, die auf Wirtsbäumen gedeihen, aber keine Schmarotzer sind. „Damals habe ich auch mit botanischen Gärten Pflanzen getauscht“, erzählt Dieter Niemeyer. Und irgendwann lernte er dabei den Gärtnermeister der Herrenhäuser Gärten kennen, der ihn auf die Idee brachte, Zitrusbäume zu pflanzen. Die seien auch in unseren Breiten zu halten, habe ihn der Gärtnermeister motiviert. Die Exoten könnten im Sommer draußen stehen und im Winter frostsicher im Haus – jedoch kühl, hell und trocken, habe der Fachmann ihm geraten. Dabei sollte die Temperatur den Lichtverhältnissen angepasst sein. „Das heißt, die Bäume können kühl stehen und brauchen wenig Wasser. Bei mir stehen sie in der kalten Jahreszeit im Wintergarten“, erklärt der Hemeringer. Auf Empfehlung des Meisters habe er eine Gärtnerei aufgesucht, die die Zitrusbäume günstig verkaufte. „Ich habe mir dann eine Limette gekauft. Diesen Baum habe ich schon seit 30 Jahren und nenne ihn Großmutter. Vermutlich ist die Limette aber schon 40 Jahre alt“, schmunzelt Niemeyer.

Zitrusbäume, die zur Gattung der Rautengewächse gehören, haben laut Brockhaus ursprünglich ihre Heimat in Indonesien, Malaysia und China. Rund 60 Arten umfasst die Pflanzengattung – dazu gehören unter anderem Grapefruits, Pampelmusen, Mandarinen, Zitronat-Zitronen, Limonen, Apfelsinen und auch Pomeranzen. Die bekannteste Zitrusfrucht ist die Zitrone, die bereits im 10. Jahrhundert durch die Araber nach Europa gebracht wurde. Kulturgeschichtlich war die Zitronat-Zitrone bereits im alten Ägypten bekannt, wohin sie wahrscheinlich im 2. Jahrtausend vor Christus aus Südasien kam. Durch die Alexanderzüge lernten die Griechen den „medischen Apfel“ kennen, der als Mottenschutzmittel und Gegengift galt.

Während der Völkerwanderungszeit verschwand die Zitronat-Zitrone und wurde erst im späten Mittelalter aus dem Orient wieder eingeführt. Die Bitter-Orange nahm indessen einen anderen Weg. Sie war in Indien bekannt, wo sie die Perser kennenlernten und an die Araber weitergaben. Von den Arabern gelangte die Bitter-Orange im 8. bis 10. Jahrhundert von Mesopotamien und Oman nach Arabien, Nordafrika und Spanien. Bereis im Jahr 1002 war sie auf Sizilien bekannt.

Als Buddhas Hand bekannt: Die Zitronatzitrone oder Cedrat.

Rund 60 Früchte hatte in den vergangenen Jahren jeder einzelne seiner 41 Bäume jährlich geliefert. „Allerdings habe ich die Anzahl der Früchte inzwischen auf 20 reduziert, um eine angemessene Größe zu erhalten“, erklärt Niemeyer. Jetzt hätten sie eine Größe von rund siebenmal fünf Zentimetern.

Per Computer verwaltet er seine Bäume. „Über ein Programm wird jeder Baum erfasst. Dazu gehört die Art, wann ich den Baum gekauft habe und auch wo“, fügt der Pflanzenfreund an. Seine Bäume bezieht Niemeyer von einem Gartencenter in Hannover. „Manchmal gebe ich auch eine Großbestellung auf. Dann kaufe ich alles, was Zitrus im Namen trägt und verfolge zu Hause, wie die Pflanzen gedeihen. Das ist sehr spannend“, erzählt er.

Einen Rückschlag musste Dieter Niemeyer 2012 hinnehmen. Ameisen bevölkerten seine Bäume. „Da habe ich ein Ameisenmittel benutzt, allerdings war es so stark, dass rund 30 Bäume ihre Blätter abwarfen und 15 Pflanzen eingingen“, zieht der Zitrusfreund eine bittere Bilanz. Dafür freut er sich über seine „Großmutter“, die nun am besten von allen blühe. Zu seinen Lieblingen zählen aber auch die Lunario (eine Vierjahreszeiten-Zitrone), die Bergamotte (aus der Parfüm gewonnen wird und die auch gegen Motten wirkt), die Pomeranze (eine Bitter-Orange, aus der englische Marmeladen hergestellt werden), eine Kumquat (eine essbare Zitrone), die Kaffir-Limette (die gegen Läuse wirkt und die als Blattgemüse schmeckt) sowie Buddhas Hand (eine Dekorationspflanze fast ohne Fruchtfleisch). „Aus den Früchten machen wir Marmeladen und verschenken sie an Bekannte“, schließt Dieter Niemeyer seinen kleinen Rundgang. Wer Interesse an Zitrusfrüchten hat, kann sich gerne an Dieter Niemeyer in Hemeringen wenden.



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