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Was Haartransplantationen mit gärtnerischer Kunst zu tun haben

Wissenschaftler mit haarigen Themen

LACHEM. Was haben Haartransplantationen mit gärtnerischer Kunst zu tun? Wie werden Haare in der Kunst dargestellt? Wie kommt es zum plötzlichen Ergrauen der Haare? Über diese Themen wollen neun Wissenschaftler im Juli reden, beim Lachemer Symposium „Das Haar in der Medizin und Kulturgeschichte“.

veröffentlicht am 11.06.2019 um 12:33 Uhr
aktualisiert am 11.06.2019 um 18:50 Uhr

Für das Symposium „Das Haar in der Medizin und Kulturgeschichte“ werden die Tore zum Grundstück Heißmeyer an der Lachemer Vogteistraße geöffnet. Foto: BJ

Autor:

BARBARA JAHN
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Sie wollen nicht das Haar in der Suppe finden, haben keine Haare auf den Zähnen und betreiben gewiss keine Haarspalterei, sondern werden sich mit dem Haar aus kulturhistorischer und wissenschaftlicher Sicht beschäftigen. Neun Wissenschaftler sind der Einladung des Lachemer Professors Dr. Helmut Wolff gefolgt und nehmen im Juli am Symposium „Das Haar in der Medizin und Kulturgeschichte“ teil.

Die große Resonanz nach den Symposien „Die Pflanzen in der Kunst und in der Medizin“ im Sommer 2008 und dann 2010 „Die Haut in der Kulturgeschichte und Medizin“ habe ihn ermutigt, erneut zu einer Fachtagung einzuladen, erklärt Wolff. Der Mediziner war 23 Jahre lang Leiter der Lübecker Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie und baute die Hautklinik zu einer international bekannten Institution aus. Da wundert es nicht, dass er über vielfältige Kontakte verfügt und renommierte Fachleute seiner Einladung nach Lachem gefolgt sind, um im Atelier des Künstlers Friedrich Heißmeyer verschiedene Aspekte des „haarigen“ Themas zu beleuchten.

„Alle Vorträge sollen dabei allgemein verständlich sein, jeder Interessierte ist herzlich eingeladen“, sagt der Gastgeber. Für den emeritierten Lübecker Altbischof Karl Ludwig Kohlwage ist es das dritte Mal, dass er den religiösen Aspekt des Themas beleuchten wird. Er wird mit „haarigen“ Geschichten aus der Bibel aufwarten. Klagt der eine über zu starken Haarwuchs, bedauert der andere, dass er zu wenig habe. Der Fragestellung, was dann zu tun sei, geht Professorin Dr. Julia Welzel aus Augsburg nach. Dass Haartransplantationen etwas mit gärtnerischer Kunst zu tun haben, wird Dr. med. Andreas Finner aus Berlin aufzeigen, wenn er vom Ernten und Verpflanzen der Haarwurzeln spricht. Auch im Kindesalter gibt es bereits Erkrankungen der Haare, weiß Dr. Waltraud Anemüller aus Lübeck. „Das plötzliche Ergrauen der Haare zwischen biologischem Faktum und literarischer Fiktion“ ist das Thema des Münsteraner Professors Dr. Friedrich Bahmer. Auch in den Meisterwerken der Kunst spielt das Haar bereits seit der Antike eine Rolle. Ob es und wie es sich in unserer Zeit geändert hat, wird Dr. Christine Vogt, Direktorin der Ludwigsgalerie Schloss Oberhausen, in ihrem Vortrag darlegen.

Professor Dr. Dietrich von Engelhardt leitet gemeinsam mit Helmut Wolff das Symposium. Der ehemalige Direktor des Instituts für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität Lübeck setzt sich mit der „Welt der Haare im Medium Literatur“ auseinander. Professor Dr. Helmut Wolff selbst wird zur Regulation des Haarwachstums sprechen und vortragen, was Medikamente und Gifte mit Haarausfall zu tun haben. Die Kommentare zu den Vorträgen geben Gian Franco Frigo, Professor für Geschichte der Philosophie an der Universität Padua, und Professor Dr. Wolfgang Marsch von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Info: Das Symposium beginnt am Samstag, 13. Juli, um 9.30 Uhr und endet gegen 18 Uhr. In den Pausen ist eine Werkschau des Malers und Bildhauers Friedrich Heißmeyer vorgesehen. Der Landfrauenservice Weserbergland sorgt für das leibliche Wohl der Teilnehmer. „Für die Durchführung der Veranstaltung ist es wichtig, dass sich interessierte Teilnehmer bis zum 20. Juni anmelden“, so Wolff. Dies ist per Mail h.h.wolff@t-online.de oder per Post an Dr. H. Wolff, Thiewall 11, 31840 Hessisch Oldendorf, möglich.



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