weather-image
Einige Imker sind bereits ausverkauft

Wird heimischer Honig knapp?

Fischbeck. Honig aus dem Weserbergland ist beliebt, die Nachfrage groß – stellenweise offenbar zu groß. Einige Imker sind bereits ausverkauft, bestätigt Dirk Adomat, Vorsitzender des Kreisimkervereins Hameln-Pyrmont. „Es gibt aktuell wenig Honig, der Preis ist deutlich gestiegen“, sagt der Fischbecker Hobbyimker.

veröffentlicht am 28.12.2015 um 18:30 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:00 Uhr

270_008_7814469_lkho191_2912_Kleine_Honigernte_er_471738.jpg
Matthias Aschmann

Autor

Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Adomat verweist auf den milden Winter und das schwierige Frühjahr, erinnert an das Bienensterben durch die Varroa-Milben. Bundesweit hätten Imker überdurchschnittlich viele Völker verloren, er selbst habe einen Verlust in einer Größenordnung von 20 Prozent zu beklagen. Die Honigernte im Frühjahr sei schlecht gewesen und auch in den Jahren davor seien die Erträge nicht so toll gewesen. Die Lager seien entsprechend leer.

Werner von der Ohe, Leiter des Bieneninstituts in Celle, erwartet aktuell für Niedersachsen eine deutlich geringere Honigernte als in den beiden vergangenen Jahren. Schuld sei vor allem das Wetter, erklärt der Biologe. „Nicht nur die besonders wichtige Raps-Honigernte ist wegen des unbeständigen Wetters deutlich hinter dem jährlichen Mittel zurückgeblieben“, so von der Ohe. Die nicht nur in Niedersachsen ebenfalls bedeutsamen Erträge bei Honig von Heidesträuchern und Linden seien nahezu ausgefallen.

„Als Ausgleich ist im Sommer eine überraschend hohe Honigtau-Produktion zu beobachten gewesen, etwa bei Fichten und Eichen.“ Das habe bei vielen Imkern dazu geführt, dass sie Waldhonig ernten konnten. Die Erträge seien gut gewesen, der Waldhonig hochwertig, berichtet Admomat für das Weserbergland. Adomat spricht für mehr als 130 Imker, die in vier Imkervereinen organisiert sind (Bad Pyrmont, Hameln, Hessisch Oldendorf, Salzhemmendorf) und über rund 900 Völker verfügen. Der Kreisimkerverein ist für alle vier Vereine gewissermaßen der Dachverband.

270_008_7814464_lkho190_2912_Bienen_auf_Waabe_47286210.jpg

„Das Jahr 2015 ist für die Bienen trotz erheblicher Verluste im Winter durch die Varroa-Milben gut gelaufen“, betont von der Ohe, der in dem Zusammenhang 2014 als „Katastrophenjahr für Bienen“ bezeichnet hatte. Die aus Asien stammenden Parasiten hätten sich in diesem Sommer deutlich weniger stark entwickelt. „Es ist trotzdem zwingend erforderlich, dass die Imker Maßnahmen für den Winter gegen die Varroa-Milben ergreifen“, mahnt der Biologe. „Sonst kann es wieder zum Übergreifen auf benachbarte Völker kommen.“ Nach Schätzungen hatte ein Viertel der Völker den Winter nicht überstanden – in normalen Jahren betragen die Verluste weniger als zehn Prozent.

„Was wir brauchen, sind zwei bis drei Wochen richtiges Winterwetter mit Frost“, unterstreicht Adomat. Eine solche brutfreie Periode sei für die Bienen enorm wichtig, da sich sonst die Varroa-Milben wieder stark vermehren könnten.

Dass nun heimischer Honig knapp wird, wie beispielsweise in Springe befürchtet, glaubt der Kreisvorsitzende allerdings nicht. Er selber habe noch genügend Vorräte, um die Zeit bis zur ersten Einfuhr der Frühtracht zu überbrücken. Die Frühtracht setzt sich aus dem Nektar früh blühender Pflanzen zusammen, darunter Garten- und Wiesenblumen, Beerenobst sowie Obstbäume, Löwenzahn und Raps.

Die Nachfrage nach Honig sei enorm. Bundesweit werden laut Adomat jährlich 100 000 Tonnen Honig konsumiert. 25 000 Tonnen davon kämen von deutschen Imkern – 75 000 Tonnen würden importiert, unter anderem aus China und Kanada.

Das Weserbergland bezeichnet der Kreisvorsitzende als Paradies für Imker. Die Böden seien fruchtbar, die Felder relativ kleinteilig, zudem gebe es viele Waldränder. Das sorge in der Regel für gute Ernten. Andere Regionen in Niedersachsen hätten keine so guten Bedingungen, zudem seien dort die Böden oftmals zu trocken.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt