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Fischbeck steht Evakuierungsübung bevor

„Wir wollen schließlich vorbereitet sein“

Fischbeck. Die Talsperre in Fischbeck ist sicher. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung, die die Stadt in Auftrag gegeben hatte. Dazu hatten Ingenieure des Unternehmens M&P Geonova GmbH in Hannover das Bauwerk begutachtet. Deren Berechnungen zeigten, „dass die Talsperre Fischbeck als Hochwasserrückhaltebecken für den Nährenbach auch nach aktuellem Stand der Technik und Normung den gestellten Anforderungen genügt“.

veröffentlicht am 11.11.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:21 Uhr

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Autor:

VON ROBERT MICHALLA
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Hessisch Oldendorfs Bauamtsleiter Heiko Wiebusch sagte über das Ergebnis: „Es ist alles in Ordnung.“ Das Gutachten komme einem TÜV-Siegel gleich. Weitere Tests sind nach Meinung der Experten nicht notwendig.

Die Stadt ist angehalten, die Talsperre ungefähr alle zehn Jahre zu untersuchen. Die Ergebnisse müssen mit dem zuständigen Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) besprochen und geprüft werden. Der Landesbetrieb überwacht 86 Talsperren in Niedersachsen.

Ebenfalls untersuchen ließ die Stadt den Evakuierungsplan, sollte die Talsperre einmal überlaufen. Ordnungsamtschef Wolfgang Linde sagte jedoch, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass eine Evakuierung notwendig werde. Die Berechnungen gelten für ein Hochwasser, „wie es alle 5000 Jahre einmal auftritt“. „Das ist recht utopisch“, sagte er. „Sie als Anlieger können beruhigt schlafen, wenn es draußen regnet.“

Lindes Worten nach würde sich eine Überschwemmung „im schlimmsten Fall auf ein kleines Gebiet beschränken, auch weil die Böschung ziemlich hoch ist“. Rund 200 Menschen müssten bei einer Überschwemmung ihre Häuser verlassen. „Rund 50 Prozent davon evakuieren sich in der Regel selbst“, sagte Linde weiter. Sie müssten dann unter anderem in der Grundschule Schutz suchen. Dort stünden dann Feldbetten bereit, DRK und THW würden helfen. Außerdem würden Lautsprecherwagen die Straßen entlangfahren und die Evakuierung ankündigen. Im nächsten Jahr sollen die betroffenen Anwohner einen Flyer erhalten. „Es wird dann wahrscheinlich auch eine Übung geben“, sagte Linde weiter. „Wir wollen schließlich vorbereitet sein.“

Die Stadt Hessisch Oldendorf hatte im Jahr 2013 etwa 65 000 Euro in die Talsperre investiert. Diese Arbeiten wurden im Frühjahr 2014 nun abgeschlossen. Zwar wird die Anlage regelmäßig gewartet, dennoch stellten Experten im vergangenen Jahr fest: Weitere Vorkehrungen sind notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten. So mussten im Laufe der Jahre porös gewordene Dichtungen erneuert und der hölzerne Zugangs- und Bedienungssteg durch eine Metallkonstruktion ersetzt werden. Dass auch an Beton der Zahn der Zeit nagt, zeigte sich an den Wänden des rechten Durchgangsstollens. Dort brachten Arbeiter Spezialmörtel auf. Auch die Alarmierungsanlage entsprach nicht mehr dem neuesten Stand der Technik und wurde erneuert. Nun überwacht sie permanent den Wasserspiegel des Nährenbaches und alarmiert im Notfall den Betriebsleiter, der dann den weiteren Verlauf des Hochwassers kontrolliert. Vor fast 50 Jahren waren die Regenmassen im Tal des Nährenbachs oberhalb von Fischbeck auf das vollgelaufene Rückhaltebecken getroffen. Der sechs Meter hohe Erddamm der 1906 in Betrieb genommenen Anlage konnte dem Druck nicht standhalten. Er brach. Die Wassermassen schossen ins Tal, beschädigten mehr als 150 Gebäude und richteten einen Schaden von rund 3,2 Millionen D-Mark an.



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