weather-image

Das Konzept für den gymnasialen Zweig der Oberschule Hessisch Oldendorf

„Wir wollen den Kindern Zeit lassen“

Hessisch Oldendorf. Wenn im Mai die ersten Schüler für den von der Landesschulbehörde vor einigen Wochen genehmigten gymnasialen Zweig an der Oberschule angemeldet werden, wird es für manche Eltern zunächst eine Enttäuschung geben: Im ersten Jahrgang, der 5. Klasse, sollen nach den Plänen des Kollegiums alle von den Grundschulen kommenden Schüler integrativ und jahrgangsbezogen unterrichtet werden. „Das ist für die Kinder gut, denn sie bleiben mit ihren Freunden aus den Grundschulen zusammen“, erläutert Ottmar Framke, der Leiter der Schule, das dahinter steckende pädagogische Konzept. „Im Grunde wird das für den ersten Jahrgang eine Art Orientierungsstufe.“ Auch in der jetzigen Oberschule werde in den fünften Klassen der Unterricht unabhängig von der Laufbahnempfehlung der Grundschule gegeben, die vom kommenden Schuljahr an ohnehin entfalle.

veröffentlicht am 05.03.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:57 Uhr

270_008_7841182_DSC_2341.jpg

Autor:

Wolfhard F. Truchseß
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Erst für die Klasse 6 sei geplant, die Hauptfächer Deutsch, Mathematik und Englisch für die gymnasiale Ebene auf drei Anforderungsebenen in Kursen und eine zweite Fremdsprache – Französisch oder Spanisch – zu unterrichten. Für die Nebenfächer werde es beim Klassenverbund bleiben. Die Einstufung in den gymnasialen Zweig will die Schule sukzessiv über die Kurse in der 6. Klasse vornehmen. „Erst in der 7. Klasse wird aufsteigend nach Schulzweigen differenziert“, erklärt Framke die Planung. Die für die Oberschul-Fächer Technik, Hauswirtschaft und Wirtschaft würden dann für die Gymnasiasten entfallen. Den Unterricht sollen im Wesentlichen Lehrkräfte halten, die für das Gymnasium qualifiziert sind.

Die Tatsache, dass derartige Lehrkräfte noch nicht vorhanden sind, schreckt Framke nicht. „Nach den Informationen, die ich von anderen Oberschulen mit gymnasialem Zweig erhalten habe, funktioniert das auch dann, wenn nicht für jedes Nebenfach ein Gymnasiallehrer vorhanden ist“, sagt Framke.

Die für die Hauptfächer erforderlichen Gymnasiallehrkräfte erwartet der Schulleiter durch Abordnungen von anderen Gymnasien für jeweils vier bis fünf Stunden pro Woche. Organisiert werde dies von der Landesschulbehörde, wo die Oberschule ihren Bedarf anmelde. „Ich denke, dafür werden sich gerne Lehrer melden, die in Hameln oder Rinteln unterrichten, aber ihren Wohnort in der Nähe von Hessisch Oldendorf haben.“ Wer die Schule kenne, „der weiß, welchen Fundus wir beispielsweise im naturwissenschaftlichen Bereich haben“. Die Schule sei für jeden Lehrer mit den Möglichkeiten verschiedener Versuchsanordnungen attraktiv.

Noch im vergangenen Jahr sei die für die Schulen zuständige Kreisrätin Petra Broistedt davon ausgegangen, dass ein gymnasialer Zweig an der Oberschule eine Kooperation mit dem Albert-Einstein-Gymnasium und der Integrieten Gesamtschule (IGS) in hameln eingehen werde, um den Übergang in die Oberstufe zu erleichtern. „Bei unserem letzten Gespräch mit der Kreisrätin haben mir AEG-Schulleiter Wolfgang Weber und die IGS-Leiterin Gudrun Kruppe dafür klare Absagen erteilt“, berichtet Framke. Aber es gehe auch ohne einen festen Kooperationspartner, ist sich der Schulleiter sicher. „Man kann einen Partner haben, es muss aber nicht sein.“

Insgesamt hat eine Arbeitsgruppe des Kollegiums fünf verschiedene Varianten für die Zukunft des gymnasialen Zweiges erarbeitet, wobei sich die Varianten, für die sich das Kollegium entschieden hat, teilweise nicht sehr stark voneinander unterscheiden. Nur die Überlegung, schon den fünften Jahrgang nach Schullaufbahnen zu differenzieren, sei klar verworfen worden. Framke: „Wir wollen den Kindern Zeit lassen, sich in Ruhe zu entwickeln, um sie dann je nach Leistungs- und Entwicklungsstand ohne Druck in der sechsten und siebten Klasse differenziert zu unterrichten.“ Damit habe die Schule auch bei der Differenzierung in der Oberschule gute Erfahrungen gemacht.

Bei Carsten Waltemathe, dem Vorsitzenden des Schulelternrats, stößt das Konzept auf eine positive Resonanz. „Das ist eine vernünftige Variante, die ein tragfähiges Konzept aufweist“, erklärte er auf Anfrage. Zwar habe der Schulelternrat noch nicht über das Konzept beraten, doch gehe er davon aus, dass Elternrat und Schulverstand damit einverstanden sind. „Denn die bisherigen Stellungnahmen des Elternrates deckten sich mit den Vorschlägen des Kollegiums.“ Auch Waltemathe plädiert dafür, „den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich in Ruhe zu entwickeln“. Mit der gewählten Variante hätten die Schüler alle Wahlmöglichkeiten bis hin zur Oberstufe.

In einem offenen Brief an Bürgermeister Harald Krüger und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen von SPD und Grünen fordert die CDU, den Schulfrieden jetzt wieder langfristig zu sichern und positiv zu den Plänen Stellung zu nehmen. Um die Zukunft der Schule zu sichern, sollten alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden, auch die Elterninitiative für eine IGS, um jetzt endlich an einem Strang ziehen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt