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Bis Ende September muss der Verein ein Gebäude finden / 15 Eltern haben mündlich zugesagt

Windspiel-Schule soll 2016 starten

Großenwieden (ah). „Das sind Pflanzen, die man essen kann“, rufen Lukas (8) und Emma (7), probieren von der Kapuzinerkresse und finden: „Scharf, aber lecker.“ Mit anderen Kindern und Eltern sind sie zu Gast auf dem Hof Klostermann in Gro-ßenwieden und lassen sich von Garnet Hahn-Klostermann erklären, was so alles in ihrem Garten wächst. Die Kinder erfahren, dass man Gänseblümchen essen kann, lernen Fünffinger- und Franzosenkraut kennen, gehen mit ihren Nasen dicht an die Lavendel-Büsche und saugen den Duft ein.

veröffentlicht am 09.08.2015 um 15:46 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:41 Uhr

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„Wir sind der Spielkreis des Netzwerks für gegenseitige Hilfe und haben uns hier für eine Kräuterführung angemeldet“, erzählt Ellen Gottschalk. Sie gehört außerdem zum Vorstand des neugegründeten Windspiel-Schule-Vereins – wie die ebenfalls anwesenden Birgit Schulz, Yvonne Gutjahr, Danielle Langreder, Maren Beckmann und Patrick Söhlke. Just an jenem Tag erwarten sie Besuch von Anja Piel, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im niedersächsischen Landtag sowie von der Schulausschussvorsitzenden des Landkreises Hameln-Pyrmont, Mechthild Clemens. Spontan lassen sie die Sitzung in Klostermanns Garten stattfinden, auch Kinder gesellen sich dazu. Das passt, schließlich sieht das Konzept der Freien Schule, das die fünf Frauen entwickelt haben, naturverbundenes Erleben und kreatives Lernen mit Spaß vor.

Neu in ihrer Runde ist Patrick Söhlke aus Friedrichshagen, der Erfahrungen aus dem Gründungsprozess der Freien Schule Weserbergland in Coppenbrügge mitbringt. „Wer so eine Schule für sein Kind sucht, nimmt auch weite Wege auf sich“, betont er und erklärt: „Wir wollen den anderen Grundschulen hier im Stadtgebiet nichts wegnehmen, sondern überregional etwas aufbauen, das die Schullandschaft bereichert.“ Das bestätigt Anja Piel. „Freie Schulen sind keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung – wichtig ist, mit den anderen Grundschulen im Gespräch zu sein und kooperativ zu bleiben“, sagt sie.

Mehr als verdoppelt hat sich inzwischen die Zahl derjenigen, die sich für die Eröffnung der Windspiel-Schule engagieren. „Wir teilen uns in Arbeitsgruppen auf, die einen kümmern sich um die Immobiliensuche, andere um das pädagogische Konzept“, berichtet die Vorsitzende Birgit Schulz. „Zudem stellen wir einen Businessplan und eine Finanzplanung auf, auf deren Basis wir präzise kalkulieren, wie sich die Einnahmen und Ausgaben in den nächsten Jahren gestalten. Die Belastung über Schulgebühren, die wir vom Gehalt der Eltern abhängig berechnen, wollen wir so niedrig wie möglich halten und die notwendige Finanzierung über Bürgschaften, private Darlehen und Spenden absichern“, fügt Söhlke hinzu. „Wenn Sie die Finanzierung drei Jahre selbst schaffen, dann fördert das Land bis zu 80 Prozent über einen Zuschuss“, teilt Mechthild Clemens mit.

„Wir wollen den

Grundschulen in der Stadt nichts wegnehmen“

Den engagierten Eltern ist bewusst, dass ihr Vorhaben politisch umstritten ist, wenn gleichzeitig Grundschulen schließen. Ihr pädagogisches Konzept geht allerdings in eine andere Richtung, sieht eine künstlerisch-musische Ausrichtung vor. „Damit stoßen wir auf sehr positive Resonanz“, erzählt Danielle Langreder. Auch Pädagogen von anderen Schulen haben bereits Interesse an einem Wechsel an die Freie Schule angemeldet. In der Runde wird beraten, Flüchtlingskindern den Besuch der Windspiel-Schule zu ermöglichen. „Unter dem Thema Ressourcen und Internationalität könnten wir das gut in unser pädagogisches Konzept einfließen lassen und uns mit weiteren Verbänden vernetzen“, zeigt sich der Vorstand überzeugt.

„Bis Ende September müssen wir aber unbedingt wie geplant ein geeignetes Schulgebäude auswählen – die Kompetenz ist da, die Stimmung gut“, betont Söhlke. Einen Ort zu finden, von dem auch das pädagogisches Konzept der Windspiel-Schule lebt, ist die größte Herausforderung für den jungen Verein. Ursprünglich wollte die Initiative ein leerstehendes Gebäude mit großem Außengelände kaufen. Weil jedoch schon 2016 der Schulbetrieb starten soll, hält der Vorstand nun nach einer ehemals öffentlichen Einrichtung Ausschau, die den Brandschutzauflagen des Landkreises standhält und umgehend gemietet werden kann. Anja Piel empfiehlt, diesbezüglich bei Verwaltung und Ratsmitgliedern vorstellig zu werden.

Ausgerichtet für sechs- bis achtjährige Kinder soll in der Windspiel-Schule jahrgangsübergreifend, ohne Zensuren und in kleinen Lerngruppen, gearbeitet werden. Zwölf Anmeldungen benötigt der Verein für die Genehmigung durch die Landesschulbehörde – 15 mündliche Zusagen liegen bereits vor, weitere Familien haben Interesse geäußert.



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